Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fortführung der Dorschfänge bewirken das Aussterben der Fischart

12.11.2002


EU-Fischereiexperten haben davor gewarnt, dass eine Fortführung der Dorschfänge zu einem Aussterben der Fischart führen wird.



Das berichtet BBC-Online und nimmt Bezug auf eine Expertise von unabhängigen Wissenschaftlern Nur ein totales Aussetzen des Fischfanges von Kabeljau, Schellfisch und Wittling könne den Wildbestand noch retten, meinen die Forscher.



Die EU-Kommission übte zugleich auch heftige Kritik am Verhalten lokaler Regierungen der betroffenen Staaten, denn die Warnungen sind nicht wirklich als Überraschungen gekommen. Bereits vor Jahren wurde empfohlen den Fischfang auf ein Minimum zu reduzieren. Damals hatten die Regierungen auf die Empfehlungen nicht oder nur unzureichend reagiert. Fischereibehörden haben davon gesprochen, dass bei einem Aussetzen des Kabeljaufangs ein ganzer Industriezweig ruiniert werden würde. Dabei könnten zwischen 10.000 und 20.000 Arbeitsplätze verlorengehen. Alleine in Großbritannien fürchtet Struan Stevenson, Vorsitzender des Europäischen Fischerei-Komitees und konservativer Europa-Abgeordneter den Zerfall der gesamten Fischereindustrie. Er beziffert den Schaden für die britische Wirtschaft mit rund 1,6 Mrd. Euro.

Die tatsächliche Entscheidung für Fangquoten der EU-Fischereiflotte werden aber erst bei einem EU-Gipfel in Brüssel im Dezember erwartet. Einige Staaten werden nach Angaben von BBC stark unter Druck ihrer landeseigenen Fischer stehen. Die Kommission hat aber bereits heute davor gewarnt, dass die Bestände der wichtigsten Speisefische so niedrig sind, dass ein Verschieben von drastischen Maßnahmen keine Option mehr sei.

Nach Ansicht von Fisch-Experten könnten Aquakulturen den Wildfang in Zukunft ersetzen. Ein solches Projekt wird in Norwegen gerade untersucht. In einer Fischfarm nahe der norwegischen Stadt Stavanger werden Zuchtdorsche gezogen bis sie ein Gewicht von rund fünf Kilogramm erreicht haben. Dann werden die Tiere verkauft. Das Unternehmen Marine Harvest Norway will in zehn Jahren einen Output von 400.000 Tonnen Kabeljau erreichen. Den Enthusiasmus mit den gezüchteten Fischen teilen allerdings Umweltgruppen nicht. Die Naturschützer befürchten, dass die Zuchtfische den Naturbestand der wildlebenden Arten sogar noch mehr gefährden könnten. "Das gleiche Problem ist auch bei den Zuchtlachsen aufgetreten. Dort gefährden Zuchttiere die wildlebenden Artgenossen mit neuen Krankheiten und Parasiten", so Maren Esmark vom WWF-Norwegen. Zuchttiere, die zufällig auskommen, könnten einen immensen Schaden durch Nährstoffe und Gifte an wildlebenden Populationen anrichten, fürchten die Umweltschützer. Sie wollen eher den Fischfang ruhen lassen und warten bis die natürliche Fischpopulation soweit gesundet ist, bis der Wildfang wieder möglich ist. Das ist auch der Vorschlag des unabhängigen International Council for the Exploration of the Seas. "Für Aquakulturen fehlt es einfach an Erfahrung", so Esmark. "Außerdem dürfen die gleichen Fehler wie beim Zuchtlachs nicht wieder vorkommen."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk
http://www.pte.at/pte.mc?pte=021028038
http://www.ices.dk

Weitere Berichte zu: Aussterben Dorschfänge Fischart Fischfang

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblick ins geschlossene Enzym

26.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Laser – World of Photonics: Offene und flexible Montageplattform für optische Systeme

26.06.2017 | Messenachrichten

Biophotonische Innovationen auf der LASER World of PHOTONICS 2017

26.06.2017 | Messenachrichten