Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energiekosten: Verwaltungen und Kommunen lassen sparen

11.12.2000


"Energiespar-Contracting": Mehr Geld in öffentlichen Kassen
und Beitrag zum Klimaschutz - Neuer Ratgeber vorgestellt

Viele öffentliche Gebäude haben einen unnötig hohen Energieverbrauch. Das muss nicht sein: Es widerspricht nicht nur dem Stand der Technik, es läuft auch den Zielen der Klimaschutzpolitik der Bundesregierung zuwider. Abhilfe soll das "Energiespar-Contracting" bringen. Hierbei erschließt ein externer Dienstleister Energiesparmöglichkeiten in öffentlichen Gebäuden und setzt konkrete Maßnahmen in eigener Verantwortung um. Die notwendigen Investitionen werden aus den eingesparten Kosten finanziert. Folge: Die Betriebskosten sinken, ohne die öffentlichen Investitionshaushalte zu belasten. Die Parlamentarische Staatssekretärin Simone Probst und der Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge, stellten auf einer Fachtagung in Berlin die Vorteile des innovativen Konzeptes in Form eines Ratgebers vor.

"Klimaschutz ist ein zentrales Anliegen der deutschen Umweltpolitik. Alle Akteure müssen hierzu ihren Beitrag liefern - auch die Bundesregierung stellt sich dieser Verantwortung", betonte Probst zu Beginn der Tagung. Im kürzlich verabschiedeten Klimaschutzprogramm der Bundesregierung liege ein Schwerpunkt in den Gebäuden, die über erhebliche Einsparpotenziale verfügen. "Gerade hier können Bund, Länder, Städte und Kommunen noch viel für den Klimaschutz tun", bekräftigte die Parlamentarische Staatssekretärin. Das Ministerium selbst habe sich zum Ziel gesetzt, 30 Prozent seiner CO2-Emissionen bis 2005 zu reduzieren. "Dabei ziehen wir auch die Möglichkeit des Energiespar-Contracting in Betracht", erklärte Probst. "Energiespar-Contracting dient dem Klimaschutz und schont zugleich die öffentlichen Haushaltskassen", hob UBA-Präsident Troge hervor. Erfolgreiche Beispiele nennt die Broschüre "Energiespar-Contracting als Beitrag zu Klimaschutz und Kostensenkung". Erarbeitet wurde sie von der Arbeitsgemeinschaft Öko-Institut Büro Berlin und Berliner Energieagentur. Sie ist kostenlos beim Umweltbundesamt erhältlich.

... mehr zu:
»Energiekosten »Klimaschutz

Das Prinzip des "Energiespar-Contracting" ist einfach: Grundlage ist ein Vertrag zwischen einem Gebäudeeigner (Auftraggeber) und einem Energiedienstleister - dem Contractor -, um Energie zu sparen und Kosten in den Liegenschaften zu senken. Der Contractor investiert in Maßnahmen zur Energieeinsparung und finanziert diese. Seine Aufwendungen lässt er sich durch den Erfolg der Energieeinsparmaßnahmen - eine Beteiligung an den reduzierten Energiekosten - vergüten. Vorteil: Der Gebäudeeigner muss nicht investieren, trägt kein Risiko und ist trotzdem am Erfolg der Einsparmaßnahme beteiligt.
Ergebnis: Die Betriebskosten sinken, ohne die öffentlichen Investitionshaushalte zu belasten. Der Clou: Energiespar-Contracting entlastet die öffentlichen Haushaltskassen, schützt das Klima und schafft Arbeitsplätze.
Troge räumte ein, dass es auch Vorbehalte gegen das Contracting gebe. Das liege an unterschiedlichen Genehmigungsvorschriften und haushaltsrechtlichen Handhabungen in den einzelnen Bundesländern. "Eine Anpassung an die weniger restriktiven Vorgaben der Länder Nordrhein-Westfalen und Hessen würde die Umsetzung solcher Projekte erleichtern", so der UBA-Präsident. Dem Einwand, durch sinkende Energiekosten lohne sich das Sparen nicht, kontert Troge mit der Feststellung, dass die Preise gegenwärtig und erst recht längerfristig steigen. In vielen öffentlichen Gebäuden seien zudem so große Einsparpotenziale vorhanden, dass deren Erschließung auch bei heutigen - niedrigen - Preisen wirtschaftlich sei.

Auch Simone Probst unterstrich angesichts des sich abzeichnenden langfristigen Strompreisanstiegs und dem "Ende der paradiesischen Zustände beim Erdölpreis" die Bedeutung des Contractings. "Energiespar-Contracting macht gerade heute Sinn. Ich sehe keinen Grund, Entwarnung zu geben. Im Gegenteil: Es gibt viele Argumente, Entlastung zu suchen und nicht länger abzuwarten", betonte die Staatssekretärin.
Der Ratgeber gibt konkrete Tipps. Er verweist auf rund 50 erfolgreiche Projekte in Schulen, Krankenhäusern, Bibliotheken, Universitäten, Verwaltungsgebäuden und sonstigen Einrichtungen. Für jedes Projekt werden die wichtigsten Fakten zusammengestellt und ein Ansprechpartner genannt.

Berlin, den 11.12.2000

Der Ratgeber "Energiespar-Contracting als Beitrag zu Klimaschutz und Kostensenkung" ist kostenlos zu beziehen beim Umweltbundesamt, Zentraler Antwortdienst, Postfach 33 00 22, 14191 Berlin, Telefax 030/89 03-2912. Dort ist auch ein Faltblatt erhältlich.

Karsten Klenner | idw

Weitere Berichte zu: Energiekosten Klimaschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Konzept der Universität Rostock zur Ölhavarie-Bekämpfung erfolgreich auf der Warnow erprobt
07.12.2017 | Universität Rostock

nachricht Aquakultur: Neues Verfahren spürt Umweltbelastungen durch Lachsfarmen schneller auf
05.12.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

11.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet

11.12.2017 | Förderungen Preise

Der Buche in die Gene schauen - Vollständiges Genom der Rotbuche entschlüsselt

11.12.2017 | Biowissenschaften Chemie