Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gute Nachricht für umweltbewusste Kraftfahrer: Rapsöl tanken in garantierter Qualität

24.05.2000


Für den umweltschonenden Kraftstoff Rapsöl gibt es nun - wie auch für herkömmlichen Dieselkraftstoff - eine Qualitätsrichtlinie: Unter Leitung der Bayerischen Landesanstalt für Landtechnik, TU München in Freising-Weihenstephan, einigten sich am Dienstag, dem 23. Mai 2000, Hersteller und Umrüster von Pflanzenölmotoren, Ölmühlenbetreiber und Wissenschaftler auf einen "Qualitätsstandard für Rapsöl als Kraftstoff". Dieser soll den zuverlässigen Betrieb von Pflanzenölmotoren in Fahrzeugen und Blockheizkraftwerken gewährleisten und als Grundlage für zukünftige Motorenentwicklungen dienen.

Wer die Umwelt beim Betrieb von Motoren schonen will, setzt zunehmend auf Biokraftstoffe. Neben dem weithin bekannten Rapsölmethylester ("Biodiesel") kann auch naturbelassenes Rapsöl in dafür geeigneten Dieselmotoren getankt werden. Während es sich bei Biodiesel um ein chemisch umgewandeltes Pflanzenöl handelt, das in herkömmlichen Dieselmotoren eingesetzt werden kann, sind für das Naturprodukt Rapsöl pflanzenöltaugliche Motoren erforderlich. Allerdings lassen sich dabei die Umweltvorteile gegenüber Dieselkraftstoff besonders gut ausnutzen: Rapsöl ist ein nachwachsender Rohstoff und trägt bei seiner Nutzung nicht zum klimaschädlichen Treibhauseffekt bei, ist bei Leckagen im Gegensatz zu Mineralöl innerhalb von drei Wochen nahezu vollständig im Boden abgebaut und ist deutlich geringer toxisch gegenüber Boden- und Wasserorganismen als herkömmliche Kraftstoffe. Außerdem kann Rapsöl regional erzeugt werden, wodurch Transportwege eingespart werden können. Neben den Umweltvorteilen sorgen steigende Mineralölpreise derzeit für eine verstärkte Nachfrage nach Rapsölkraftstoff.

Wie Benzin, Dieselkraftstoff, oder Rapsölmethylester, muss auch Rapsöl gewisse Qualitätsanforderungen erfüllen, damit ein zuverlässiger Motorenbetrieb sichergestellt ist. Die dazu notwendige Qualitätsrichtlinie wurde in mehrjährigen wissenschaftlichen Arbeiten federführend von der TU München in Freising-Weihenstephan (Arbeitsgruppe Pflanzenöle der Bayerischen Landesanstalt für Landtechnik) erarbeitet.

Am Dienstag trafen sich rund 50 Experten aus Wissenschaft, Industrie und Praxis in Straubing, dem Standort des künftigen Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe, um die Arbeiten abzuschließen. Der Gastgeber, Straubings Oberbürgermeister Reinhold Perlak, begrüßte die Teilnehmer, namentlich Dr. Christoph Rappold, den Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, das die begleitenden Forschungsarbeiten finanzierte.

In Vorträgen stellten Dr. Bernhard Widmann, Edgar Remmele und Klaus Thuneke von der TU München sowie Dr. Thomas Wilharm von der Analytik-Service-Gesellschaft mbH, Augsburg, die Ergebnisse der Forschungsarbeiten vor. Durch zahlreiche Ölanalysen wurden die Grundlagen für die Festlegung von Kriterien und Grenzwerten für die Rapsölqualität erarbeitet. Außerdem wurden geeignete Analyseverfahren ausgewählt und für wichtige Kenngrößen Schnelltests entwickelt und vorgestellt.

In der abschließenden Diskussion mit den Vertretern der Motorenhersteller und -umrüster, Ölmühlenbetreiber, Ministerien, Behörden und Verbänden sowie Wissenschaftlern aus mehreren Bundesländern wurde der "Qualitätsstandard für Rapsöl als Kraftstoff (RK-Qualitätsstandard)" gemeinsam verabschiedet. Diese Richtlinie, die im gesamten Bundesgebiet und in Österreich auf großes Interesse stößt, legt die für den zuverlässigen Betrieb pflanzenöltauglicher Motoren notwendigen Qualitätskenngrößen fest und dient gleichzeitig als Grundlage für zukünftige Motorenentwicklungen. Somit wurde ein wichtiger Schritt für den weiteren Durchbruch von Biokraftstoffen getan.

Weitere Informationen und Fotomaterial sind erhältlich bei:

... mehr zu:
»Biokraftstoff

TU München
Bayerische Landesanstalt für Landtechnik
Vöttinger Str. 36

85350 Freising
Tel.: 08161/71-4130
Fax.: 08161/71-3895

Dieter Heinrichsen | TFZ
Weitere Informationen:
http://www.tfz.bayern.de

Weitere Berichte zu: Biokraftstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Artenschützer schlagen Alarm: Papageien noch bedrohter als befürchtet
15.09.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie