Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nationale Flusskonferenz muss Aktionsprogramm für Wiederherstellung lebendiger Flüsse anstoßen

13.09.2002

Die Umweltverbände BUND, Greenpeace, NABU und WWF erwarten von der nationalen Flusskonferenz am kommenden Sonntag in Berlin das eindeutige Signal für die umgehende Erarbeitung eines verbindlichen Aktionsprogramms für die Wiederherstellung lebendiger Flüsse. Ziel von Bund und Ländern müsse es sein, eine gemeinsame Strategie für einen ökologischen Hochwasserschutz und die Wiederherstellung natürlicher Überschwemmungsgebiete und Feuchtbiotope zu entwickeln und konsequent umzusetzen. Um die Gefahr von zerstörerischen Hochwassern zu verringern, müsse zudem der Klimaschutz forciert werden.

Angelika Zahrnt, Bundesvorsitzende des BUND: "Die katastrophalen Hochwasserereignisse an Elbe und Donau haben drastisch gezeigt, dass ein grundsätzliches Umdenken in der Flusspolitik und im Hochwasserschutz notwendig ist. Ohne konsequentes Umsteuern in der Fluss- und Siedlungspolitik sowie der Land- und Forstwirtschaft drohen bei der klimatisch bedingten Zunahme von Wetterextremen weitere Überschwemmungskatastrophen."

Nach Auffassung der Umweltverbände muss der Hochwasserschutz an einem Leitbild für lebendige, naturnahe Flüsse ausgerichtet werden.

Prof. Dr. Emil Dister, Leiter des WWF-Auen-Instituts: "Nur eine naturnahe, dynamische Flusslandschaft mit großflächigen Auen kann Wasser speichern und das Risiko von Flutkatastrophen deutlich vermindern. Vorbeugender Hochwasserschutz heißt daher vor allem, den Flüssen endlich wieder mehr Raum zu geben und die natürliche Flussdynamik wiederherzustellen."

Um die nationale Aufgabe des Umbaus der Flüsse zu bewältigen, müsse die Wasserwirtschaft in Deutschland neu geordnet werden, die durch eine Zersplitterung der Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und Kommunen gekennzeichnet sei.

Gerd Billen, NABU-Bundesgeschäftsführer: "Bundesverkehrsminister Bodewig muss den Ausbau und die Instandsetzungsarbeiten im Bereich der Unteren Mittelelbe endgültig stoppen. Dies ist auch ein Glaubwürdigkeitstest für die Bundesregierung."

Nach Auffassung der Umweltverbände muss das Bundeswasserstraßengesetz umgehend novelliert und dabei ökologischen Erfordernissen Vorrang gegeben werden. Von zentraler Bedeutung sei dabei die Umwandlung der Bundeswasserstraßenverwaltung in eine Bundesflussagentur, die auf den Schutz von Mensch und Natur verpflichtet werden müsse, anstatt Flüsse in Wasserstraßen zu deformieren.

Stefan Schurig, Leiter des Energie- und Klimabereichs bei Greenpeace: "Wer die Ursachen von zerstörerischen Hochwassern spürbar bekämpfen will, muss neben Konzepten zur Flussregenerierung auch dem Klimaschutz höchste Priorität einräumen. Die gegenwärtigen CO2 Einsparziele der Bundesregierung sind da nur der Anfang. Gerade im Verkehrsbereich und bei der Stromerzeugung können riesige Mengen schädlicher Treibhausgase eingespart werden."

BUND, Greenpeace NABU und WWF fordern zudem, das Bauen in hochwassergefährdeten Bereichen generell zu verbieten und Ausgleichsflächen für bereits bebaute Flächen zu schaffen. Dringenden Handlungsbedarf sehen die Umweltverbände auch in der Siedlungspolitik sowie in der Land- und Forstwirtschaft. Eine immer stärkere Flächenversiegelung durch Gebäude und Verkehrswege sowie eine zunehmende Verdichtung der Böden durch intensive Landwirtschaft bewirke eine deutliche Verschlechterung der Aufnahmefähigkeit für Niederschläge.

Norbert Franck | ots

Weitere Berichte zu: Fluss Flusskonferenz Hochwasserschutz Wiederherstellung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise