Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kreuzfahrtschiffe ohne Seepocken und Kutter ohne Algen: Neuartige Anstriche schützen Meer und Mensch vor Giften

18.09.2002


DBUpräsentiert auf weltweit größter Schiffsmesse SMM in Hamburg umweltfreundliche Alternativen zu TBT-haltigen Anstrichen


Ihr haben die von der DBU geförderten Projektpartner den giftfreien Kampf angesagt: der Seepocke.


Bei jeder Inspektion auf dem Trockendock wurde auch die Auswirkung der verschiedenen Anstrichtypen auf den Bewuchs untersucht.



Wissenschaftliche Untersuchungen haben es bewiesen: Schon ein Milliardstel Gramm des hochgiftigen Tributylzinn (TBT) löst bei Meeresschnecken hormonelle Störungen aus. Sie vermännlichen und werden unfruchtbar. Schäden für den Menschen sind nicht auszuschließen, da dieses Gift sich in der Nahrungskette anreichert. Aus diesem Grund werden TBT-haltige Schiffsanstriche ab Januar nächsten Jahres weltweit verboten. "Wir können aber bereits jetzt umweltfreundliche Produkte und Verfahren präsentieren, die den Schiffsbewuchs verhindern, ohne ständig Gifte in das Wasser abzugeben", erläuterte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Alternativen seien von großer Wichtigkeit, da der Bewuchs an Schiffsrümpfen auch künftig wirksam bekämpft werden müsse, um erhöhten Kraftstoffverbrauch und kostenintensive Reinigung zu vermeiden und damit die Umwelt zu schonen.



Präsentation von Projektergebnissen auf der weltgrößten Schiffsmesse

Auf der Shipbuilding, Machinery & Marine Technology International Trade Fair (SMM), der mit 1.400 Ausstellern weltgrößten Schiffsmesse, die vom 24. bis 28. September auf dem Messegelände in Hamburg stattfindet, präsentiert die DBU die innovativen Alternativen. Die Firma bioplan aus Rostock setze zum Beispiel die von ihr entwickelten Schutzschichten unter Strom, wodurch sich der Säuregrad des den Schiffsrumpf umgebenden Wassers ändere. Im Praxistest sei es bereits gelungen, Algen, Seepocken und Muscheln daran zu hindern, sich am Schiff festzusetzen. "Erneut beweist hier ein mittelständisches Unternehmen, dass vorbeugender Umweltschutz zu einer wirksamen Umweltentlastung führt", freute sich Brickwedde. Die DBU fördert das Projekt mit 295.000 Euro.

Niedriger Stromfluss verhindert Schiffsbewuchs

Eine ähnliche Idee, die jedoch auf Nanotechnologie basiere, verfolge zurzeit die Nanogate Technologies GmbH aus Saarbrücken. Sogenannte Fluoradditive, die handelsüblichen Lacken zugesetzt werden, veränderten die Eigenschaften der Oberfläche und erzeugten eine sehr niedrige Oberflächenspannung. Wasser und Öl perlten von den auf diese Weise behandelten Schiffsrümpfen ohne Rückstände ab. Die dauerhaft harte und glatte Oberfläche, die durch die eingebauten Nanopartikel entstünde, biete auch Organismen keinen Halt mehr. "Die Schiffe bleiben somit dauerhaft frei von jeglichem Bewuchs", sagte Brickwedde. Das hätten umfangreiche Praxistests bewiesen. Die DBU unterstützt dieses Vorhaben mit 282.000 Euro.

Praxisversuche auf allen Weltmeeren

Zusammen mit farberzeugenden Firmen, Reedereien und Schiffseignern lässt die Umweltstiftung WWF (World Wildlife Fund) giftfreie Antibewuchsfarben in der Großschifffahrt testen. Die DBU fördert hier mit 630.000 Euro. "Auf nahezu allen Weltmeeren sind zurzeit Schiffe vom Fischkutter bis zum Kreuzfahrtschiff unterwegs, um die neuen Farben unter verschiedenen Belastungen und Umgebungen einem Praxistest zu unterziehen", sagte Brickwedde. Das Labor für limnische und marine Forschung LimnoMar (Hamburg) und die Forschungsstelle Küste des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie Hildesheim (Niedersachsen) überprüfen die Anstriche regelmäßig. Die realitätstreuen Tests gewährleisteten die breite Akzeptanz der neuen Farben.

Nicole Frommeyer | DBU

Weitere Berichte zu: Alge DBU Gift Kreuzfahrtschiff Praxistest Seepocken

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie