Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das sich in Braunalgen angesammelte Jodid beeinflusst das Küstenklima

29.05.2008
Im Rahmen einer internationalen Studie, an der Philippe Potin, Forscher des Labors für Meerespflanzen und Biomoleküle des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS) und der Universität Paris 6, mitgewirkt hat, wurde die chemische Form des Jodids mit Hilfe der Synchrotronstrahlung aufgeklärt.

Das Anion Jodid dient großen Braunalgen (Tang) zur Einlagerung von Jod und wirkt bei Stress auch als Antioxidans zum Schutz der Zellen.

Oxidiert dieses Element nun zum gasförmigen Jod, kann es zur Bildung von Wolken kommen und somit zur Beeinflussung des Küstenklimas. Jod – ein für den Menschen u.a. für die Funktion der Schilddrüse notwendiges Element – wurde vor 2 Jahrhunderten von dem französischen Chemiker Bernard Courtois in Braunalgen entdeckt.

Diese Algen gelten als die effizientesten Jodspeicher auf der Erde und bildeten lange Zeit die einzige Quelle dieser auch als Antiseptikum häufig genutzten Substanz. Jedoch blieben bisher die chemische Form und die biologische Rolle des Jods bei Algen ein Rätsel.

... mehr zu:
»Ozon

Ist Tang gestresst, was durch die Synthese freier Radikaler aus Sauerstoff gekennzeichnet ist, gibt er große Mengen Jod an die Atmosphäre ab. Das geschieht beispielsweise dann, wenn die Algen bei ausgeprägter Ebbe aus dem Meer auftauchen und somit der Dehydrierung, starker Sonneneinstrahlung und dem Ozon ausgesetzt werden. Jodid entgiftet Ozon und andere Oxidansien außerhalb der Zellmembran und schützt somit die Zellen. Diese Reaktionen tragen zur Bildung gasförmigen molekularen Jods bei, das in die Luft gelangt.

Dies führt wiederum zur Bildung von Kernen aus Wassermolekülen und letztendlich von Wolken. Wird Tang von Schadenserregern wie etwa Bakterien, Viren oder Pilzen angegriffen– was ebenfalls zu oxydativem Stress führt - gibt er auch Jodid ins Meereswasser ab.

Diese besonderen Mechanismen, die von den Braunalgen zur Bekämpfung von Stress eingesetzt werden, spielen also eine bedeutende Rolle im biogeochemischen Kreislauf des Jods und in der Zerstörung von Ozon in den unteren Schichten der Atmosphäre. Letzteres hat eine umso größere Bedeutung, als Ozon für die menschliche Gesundheit gefährlich sein kann.

Kontakt: Philippe Potin – Französisches Zentrum für wissenschaftliche Forschung @ potin@sb-roscoff.fr +33 2 98 29 23 75

Quelle: Pressemitteilung des CNRS, 06.05.2008 http://www2.cnrs.fr/presse/communique/1337.htm

Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr

Wissenschaft-Frankreich (Nummer 142 vom 28.05.08)
Französische Botschaften in Deutschland und Österreich
Kostenloses Abonnement durch E-Mail : sciencetech@botschaft-frankreich.de

| Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www2.cnrs.fr/presse/communique/1337.htm
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Berichte zu: Ozon

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Sauerstoffkrisen in der Adria sind nicht nur vom Menschen verursacht
28.03.2017 | Universität Wien

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Warum der Brennstoffzelle die Luft wegbleibt

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chlamydien: Wie Bakterien das Ruder übernehmen

28.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Sterngeburt in den Winden supermassereicher Schwarzer Löcher

28.03.2017 | Physik Astronomie