Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftliche Standardisierung für Artenschutz

23.06.2008
Vereinheitlichtes System bei Vogelarten im Versuch

Artenschutz soll, so will es zumindest internationale Gruppen von Naturschützern, wissenschaftlich standardisiert werden. Dieser Schritt sei notwendig, um die Probleme, die sich aus dem Artenschutz ergeben, ernstlich wissenschaftlich zu verfolgen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner Online-Ausgabe. Wie auch bei anderen wissenschaftlichen Disziplinen müsse man deutliche Taten setzen, so die Forscher.

Das neue System kann dann von der "Roten Liste" der World Conservation Union (IUCN) bis hin zu anderen wissenschaftlichen Arbeiten an Vogelschutzexperten in Ostafrikas verwendet werden. "Wissenschaft zeichnet sich zum Beispiel dadurch aus, dass Forscher zur Definition verschiedener Phänomene dieselben Termini verwenden", so Nick Salafsky von der Foundation of Success, einer Umweltschutzorganisation in Bethesda/Maryland. Daher gehe es darum zu standardisieren. "Wir haben auch entdeckt, dass die IUCN an genau demselben Projekt einer Vereinheitlichung arbeitet", erklärt Salafsky.

In der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Conservation Biology werden nun sechs verschiedene Dimensionen, die zur Definition eines Umweltschutzprojekts herangezogen werden können, vorgestellt. Dazu gehören das Ziel eines Forschungsvorhabens sowie die Menschen und Gruppen, die darin implementiert sind. Weitere Bestandteile sind die Symptome der Zerstörung eines Lebensraumes, die Ursachen dafür und die notwendigen Schritte, die unternommen werden können, um der Zerstörung entgegenzuwirken.

... mehr zu:
»Artenschutz

In der Praxis funktioniert dieses System übrigens hervorragend, wie die britische Umweltorganisation BirdLife in einer Untersuchung an rund 1.200 Vogelarten festgestellt hat. Das vorhergehende System der Erfassung kam zum Schluss, dass mehr als 90 Prozent der Vogelspezies durch Habitatsverlust bedroht sind. In der neuen Klassifizierung wird das Ergebnis in sehr sinnvolle Sub-Kategorien wie Landwirtschaft und Urbanisation aufgeteilt. "Habitatsverlust kam immer als Bedrohungsgrund heraus", meint Stuart Butchart, Koordinator des BirdLife Global Species Programme. Der Vorteil des neuen Systems sei, dass es die Bedrohung genauer feststellt. "Und das ein logischer Weg Bedrohungen zu analysieren." Dem stimmt auch der Biologe Andrew Balmford von der University of Cambridge zu. "Bisher gab es kein einheitliches System, das die Bedrohungen genauer unter die Lupe nimmt und beurteilt", meint der Forscher. Vereinheitlichte Systeme wären allerdings sehr gut für die gesamte Kommunikation, aber auch für die Praxis und für die Trendanalyse.

Wie dramatisch die Lage auch in Europa ist, schildert IUCN-Europa-Direktor Tamas Marghescu anhand eines Beispiels: Ein Sechstel aller Säugetiere Europas ist nach dem IUCN-Bericht vom Aussterben bedroht. "Wenn dieser Trend nicht rasch in eine andere Richtung geht, wird das Ziel der EU - den Biodiversitätsverlust bis 2010 zu halbieren - nicht erreicht werden", meint Marghescu. Von den rund 250 Säugetierspezies, die in Europa und im westlichen Teil Russlands vorkommen, gelten nach IUCN-Kriterien 15 Prozent als bedroht. (pressetext berichtete http://www.pte.at/pte.mc?pte=070524001 ). Der Hauptgrund für den Besorgnis erregenden Zustand ist die Vernichtung der Lebensräume.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.iucn.org
http://www.fosonline.org
http://www.birdlife.org

Weitere Berichte zu: Artenschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise