Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Keine Entwarnung bei großem Korallenriffsterben

26.05.2008
International Coral Reef Initiative muss bei UN-Konferenz gestärkt werden

Der "Schutz der Korallenriffe" muss weiterhin im Bewusstsein der Öffentlichkeit bleiben. Das fordert die International Coral Reef Initiative (ICRI), die das Jahr 2008 zum Internationalen Jahr des Riffes ausgerufen hat. Bei der UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt, die derzeit in Bonn stattfindet, werden heute, Montag, Experten über die Bedeutung und den Zustand der weltweiten Riffe zu Wort kommen.

"Die Daten verheißen nichts Gutes", meint Georg Heiss, Forscher am Berliner Museum für Naturkunde, Projektmanager des Internationalen Jahr des Riffes 2008 in Deutschland und Vorsitzender von Reef Check im pressetext-Interview. Der letzte Status-Report von Clive Wilkinson habe deutlich gezeigt, dass die Regenwälder der Meere in den vergangenen Jahren stärker zurückgegangen sind. "Drei Viertel der Riffe sind stark bedroht, 20 Prozent sind bereits verloren. Ende des Jahres wird es einen neuen Bericht geben", erklärt Heiss. Die Korallenriffe sind bei der diesjährigen Konferenz in Bonn zwar nicht das Hauptthema, allerdings sollte der Schutz dieser wertvollen Lebensräume verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit kommen.

"Wir wollen viele Staaten, aber auch NGOs dazu überreden, Mitglied der International Coral Reef Initiative ICRI zu werden", erklärt Heiss. Die ICRI ist eine lose Gruppierung, die keine verbindlichen Verpflichtungen abgibt, allerdings Rahmenbedingungen zum Schutz der Habitate vorschlägt. Ein bis zwei Mal im Jahr treffen sich die Mitglieder zu einer Versammlung.

... mehr zu:
»ICRI »Korallenriff »Riff »Schutzgebiet

"In Riffen leben etwa ein Viertel aller Fischarten. Etwa 100.000 riffbewohnende Arten sind bislang identifiziert worden, die Gesamtzahl wird auf mindestens eine Million Tier- und Pflanzenarten geschätzt", unterstreicht Heiss die Bedeutung der Korallenriffe. "Korallenriffe sind das Ökosystem mit der höchsten Biodiversität in den Meeren, sie gehen heute aber schneller verloren als die Regenwälder an Land", so Reinhold Leinfelder, Generaldirektor des Museum für Naturkunde in Berlin und Koordinator des Internationalen Jahr des Riffes 2008 in Deutschland. Gehe diese Entwicklung weiter, sei das nicht nur für die Natur sondern auch für den Menschen katastrophal, da etwa 25 Prozent des Fischfangs in Asien von Riffen abhängig ist.

"Der zunehmende Tourismus und die damit verbundene Umweltverschmutzung und Bautätigkeit tragen zwar in einigen Regionen der Welt auch zur Belastung der Riffe bei, aber besonders Sporttaucher sind heute wichtige Multiplikatoren für den Riffschutz und tragen auch durch ihre Teilnahme an wissenschaftlichen Beobachtungsprogrammen wie Reef Check dazu bei, dass wir über den weltweit Besorgnis erregenden Zustand der Riffe genauer Bescheid wissen", meint Heiss. Es sei allerdings dringend notwendig, weitere Schutzzonen zu schaffen. Die Idee der LifeWeb-Initiative des deutschen Umweltministers Sigmar Gabriel hält Heiss für positiv. Gabriel kündigte an, er werde der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn eine "LifeWeb-Initiative" vorschlagen, mit der Deutschland seine Anstrengungen zur Schaffung von Schutzgebieten für sensible Ökosysteme verstärken könne. Der Minister erklärte, dass er die Bereitschaft der Entwicklungsländer, solche zusätzlichen Schutzgebiete auszuweisen, mit zusätzlichen Finanzmitteln der Industriestaaten unterstützen werde.

"Indonesien hat auf dieses Angebot reagiert und vorgeschlagen, das weltweit artenreichste Meeresgebiet dafür zur Verfügung zu stellen", so Heiss. Eine weitere Forderung der Riffschützer ist auch eine bessere Zertifizierung des Aquarienhandels. "Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz wird jährlich mehr als 1.000 Tonnen Lebendmaterial aus Riffen allein nach Deutschland importiert."

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.iyor2008.de
http://reefcheck.de
http://www.icriforum.org

Weitere Berichte zu: ICRI Korallenriff Riff Schutzgebiet

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten