Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Expertenwarnung: Küsten besser schützen

03.06.2008
Mio. von Menschen unmittelbar bedroht

Das globale Küstenmanagement, wie es derzeit praktiziert wird, ist ineffektiv und gefährdet Millionen von Menschen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der UN University, die diese Woche in New York präsentiert wird. Die Experten fordern mehr Schutz der sensiblen Regionen.

Buchten und Flachwassergebiete, Seegraswiesen und Korallenriffe, Mangroven und Feuchtgebiete haben in den vergangenen 50 Jahren durch die stetige Besiedlung der Menschen stark abgenommen bzw. sind enorm unter Druck geraten. Auch Begradigung und Veränderung der Küstenlinien sowie zunehmende Verschmutzung haben diesen Gebieten stark zugesetzt.

Weltweit leben 40 Prozent der Gesamtbevölkerung an Küsten oder in Regionen, die innerhalb eines Radius' von 50 Kilometern vom Ozean entfernt liegen. Wenn die Entwicklung weiter so fortschreite wie jetzt, werden bis 2050 rund 91 Prozent aller Küsten durch menschliche Entwicklung verändert sein, kommt der Bericht zum Schluss. Das katastrophale daran sei, dass diese Entwicklung vielfach schlecht geplant sei.

... mehr zu:
»Küstenmanagement

Die negativen Auswirkungen, die den Wissenschaftlern Sorgen bereiten, sind unter anderem die Zunahme der großflächigen Landwirtschaft in Ozeannähe und damit verbunden der vermehrte Eintrag von Chemikalien daraus. Überdüngung führt etwa zur Bildung von Todeszonen wie etwa der 70.000 Quadratkilometer großen Fläche im Golf von Mexiko (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070720001 ).

Ein weiterer Problemkreis ist die Zunahme der Umweltverschmutzung generell. Auch der Fremdenverkehr und die Errichtung von touristischer Infrastruktur führen vielfach zur unwiderruflichen Zerstörung von sensiblen Küstenregionen. Nicht nachhaltige Fischerei, die Fischgründe ausbeutet und damit die Lebensgrundlage für nachkommende Generationen wegnimmt, hat bereits in vielen Gebieten zu wirtschaftlichen Katastrophen geführt.

"Die meisten Menschen verstehen nicht, dass die Küstenregionen gewaltige wirtschaftliche, kulturelle und ästhetische Werte darstellen", kritisiert Studienautor Peter Sale. Die rasante Bevölkerungszunahme sorge dafür, dass der Druck auf diese Regionen noch zunehme. Der Satz "Was gestern noch gut ging, geht auch morgen gut" sei nicht mehr gültig. Hindernisse in der Durchsetzung eines adäquaten Küstenmanagements scheitere zudem oft an der Rechtsprechung und an Problemen der Kompetenzverteilung.

"Wirklich integrierter Küstenschutz ist aber logisch und notwendig, konnte aber in der Vergangenheit nur sehr schwer erreicht werden." Der adäquate Schutz und das Management scheiterten zudem auch häufig an der mangelnden Mitarbeit der lokalen Bevölkerung, die sich dadurch in ihren Rechten eingeschränkt fühlt. Die derzeit errichteten 4.600 marinen Schutzgebiete sind bloß ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn damit werden nur 1,4 Prozent der globalen Küsten geschützt.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.inweh.unu.edu

Weitere Berichte zu: Küstenmanagement

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Konzept der Universität Rostock zur Ölhavarie-Bekämpfung erfolgreich auf der Warnow erprobt
07.12.2017 | Universität Rostock

nachricht Aquakultur: Neues Verfahren spürt Umweltbelastungen durch Lachsfarmen schneller auf
05.12.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einmal durchleuchtet – dreifacher Informationsgewinn

11.12.2017 | Physik Astronomie

Kaskadennutzung auch bei Holz positiv

11.12.2017 | Agrar- Forstwissenschaften

Meilenstein in der Kreissägetechnologie

11.12.2017 | Energie und Elektrotechnik