Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Handwerk Vorbild für Nachhaltigkeit - 48 Millionen Euro Förderung von DBU

28.08.2002


Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützte seit ihrer Gründung 100 Projekte zur umweltbewussten Orientierung von Handwerksbetrieben

"Kein Wirtschaftszweig verkörpert das Prinzip der Nachhaltigkeit so sehr wie das Handwerk. Langlebigkeit, Wartungsfreundlichkeit, Wiederverwertbarkeit und die Verwendung natürlicher und nachwachsender Materialien wie Holz gehören hier zum Alltag." - Mit diesen Worten erläuterte heute Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), anlässlich der Einweihung der Bildungsakademie des Lingener Handwerks e. V. in Lingen die Bedeutung dieser Branche für den Umweltschutz. Von Beginn an habe die DBU die umweltorientierte Ausrichtung kleiner und mittelständischer Betriebe zu ihrem Schwerpunkt erklärt. Seit der Gründung vor elfeinhalb Jahren hat die Um-weltstiftung 48 Millionen Euro in über 100 Projekte und Bildungsmaßnahmen des Handwerks investiert.

Ein Vorzeigeprojekt sei die mit zwei Millionen Euro von der DBU unterstützte, inzwischen ausgelaufene Initiative "Solar - na klar!", die Ende letzten Jahres von der EU-Kommission als beste nationale europäische Kampagne für erneuerbare Energien ausgezeichnet wurde. Hier habe man erfolgreich Verbraucher mit dem Solarhandwerk zusammengeführt. "Solar - na klar!" sei die größte bundesweite und herstellerneutrale Informationskampagne für Solarwärme. 7.600 Handwerksbetriebe hätten als Marktpartner für die Aktion geworben werden können, in deren Verlauf über 200.000 Broschüren verschickt worden seien. Von den 100.000 Anrufern, die sich über die Aktion informiert hätten, hätten 27.000 am Ende Sonnenkollektoren auf ihren Dächern installiert. Neben dem Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) sind der Zentralverband Sanitär, Heizung Klima, der Deutsche Fachverband Solarenergie, die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie, der Bundesverband Solarenergie, der Bundesverband Deutscher Fertigbau, der Bund Deutscher Architekten und der Deutsche Naturschutzring an der Kampagne beteiligt.

Handwerkliche Erzeugnisse seien im Gegensatz zu Wegwerfprodukten stets auf Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit ausgerichtet. Die Tradition des Handwerks habe Bezug zu regionalen Strukturen und nutze die vor Ort gegebenen Quellen. So sei Holz ein natürlicher Werkstoff, der sich vollständig nutzen lasse. Sogar das bei Sägewerken anfallende naturbelassene Restholz könne noch verwertet werden. Die Firma Wodtke aus Tübingen-Hirschau habe erfolgreich einen Ofen entwickelt, der mit aus diesen Reststoffen produzierten Holzpellets beheizt werde. "Durch einen Wasserwärmetauscher kann der Ofen zudem in Heizungssysteme von Häusern integriert werden und diese mit Wärme und Warmwasser versorgen", hob Brickwedde hervor. Holz sei einer der wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe. Er binde im Laufe seiner Lebensphase soviel Kohlendioxid an sich, wie er bei der Verbrennung abgebe. Das Wodtke-Projekt wurde von der DBU mit 204.500 Euro gefördert.

Auch die umweltorientierte Sanierung von Altbauten und denkmalgeschützten Gebäuden sei für das moderne Handwerk machbar. Ökologische Baustoffe und gezielte Wärmedämmungsmaßnahmen zur Energieeinsparung seien mit der Erhaltung von einzigartigen Fassaden vereinbar. Dies hätten viele geförderte Projekte bewiesen, in denen Handwerk und Denkmalschutz gemeinsam Konzepte erarbeitet und umgesetzt hätten. Unter anderem habe man mehrere Gebäude der Franckeschen Stiftungen in Halle und einige Bürgerhäuser in Lübeck unter den Aspekten des Klimaschutzes und der Bewahrung der national wertvollen Denkmäler restauriert. Die in solchen Projekten gewonnenen Erkenntnisse seien dabei stets aufbereitet und für interessierte Fachleute zur Verfügung gestellt worden. "Bei unseren Projekten geht es nicht nur darum, neue umweltorientierte Wege zu finden und in der Praxis zu testen, sondern auch den Multiplikatoreffekt von Bildungseinrichtungen des Handwerks zu nutzen, um neue Standards zu etablieren", fasste Brick-wedde zusammen.

Direkt mit Aufnahme ihrer Fördertätigkeit vor elfeinhalb Jahren hatte die DBU erstmalig eine breite Plattform für das Thema Umweltschutz im Handwerk geschaffen. Mit einer Anschubfinanzierung von mehr als zehn Millionen Euro hatte sie acht von insgesamt zehn Umweltzentren des Handwerks in Deutschland initiiert. So entstanden leistungsfähige an den Bedürfnissen der Praxis orientierte "Dienstleistungszentren des Handwerks".

Nicole Frommeyer | DBU-Pressemitteilung
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: Langlebigkeit Nachhaltigkeit Ofen Solarenergie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Wie das Wissen in der Technik entsteht

17.01.2017 | Förderungen Preise

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik