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Hochwasservorsorge

28.08.2002


Mehr Raum für Flüsse - Landnutzung naturverträglicher gestalten

Angesichts der dramatischen Flutkatastrophe in Süd- und Ostdeutschland sowie in Tschechien und Österreich ist für die Zukunft ein sorgsamerer Umgang mit unseren Flüssen wichtig. Flussbegradigungen, der Verlust von Auen, intensive Landnutzung und Flächenversiegelung haben unter anderem zu den katastrophalen Auswirkungen der Fluten beigetragen. Die Katastrophe an Elbe, Mulde und Donau wurde zwar durch extreme Niederschläge verursacht. Es müssen aber gleichzeitig auch die alarmierenden Zeichen unseres oftmals verfehlten Umgangs mit den Flüssen, deren Einzugsgebieten und dem Wasserhaushalt Ernst genommen werden. Insbesondere in Bezug auf die Böden.

Dramatisch ist unter anderem der Verlust der Auen und damit der natürlichen Überschwemmungsflächen. An fast allen größeren Flüssen wurden die Auen durch Staustufenbau, Kanalisierung und Regulierung sowie Deichbauten auf einen Bruchteil reduziert. Am deutschen Abschnitt der Elbe sind nur noch etwa 15 bis 20 Prozent der natürlichen Überschwemmungsflächen erhalten.

Die Funktion der Auen als Hochwasserretentionsflächen muss daher, wo immer möglich, wieder hergestellt werden. Gleichzeitig müssen die noch vorhandenen naturnahen Auen erhalten und langfristig gesichert werden. Renaturierungsmaßnahmen an den kleineren Bächen, Flüssen und Strömen sind möglichst schnell umzusetzen. Die Bodennutzung an den Bächen muss reduziert und standortgerecht extensiviert werden, um diesem besonders sensiblen Landschaftsteil zur Wiederentfaltung seiner natürlichen ökologischen Wohlfahrtswirkung zu verhelfen.

Zwei Hefte des aid infodienstes informieren zum Thema. Das aid-Heft "Bewuchs an Wasserläufen" gibt Anregungen, wie kleinere Wasserläufe naturnah ausgebaut werden können, um so Schäden zu vermeiden oder zu mildern, die durch vorwiegend technischen Ausbau hervorgerufen werden.

In dem aid-Heft "Gewässerrenaturierung und Landwirtschaft" gehen die Autoren u. a. ein auf die ökologische Bedeutung naturnaher Bäche und Auen, das Miteinander von Landwirtschaft und Naturschutz, Wiederherstellung der natürlichen Gewässerdynamik, Möglichkeiten der Gewässergestaltung in Flurneuordnungsverfahren und Renaturierungen im gemeinsamen Interesse von Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Landespflege.

Harald Seitz V.i.S.d.P | aid-PresseInfo

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