Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EuroBionet: Autos sind die größten Giftproduzenten

18.10.2002


12 Ballungsräume mit Bioindikatorpflanzen auf Luftgüte untersucht



Drei Jahre lang haben Wissenschaftler der Universität Hohenheim in 12 Ballungszentren Europas die Luftgüte mit Indikatorpflanzen gemessen. Der Kraftfahrzeugverkehr hat sich als größte Schadstoffquelle entpuppt. Industrielle Einrichtungen und Quellen wie Hausbrand spielten nur eine untergeordnete Rolle, so der Schlussbericht, der im Rahmen einer Veranstaltung am 5. November an der Universität präsentiert wird.



Das Projekt EuroBionet (das europaweite Netzwerk zur Beurteilung der Luftqualität mit Bioindikatoren) wurde unter Beteiligung von Kommunalverwaltungen, Forschungsinstituten und Schulen aus acht Mitgliedsländern der EU und mit finanzieller Unterstützung durch das LIFE Umwelt Programm der Europäischen Kommission ins Leben gerufen. Gefördert soll bei dem Projekt auch das Umweltbewusstein und die Umwelterziehung werden. Unter der Anleitung der Universität Hohenheim wurden im Zeitraum von 1999 bis 2002 in 12 verschiedenen Ballungsräumen (Klagenfurt, Kopenhagen, Lyon und Nancy, Düsseldorf und Ditzingen-Stuttgart, Glyfada-Athen, Verona, Katalonien-Barcelona und Valencia, Edinburgh und Sheffield) mehr als 100 lokale Biomonitoring-Stationen installiert.

Untersucht wurde unter anderem die Ozonschädigung mithilfe der ozonempfindlichen Tabaksorte Bel-W3. Typische Ozonschädigungen wurden in allen teilnehmenden Städten beobachtet, in Großbritannien, Dänemark und dem nordwestlichen Deutschland aber nur in geringem Umfang. "In Frankreich, Süddeutschland und Österreich sowie insbesondere in Italien, Spanien und Griechenland wurden dagegen mittlere bis starke Ozonschädigungen festgestellt", erklärt Andreas Klumpp vom Institut für Landschafts- und Pflanzenökologie der Universität Hohenheim das Ergebnis. "Obwohl im Allgemeinen keine statistisch signifikanten Korrelationen zwischen der Ozonbelastung und den Ozonschädigungen festgestellt werden konnten, ergab sich doch eine weitgehende Übereinstimmung im geographischen Verteilungsmuster von Blattschädigungen und Ozonbelastung", so der Studienleiter. Die chemischen Untersuchungen von Graskulturen auf Schwermetallgehalte wie Arsen, Cadmium, Chrom, Kupfer, Eisen, Blei, Platin, Antimon, Vanadium und Zink belegten den starken Einfluss von lokalen Belastungsschwerpunkten auf die Anreicherung von Schwermetallen in den Bioindikatorpflanzen und möglicherweise in der natürlichen Vegetation. "Der Kfz-Verkehr erwies sich als größte Schadstoffquelle für die Mehrzahl der untersuchten Elemente", so Klumpp. Interessant war auch der relativ niedrige Bleiwert, den die Forscher auf die Abschaffung des bleihaltigen Benzins zurückführen.

Die Bestimmung von verschiedenen Komponenten der Polyzyklischen Kohlenwasserstoffe in Grünkohlpflanzen ergab eine klare Differenzierung zwischen städtischen und ländlichen Stationen. "Proben von Messstationen an Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen wiesen die höchsten Kohlenwasserstoffwerte auf und belegten damit, dass Verkehrsemissionen eine wichtige Quelle für diese Schadstoffe in Städten darstellen", erklärt der Wissenschaftler. Neu sei an der Projektarbeit der große Einsatz von Bioindikatorpflanzen zur Messung von Schadstoffen. Die Wissenschaftler erwarten sich dabei eine Erarbeitung europäischer Richtlinien und eine Vernetzung verschiedener Programme zur besseren Etablierung der Methode

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de
http://www.eurobionet.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik