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Bundesumweltministerium fördert Bau eines Biomasseheizkraftwerks in Bayern

30.08.2002


2,8 Millionen Euro Modell für dezentrale Konzepte zur Klärschlammentsorgung

Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium Rainer Baake hat heute in Sonthofen (Bayern) einen Foerderbescheid in Höhe von insgesamt 2,8 Millionen Euro an die Illertaler Biomasse Bau- und Eigentums GmbH & Co. KG zum Bau eines Biomasseheizkraftwerks mit integrierter Klärschlammvergasung übergeben. "Dieses Vorhaben bringt dem Umweltschutz einen doppelten Gewinn. Es leistet einen wirkungsvollen Beitrag zum Schutz des Klimas, da rund 27 000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Zugleich wird der Boden besser geschützt und ein Beispiel für eine zukunftsfähige energetische Nutzung von Klärschlamm aufgezeigt. Mit dem erzeugten Strom können nicht nur alle privaten Haushalte in Sonthofen, sondern auch zwei weitere Städte mit vergleichbarer Groesse versorgt werden", sagte Baake.

Ziel dieses Vorhabens, das aus dem BMU-Investitionsprogramm zur Verminderung von Umweltbelastungen finanziert wird, ist die Umwandlung des Klärschlamms der Kläranlage des Abwasserverbandes Obere Iller zu Synthesegas, das in einer Holzschnitzel-Verbrennungsanlage zusammen mit Mischholz energetisch genutzt werden soll. Dazu wurde ein neuartiges Verfahren patentiert, das die energetische Verwertung des Klärschlamms vor Ort ermöglicht. Bislang am Markt verfügbare Techniken lassen eine Nutzung dieser Stoffe in einer Anlage nicht zu. Weitere Interessenten für das Verfahren haben sich bereits gemeldet.

Die kombinierte Verbrennungs- und Vergasungsanlage für Holz und Klärschlamm ist nicht nur ein neuer innovativer Weg, Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Sie zeigt auch beispielhaft, welche Verwertungsmöglichkeiten im Sinne des vorsorgenden Bodenschutzes für Klärschlämme möglich sind. Sie kann ein Modell für dezentrale Klärschlammentsorgung werden. Künftig dürfen - entsprechend einem Konzept der Bundesregierung zum umweltverträglichen Einsatz organischer Düngemittel -- nur noch schadstoffarme Klärschlämme auf landwirtschaftlich genutzte Flächen aufgebracht werden, damit sich Schadstoffe nicht im Boden anreichern. Für den größten Teil der bislang in Deutschland auf diese Weise entsorgten Klärschlämme bedeutet dies, neue Entsorgungswege wie die energetische Verwertung in Biomasse-Anlagen zu beschreiten.

Michael Schroeren | BMU Pressedienst

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