Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Hoffnung für Schwarzmeer-Tümmler

20.11.2002


Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe e.V. - DUH und der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere e.V. - GSM

Russland hat einen seiner profitabelsten Exportschlager eingebüßt: Große Tümmler aus dem Schwarzen Meer dürfen nicht mehr für kommerzielle Zwecke gehandelt werden. Mit dieser Entscheidung beendete die Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) den jahrelangen florierenden Handel mit wild gefangenen Schwarzmeer-Tümmlern, die auf dem Weltmarkt Spitzenpreise von über 20.000 Dollar erzielen.

"Zum ersten Mal überhaupt hat CITES einer Population des Großen Tümmlers einen derart hohen Schutzstatus verliehen und damit vielleicht in letzter Minute das Aussterben dieser endemischen Delfinunterart verhindert", begrüßt Jörg Dürr-Pucher, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die in der vergangenen Woche während der CITES-Konferenz in Chile getroffene Entscheidung. Wie auch bei den beiden anderen im Schwarzen Meer vorkommenden geografisch isolierten Kleinwalunterarten, Gemeiner Delfin und Schweinswal, sind die Bestände des Großen Tümmlers in den vergangenen Jahrzehnten durch direkte Jagd, Überfischung und Meeresverschmutzung auf weniger als ein Zehntel ihrer ursprünglichen Größe zusammengebrochen. Etwa 4 Millionen Kleinwale sollen so im 20. Jahrhundert vernichtet worden sein. Dennoch fingen insbesondere russische Delfinfänger zahlreiche Schwarzmeer-Tümmler, um sie an Delfinarien in der ganzen Welt von Kanada bis in den Iran zu verkaufen. Auch die ehemaligen über 120 Militärdelfine der Roten Armee stammten aus dem Schwarzen Meer.

"Da Delfine sich nur sehr langsam vermehren und sie von Fischern immer noch als Beutekonkurrenten gezielt getötet werden, stellte der Fang lebender Tiere für Delfinarien eine zusätzliche extreme Belastung dar, unter der die Population bald völlig zusammengebrochen wäre", erklärt Ulrich Karlowski, Diplom-Biologe von der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). "Allerdings verbleibt ein Schlupfloch, denn für wissenschaftliche oder nicht-kommerzielle Zwecke wie Delfin-Therapien könnte der Export weiter gehen. Dies ist aus der Sicht des Artenschutzes nicht akzeptabel."

Die GRD leitete im Rahmen eines 1996 gegründeten Schutzprojektes im Schwarzen Meer (Ukraine, Halbinsel Krim) erstmals konkrete Schritte zum Schutz der drei bedrohten Kleinwalunterarten ein. "Die damals erzielten Fortschritte könnten nun weitere Früchte tragen. Jetzt gibt es eine echte Chance für ein langfristiges Überleben dieser Delfinpopulation", hofft Karlowski.



Für Rückfragen:

... mehr zu:
»CITES »Population


Gesellschaft zur Rettung der Delphine, Ulrich Karlowski
Kornwegerstr. 37, 81375 München,

Tel.: 089-74 16 04 10
Fax: 089-74 16 04 11
E-mail: info@delphinschutz.org

| ots
Weitere Informationen:
http://www.delphinschutz.org

Weitere Berichte zu: CITES Population

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher entwickeln Unterwasser-Observatorium

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

HIV: Spur führt ins Recycling-System der Zelle

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Mehrkernprozessoren für Mobilität und Industrie 4.0

07.12.2016 | Informationstechnologie