Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weniger Hochwasserschäden durch naturbelassene Auen

18.10.2000


Lehrstuhl für Physikalische Geographie der Universität Saarbrücken entwickelt in Zusammenarbeit mit dem BUND Saar Auenschutzkonzept für das Saarland

Die Auswirkungen der Hochwasser der 90er Jahre sind noch in lebendiger Erinnerung und die Bedeutung von Überflutungsflächen wurde uns bei diesen teilweise katastrophalen Hochwassern drastisch vor Augen geführt.

Vor diesem Hintergrund wird am Lehrstuhl für Physikalische Geographie (Professor Dr. Ernst Wolfgang Löffler) in Kooperation mit dem BUND für Umwelt und Naturschutz (BUND), Landesverband Saarland e.V. eine Studie durchgeführt, die sich mit den Auen der saarländischen Gewässer im Hinblick auf ihre Ökologie, Struktur und Dynamik und vor allem ihrer Rolle als potentieller Retentionsraum befasst.

Die von der Saartoto-Gesellschaft finanzierte und durch das Ministerium für Umwelt durch Datenbereitstellung unterstützte Untersuchung soll im Sinne einer nachhaltigen Umweltvorsorge ein Konzept zum Schutz und zur Entwicklung der saarländischen Auenstandorte liefern. Vorhandene Umweltdaten werden auf ihre Eignung zur Klassifizierung der Auen geprüft. Dabei spielt die Interpretation aktueller digitaler Orthofotos (entzerrte Luftbilder) eine zentrale Rolle. Die Erfassung des augenblicklichen Zustandes der Auen durch Kombination relevanter Parameter erfolgt mit Hilfe eines geographischen Informationssystems. Neben der Art der Landnutzung und dem Bebauungsgrad spielen hierbei vor allem auch geomorphologische und hydraulische Faktoren eine Rolle. Nach deren Erscheinungsbild und Muster werden die Überflutungsräume in homogene Abschnitte unterteilt und hinsichtlich ihrer ökologischen Funktionsfähigkeit analysiert und bewertet. Neben den morphologischen Merkmalen des Überflutungsraumes spielt insbesondere der steuernde Einflussder Fließgewässer als integraler Bestandteil der Aue eine zentrale Rolle. Der am Lehrstuhl für Physikalische Geographie erstellte Gewässertypenatlas des Saarlandes liefert diesbezüglich wichtige Grundlagendaten.

Bisher wurden die beiden Einheiten Fließgewässer und Aue bzw. Überflutungsraum meist getrennt voneinander betrachtet. Fließgewässer und Auen stellen jedoch eine durch zahlreiche Rückkoppelungsmechanismen verbundene ökologisch dynamische Einheit dar. So reduzieren beispielsweise die meist durch anthropogenen Einfluss (Begradigung, Ausbau, Kanalisierung) übertieften kleinen Fließgewässer in der offenen Landschaft die Überflutungshäufigkeiten in diesen Gebieten deutlich. Gerade aber diese Gebiete sollten als Überflutungs- bzw. Retentionsraum zur Verfügung stehen, um Flutspitzen zu kappen und damit Überschwemmungen im besiedelten Bereich zu reduzieren. Zur Bewertung des Retentionsvermögens werden beispielhaft einzelne Strecken ausgewählt und unter Berücksichtigung hydrologischer Aspekte näher untersucht. Außerhalb besiedelter Bereiche sollen Hochwasser ausufern können. Eine möglichst naturnahe Aue ist daher wünschenswert.

Der Schwerpunkt der Studie liegt in der Bereitstellung einer Planungsgrundlage, die sowohl Aspekte des Natur- bzw. Artenschutzes als auch der Wasserwirtschaft berücksichtigt. Sie ermöglicht eine Bewertung des aktuellen Zustands der saarländischen Gewässer-Aue-Systeme und schlägt Maßnahmen zum Schutz und zur Entwicklung dieser sensiblen Standorte vor.

Weitere Fragen beantwortet Ihnen gerne

Dipl.-Geogr. Christoph Kinsinger,
Dipl.-Geogr. Ulrich Honecker

Universität des Saarlandes

... mehr zu:
»Fließgewässer

Fachrichtung Physische Geographie
Zentrum für Umweltforschung
Saarbrücken-Dudweiler

Tel. 06897-798234


E-Mail: c.kins@rz.uni-saarland.de
E-Mail:u.honecker@zr.uni-saarland.de

Tamara Weise | idw

Weitere Berichte zu: Fließgewässer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie