Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verlust der Natur kostet extrem viel Geld

30.05.2008
Ärmere Länder am Schlimmsten betroffen

Die Zerstörung von Flüssen, Wäldern und Ozeanen wird die Wirtschaft drastisch treffen. Nach Schätzungen von Experten wird das globale BIP aus diesen Gründen bis 2050 um rund sieben Prozent schrumpfen.

Vor allen die ärmeren Länder werden unter der Situation extrem leiden. Ihnen droht nach dem Bericht zur Abschätzung des ökonomischen Werts der ökologischen Vielfalt (TEEB - The Economics of Ecosystems and Biodiversity) die Halbierung des zum Teil ohnehin kargen Lebensstandards. Im Rahmen der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn hat der Studien-Hauptautor Pavan Sukhdev, ein "umfassendes und überzeugendes Geschäftsmodell für die Erhaltung der biologischen Vielfalt" vorgestellt.

Der nunmehr vorliegende Zwischenbericht biete eine umfassende und überzeugende ökonomische Begründung für den Schutz der Biodiversität, berichtet BBC-Online. Die Untersuchung wurde 2007 durch den deutschen Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und EU-Kommissar Stavros Dimas initiiert und wird bis zum Jahr 2010 andauern. An der Koordination und der Erstellung des Zwischenberichtes waren neben zahlreichen internationalen Experten auch Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung UFZ http://www.ufz.de beteiligt.

"Die zugrunde liegende Idee des gesamten Projekts liegt darin, Ökosysteme auch als wirtschaftliches Gut zu erfassen und dementsprechend zu bewerten", erklärt Christoph Schröter-Schlaack, Projektkoordinator beim UFZ im pressetext-Interview. Es sei ein neuer Denkansatz, natürliche Gebiete als Wirtschaftsgüter zu sehen, obwohl bei der ersten Betrachtung ein Wald zum Beispiel keinen unmittelbaren Preis erzielen könne. "Sieht man einen Wald hingegen als Schutz vor Hochwässern oder Überschwemmungen, dann kann man den Wert des Waldes mit den Kosten, die zur Errichtung von Dämmen oder Hochwasserschutz notwendig sind, bewerten", erklärt Schröter-Schlaack. Das heißt, dass es nun darum gehe, den Wert der "natürlichen Dienstleistung" eines Habitats zu erfassen. "Wir sind nun darum bemüht, diesen Wert zu ermitteln und auch den Markt für solche Dienstleistungen zu schaffen, beziehungsweise zu beschreiben." Viele dieser Naturdienstleistungen sind bisher noch unklar, weil sie noch nie zuvor berechnet wurden.

"Gerade die aktuelle Klimadiskussion macht zum Beispiel deutlich, dass Länder mit hohem Waldanteil gute CO2-Speicher bilden, in denen die Emissionen gebunden werden."

Damit würden diese Wälder zu einem Wirtschaftsgut werden, das auch bewertet werden könne. "Wir wollen zeigen, dass die finanzielle Unterstützung zum Erhalt von Lebensräumen nicht bloß guter Wille der Industrienationen, sondern ein ökonomisches Muss sind", betont der Experte, der allerdings einräumt, dass dazu ein globales Umdenken erforderlich sei. "Unter den indigenen Völkern Brasiliens etwa stößt dieses Projekt auf zunehmende Akzeptanz." Hier gehe es darum, Regenwälder nicht abzuholzen, erklärt Schröter-Schlaack abschließend gegenüber pressetext.

Im BBC-Bericht wird der Karibikstaat Haiti als ein Beispiel für ein ökologisch zerstörtes Gebiet abgegeben: Jahrelange Waldrodungen haben zu starken Bodenerosionen geführt. Die Folge waren minderwertige Böden. Trotz des wirtschaftlichen Gewinns aus dem Verkauf der Tropenhölzer, ist der Schaden hier größer als der Nutzen. Haiti ist heute das ärmste Land des gesamten Doppelkontinents Amerika.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ufz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hochmodernes Forschungsflugzeug fliegt zurzeit über Europa
17.07.2017 | Universität Bremen

nachricht Baumgrenze wird nicht allein durch das Klima bestimmt
03.07.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten