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Arktisbewohner als lebende Endlager

02.10.2002


Die Menschen und Tiere der Arktis sind einer alarmierend hohen Belastung mit gefährlichen Industriechemikalien und Pestiziden ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt ein heute erschienener Bericht des Arktischen Überwachungs- und Bewertungsprogramms (AMAP).


© WWF



Die fünfjährigen Untersuchungen zeigen, dass die Inuit auf Grönland und in Kanada die weltweit höchste Belastung an Dauergiften in ihren Körper aufweisen, obwohl sie diese Stoffe nie selbst verwendet haben. Die festgestellten Werte im Blut vieler Aktisbewohner übersteigen die Gesundheitsgrenzwerte bei weitem und liegen bis zum zwanzigfachen über der Belastung der Menschen in gemäßigten Breiten. Nach Einschätzung des WWF zeigt der Report die dringende Notwendigkeit internationaler Vereinbarungen zum Schutz vor Dauergiften, so genannter POPs (Persistant Organic Pollutants). Die Inuit der Arktis ernähren sich traditionell von Meeressäugern.

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Viele dieser Tiere sind stark belastet. Da sich die Gifte im Laufe der Nahrungskette anreichern, lässt sich in den Blutwerten vieler Einheimischer ein extrem hoher Anteil toxischer Stoffe nachweisen. “Die schleichende Vergiftung hat inzwischen eine Größenordnung erreicht, bei der zu befürchten ist, dass die Zahl der bereits im Mutterleib geschädigten Kinder steigen wird“, befürchtet Patricia Cameron vom WWF. Für Kinder sind die Dauergifte besonders gefährlich. Wissenschaftler vermuten, dass sie die Abwehrkräfte gegenüber Krankheiten schwächen. POPs sind bekannt dafür, das Nervensystem und die Gehirnentwicklung anzugreifen, sowie das Wachstum und die Fortpflanzung zu beinträchtigen. Durch Wind und Meeresströmungen werden sie aus der ganzen Welt in die Arktis transportiert. Die Folge: Eisbären, Polarfüchse, Seehunde, Orcas, Schweinswale, Möwen und Wanderfalken sind hoch belastet. Bei zahlreichen Arten lassen sich dem AMAP Report zufolge bereits Gesundheitsschäden nachweisen.

„Mit der Giftbelastung im Gewebe von Eisbären und Seehunden steigt auch deren Infektionsgefahr“, so Patricia Cameron, Chemieexpertin beim WWF Deutschland. Mit dem so genannten Stockholm-Abkommen wurden erste weltweite Regulierungen zum Verbot der zwölf giftigsten Chemikalien auf den Weg gebracht. Aber Russland und die USA haben das Abkommen noch immer nicht ratifiziert. Darüber hinaus gibt es viele ähnlich gefährliche Chemikalien, die auch hierzulande täglich Verwendung finden.

| WWF

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