Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lebensmittel-Monitoring 2000: Höchstmengen unerwünschter Stoffe selten

31.07.2002


Bundesweit repräsentative Untersuchung dokumentiert geringfügige Belastung


Während die Zahl der Lebensmittelskandale in den Medien nicht abreißt und das Verbrauchervertrauen nahezu täglich auf eine neue Probe gestellt wird, zeichnen die Ergebnisse des bundesweiten Lebensmittel-Monitoring ein sehr viel positiveres Bild von der Qualität der Ware, die auf dem deutschen Markt angeboten wird. Nur 1,6 Prozent von 4.818 Proben, die im Jahr 2000 untersucht wurden, enthielten höhere Mengen an unerwünschten Stoffen, als erlaubt. Alle anderen Proben waren nicht oder nur geringfügig mit diesen Substanzen verunreinigt.

Untersucht wurden 23 unterschiedliche Lebensmittel in- und ausländischer Herkunft auf 180 Einzelstoffe, darunter Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und deren Metabolite, organische Umweltschadstoffe, Mykotoxine, Schwermetalle, Nitrat und Benzo(a)pyren. Neben Lebensmitteln tierischer und pflanzlicher Herkunft bildete Säuglings- und Kleinkindernahrung einen Schwerpunkt der Untersuchungen. Proben wurden im Handel, aber auch beim Erzeuger und Importeur gezogen. Die untersuchten Lebensmittel waren frei von unerwünschten Stoffen oder nur gering belastet. Spezielle Verzehrsempfehlungen zum Schutz des Verbrauchers sind nicht erforderlich. Grundsätzlich sollte die Ernährung jedoch ausgewogen und abwechslungsreich gestaltet werden.


Neben der routinemäßigen Kontrolle der Lebensmittel durch die amtliche Lebensmittelüberwachung der Bundesländer stellt das Monitoring ein zusätzliches Instrument des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes dar. Im Rahmen des Monitorings werden auf dem deutschen Markt angebotene Lebensmittel mit dem Ziel untersucht, qualitative und quantitative Daten über das Vorkommen unerwünschter Stoffe zu erhalten.

Das Lebensmittel-Monitoring ist seit 1995 eine eigenständige Aufgabe der amtlichen Lebensmittelüberwachung der Bundesländer. Probenahme und Analyse erfolgt nach einem vom BgVV entwickelten Probenahmeplan, der repräsentative Aussagen zur Belastungssituation der deutschen Verbraucher erlaubt. Organisation, Erfassung und Auswertung der Daten sowie die Information der Öffentlichkeit über die Ergebnisse sind Aufgaben des BgVV.

Die Stoffauswahl wird von Sachverständigen aus den Ländern, der Biologischen Bundesanstalt (BBA) und dem BgVV lebensmittelspezifisch getroffen. Dabei wird eine "legale Anwendung" zugrunde gelegt. Bei Pflanzenschutzmitteln wird also beispielsweise auf Stoffe untersucht, die für die Anwendung bei den im Monitoring enthaltenen Lebensmitteln auch zugelassen sind und deshalb potentiell Rückstände bilden können. Unberücksichtigt bleiben im Monitoring dagegen Stoffe, die seit vielen Jahren nicht mehr zugelassen sind und die damit nur über eine illegale Anwendung zu Rückständen führen könnten, wie dies zum Beispiel bei Nitrofen der Fall war. Von der amtlichen Lebensmittelüberwachung außerhalb des Monitoring durchgeführte Einzeluntersuchungen haben dieses Vorgehen bestätigt: 1.373 Untersuchungen von pflanzlichen Lebensmitteln auf Nitrofen fielen im Jahr 2000 negativ aus.

Ergebnisse der Untersuchungen im Einzelnen:

> In der überwiegenden Zahl der Proben wurden entweder keine oder nur Spuren von Verunreinigungen gefunden.
> In 1,6 Prozent der Proben überschritten die Gehalte an unerwünschten Stoffen die gesetzlichen Höchstmengen.
> Auffällig waren dabei Gurken: In 10,7 Prozent der Proben waren die Höchstmengen für Pflanzenschutzmittel überschritten. Gurken sollten deshalb vor dem Verzehr bzw. der Zubereitung gründlich gewaschen oder geschält werden.
> Säuglings- und Kleinkindernahrung, für die besonders restriktive Höchstmengenregelungen gelten, waren praktisch frei von unerwünschten Stoffen. Nur Obstbrei war vereinzelt unbedeutend kontaminiert.
> Mit Ausnahme von Chinakohl waren die Gehalte an Nitrat in den untersuchten Lebensmitteln gering.
> Sonnenblumenkerne und Erdnüsse waren mit Cadmium belastet.
> Erdnüsse fielen durch erhöhte Aflatoxingehalte auf.
> Während die Höchstmenge für Benzo(a)pyren in Schinken weitestgehend eingehalten wurde, konnte Benzo(a)pyren in über der Hälfte der Olivenölproben nachgewiesen werden - allerdings meist in geringen Konzentrationen.
> Lachs enthielt Blei, Cadmium und Quecksilber, alle unerwünschten Stoffe aber in niedrigen Konzentrationen.

Die detaillierten Untersuchungsergebnisse enthält der Bericht über das Lebensmittel-Monitoring 2000. Er kann gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro schriftlich bei der Pressestelle des BgVV angefordert oder als pdf-Datei auf der Website des Instituts (www.bgvv.de) eingesehen werden.

Das bislang vom BgVV wahrgenommene Lebensmittel-Monitoring wird nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Neuordnung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes im Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weitergeführt.

Dr. Irene Lukassowitz | idw
Weitere Informationen:
http://www.bgvv.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik stimuliert Bakterien im Meer
17.04.2018 | Universität Wien

nachricht Wälder beeinflussen den globalen Quecksilber-Kreislauf maßgeblich
13.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Zentrum für Material- und Küstenforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics