Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Südseestaat Kiribati droht zu versinken

09.06.2008
Dramatischer Appell des Präsidenten über Klima-Flüchtlinge

Nach dem drohenden Untergang des Inselstaats Tuvalu richtet nun das Nachbarland Kiribati einen dramatischen Appell an Australien und Neuseeland. Der kiribatische Präsident Anote Tong bittet darin Australien und Neuseeland sich der Klimaflüchtlinge aus seinem Land anzunehmen, berichtet der neuseeländische Fernsehsender TV3.

Tong hatte bei einer Konferenz in Wellington unterstrichen, dass der Point-of-No-Return bei den negativen Folgen der Treibhausgasemissionen bereits erreicht sei. Das Worst-Case-Szenario für Kiribati könnte bedeuten, dass gegen Ende des Jahrhunderts die flachen Atolle unter Wasser stehen. Für die knapp 94.000 I-Kiribati - wie sich die Einwohner nennen - bedeutet dies, dass sie sich eine neue Heimat suchen müssen.

"Die Klimaveränderung ist nicht Frage der wirtschaftlichen Entwicklung, sondern eine Frage des menschlichen Überlebens", so Tong, der an der London School of Economics studiert hat. "Dörfer, die Jahrzehnte, möglicherweise sogar hundert Jahre lang an einem Platz gestanden haben, müssen jetzt umgesiedelt werden", erklärt Tong.

Die Landfläche des aus 33 Atollen in drei Inselgruppen geteilten Staates, beträgt nur knapp 700 Quadratkilometer - allerdings verteilt auf mehr als fünf Mio. Quadratkilometer. Mit Ausnahme der Insel Banaba, der ehemaligen Ocean Island, die sich 70 Meter aus dem Ozean erhebt, ragen die anderen Inseln nur maximal drei bis vier Meter aus dem Meer. "Die Problematik ist genau die gleiche wie in Tuvalu", meint im pressetext-Interview Chris Horner, der gemeinsam mit Gilliane Le Gallic die Filmdokumentation " The Disappearing of Tuvalu - Trouble in Paradise" gedreht hat. Kiribati und Tuvalu bildeten einst die britische Kolonie Gilbert & Ellice Islands. Die beiden Inselgruppen, die eine sehr ähnliche Topographie aufweisen, sind seit den späten 1970er Jahren unabhängige Staaten im Commonwealth.

Nach Angaben der australischen National Tidal Facility sei der Meeresspiegel in den vergangenen zehn Jahren nur minimal gestiegen, wie die australische Forscherin Fiona Kotvojs gegenüber pressetext bestätigt. "Es gibt nicht einmal Beweise dafür, dass das einmal passieren wird." Was allerdings sehr wohl passiert, und das bereitet der Bevölkerung große Sorgen, sind Springfluten, die immer wieder die Pflanzungen überschwemmen. "Die porösen Korallenböden eignen sich ohnehin nicht wirklich gut für Landbau", erklärt auch Horner. Ein weiteres Problem ist auch die Wasserversorgung. Besonders die südlichen Inseln der Gilbert-Gruppe litten in den vergangenen Jahren unter Trockenheit, wie dies Mitarbeiter des US-Peace-Corps bestätigen.

Nicht alle stimmen der Theorie vom Untergang der Inseln zu. Einige der Bewohner der Inseln kritisieren, dass die viel zitierte Bodenerosion, bei der Fluten Teile der Inseln abtragen, an anderen Stellen allerdings wieder neu auftragen, als natürlichen Lauf der Dinge. "Mit Zunahme der Bevölkerungsdichte auf Funafuti, dem Hauptatoll Tuvalus, sind auch die Probleme größer geworden", bestätigt der Pfarrer Camille DesRosiers, der seit 20 Jahren die katholische Mission in Tuvalu leitet. Dazu gehöre auch das auf beiden Hauptinseln - Tarawa und Funafuti - existierende gewaltige Müllproblem. Jedes Konsumgut, das gut verpackt hier landet, bleibt auch hier und so türmen sich auf der kleinen Landfläche Abfälle aller Art.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tv3.co.nz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie gefährlich ist Reifenabrieb?
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Verbreitung von Fischeiern durch Wasservögel – nur ein Mythos?
19.02.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics