Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Repräsentative Untersuchung der Grundwasserfauna von Baden-Württemberg

05.07.2002


Grundwasser ist nicht nur eine Ressource, sondern auch einer der größten und ältesten Lebensräume Mitteleuropas. Über die dort lebenden Tiere ist allerdings nur wenig bekannt. Weltweit zum ersten Mal, soll mit der repräsentativen Erfassung in Baden-Württemberg die Grundwasserfauna eines ganzen Landes beschrieben werden. Mit den Untersuchungen wurde das Institut für regionale Umweltforschung und Umweltbildung (IFU) der Universität in Landau von der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LfU) beauftragt. Dieses Projekt werde wichtige neue Erkenntnisse über die Verbreitung und die Ökologie der Grundwassertiere liefern, erklärte der Biologe Dr. Hans Jürgen Hahn, Geschäftsführer des IFU. Realisierbar wurden Untersuchungen in diesem Umfang dank neuer, an der Universität in Landau weiterentwickelter und erprobter Sammelmethoden.

Bereits Anfang der 90er Jahre hat Baden-Württemberg, unter Mithilfe der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg, ein Pilotprojekt zur Grundwasserfauna durchgeführt. Dieses Pilotprojekt war allerdings auf zwei von insgesamt 19 Grundwasserlandschaften in Baden-Württemberg beschränkt. Trotz dieser Pilotrolle Baden-Württembergs seien in den letzten Jahren nur bescheidene Fortschritte in der bundesweiten Erforschung dieses "vergessenen Biotops" erzielt worden, so Hahn. Daraus resultiere eine wesentlich Kenntnislücke beim Schutz und bei der ganzheitlichen Betrachtung des Ökosystems Grundwasser. Diese Kenntnislücke stehe im Widerspruch zur Konferenz von Rio de Janeiro, die dem Erhalt und der Erforschung der biologischen Vielfalt hohe Priorität eingeräumt habe. Da über die Verbreitung und die Ökologie der Grundwassertiere, nicht nur in Baden-Württemberg, nur wenig bekannt sei, beziehe sich der bisherige Grundwasserschutz hauptsächlich auf die Nutzungsfähigkeit des Grundwassers als Trinkwasser. Was bislang völlig fehle sei der Schutz des Grundwassers als Lebensraum, kritisiert Hahn.

Die Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LfU) hat nun einen entscheidenden Schritt getan, indem sie das Landauer Institut mit der Durchführung einer repräsentativen Studie beauftragt hat. Das neue Projekt wird sich über alle im Land vorhandenen 19 Grundwasserlandschaften erstrecken, so dass erstmals ein landesweites Bild über die Grundwasserfauna in Baden-Württemberg gelingen kann. Das Projekt startete im Sommer 2001 mit der Auswahl von 250 Messstellen und der Information der Messstellenbetreiber über die bevorstehenden Fangkampagnen. Bis Dezember 2002 wird jede Messstellen jeweils zwei- bis dreimal beprobt. Das Verfahren ist sehr aufwendig, da häufig an Beobachtungsrohren mit über 100 Meter Tiefe; an Wasserwerken, Schachtbrunnen und Brunnen, auch bei Schnee in den Mittelgebirgen bis 1.400 Meter Höhe Wasserproben entnommen werden müssen. Erst nach Abschluss dieser umfassenden Messungen kann die Bestimmung der Grundwasserfauna erfolgen. Der abschließende Bericht soll im Herbst 2003 vorliegen.

Kontakt:

Dr. Hans Jürgen Hahn, Universität Koblenz-Landau
Campus Landau, Im Fort 7, 76829 Landau
Institut für Biologie
Telefon: 06341 280 - 211
Telefax: 06341 280 - 367;
E-Mail: hjhahn@uni-landau.de

Klaus-Peter Barufke
Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg,
Referat: Grundwasser, Baggerseen
Benzstraße 5, 76185 Karlsruhe
Tel: 0721 983-1378
Telefax: 0721 983-1514
E-Mail: klaus-peter.barufke@lfuka.lfu.bwl.de

Bernd Hegen | idw

Weitere Berichte zu: Grundwasser Grundwasserfauna Landesanstalt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Gebietsfremde Arten weltweit auf dem Vormarsch
15.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ursache für eine erbliche Muskelerkrankung entdeckt

22.02.2017 | Medizin Gesundheit

Möglicher Zell-Therapieansatz gegen Zytomegalie

22.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften