Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biospritgewinnung gefährdet Hunderte Tierarten

08.07.2008
20.000 Hektar Regenwald sollen in Kenia abgeholzt werden

Im kenianischen Tana River Delta sollen nach Vorstellungen der dortigen Regierung 20.000 Hektar Waldfläche dem Anbau von Zuckerrohr zum Opfer fallen.

Dies entspricht etwa der Fläche von Stuttgart. "Das Programm wird Tausende neue Jobs schaffen und unser Land wirtschaftlich voranbringen", heißt es vonseiten der kenianischen Regierung. Umweltschützer sprechen hingegen von ökologischem Wahnsinn. "Für viele Tierarten ist das Abholzen der Wälder das Todesurteil", erklärt Greenpeace-Klimaexperte Jurrien Westerhof gegenüber pressetext. Nur wenige Spezies könnten sich derart starken Veränderungen ihrer Umgebung anpassen und auch unter neuartigen Lebensbedingungen weiter existieren. Für die Vielzahl würde es aber den sicheren Tod bedeuten. Insgesamt seien durch das Vorhaben mehr als 350 Tierarten, darunter einige seltene Elefanten-, Reptilien- und Vogelarten bedroht, heißt es von lokalen Naturschutzverbänden.

Um das angebaute Zuckerrohr vor Ort verarbeiten zu können, soll gut 100 Kilometer nördlich der Hafenstadt Mombasa eine Veredelungsanlage errichtet werden, in der jährlich 23 Mio. Liter Bioethanol produziert werden können. Durch Kraft-Wärme-Kopplung soll diese zudem 34 Megawatt Strom am Tag erzeugen und so einen erheblichen Teil des kenianischen Strombedarfs decken.

... mehr zu:
»Abholzung

Auch an der Elfenbeinküste soll der Lebensraum einer bereits als ausgestorben geltenden und erst vor Kurzem wieder entdeckten Affenart zu Gunsten der Agrarwirtschaft gerodet werden. "Die Miss Waldrons Roten Stummelaffen wurden seit 1978 nicht mehr gesichtet und 2000 als ausgestorben erklärt", erzählt Inza Kone von der Universität in Cocody an der Elfenbeinküste. Doch im März diesen Jahres wurden wenige Exemplare wieder im Tanoé-Wald gehört. Derzeit plane das Unternehmen PALMCI, an dem der Unileverkonzern Anteile hält, 6.000 Hektar zu roden, um dort Ölpalmen zu pflanzen. Die neuen Anbaugebiete seinen notwendig geworden, da in bisherigen Anbauregionen in Südostasien kein Platz mehr sei und die Nachfrage nach Produkten, die aus Ölpalmen hergestellt werden, stetig steige, erklärt Unilever. Neben dem Miss Waldrons Roten Stummelaffen seien weitere Tierarten von den geplanten Abholzungen bedroht. "In den Baumkronen leben zudem die vom Aussterben bedrohten Geoffroy-Stummelaffen und die Diana-Meerkatzen. Beide können ohne den tropischen Regenwald nicht überleben", sagt Paul N`Goran vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

Auf Nachfrage von pressetext gab Unilever nun jedoch bekannt, dass die Abholzung erst einmal ausgesetzt sei. "Es ist eine Umweltverträglichkeitsstudie in Auftrag geben worden und erst wenn deren Ergebnisse vorliegen, wird über weitere Schritte entschieden", erklärte Katja Praefke, Pressesprecherin von Unilever Deutschland http://www.unilever.de , auf Anfrage von pressetext. "Sollten die Ergebnisse zeigen, dass keine ökologische Lösung zu finden ist, kann es gut sein, dass wir auf eine weitere Abholzung des Tanoé-Waldes verzichten."

Erik Staschöfsky | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.at

Weitere Berichte zu: Abholzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Gebietsfremde Arten weltweit auf dem Vormarsch
15.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten