Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bevölkerungsentwicklung und Versorgung

20.05.2008
Neuerscheinung: Population Dynamics and Supply Systems

Während Industrieländer vor dem Problem schrumpfender Gesellschaften stehen, sind Entwicklungsländer mit den Folgen von Urbanisierung, Migration und Bevölkerungswachstum konfrontiert.

Welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen auf die Versorgung mit Wasser, Nahrung und anderen Ressourcen? Die Autorinnen und Autoren des soeben im Campus Verlag erschienen englischsprachigen Bandes "Population Dynamics and Supply Systems. A Transdisciplinary Approach" untersuchen Entwicklungen in Afrika, Asien, dem Nahen Osten und Europa und zeigen, wie Versorgungssysteme an demografische Veränderungen angepasst werden können.

Die Ursachen und Auswirkungen des demographischen Wandels sind in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft hochaktuell und werden verstärkt zum Gegenstand heftiger Debatten. Aus einer globalen Perspektive ist dabei vor allem eine Polarisierung auffällig: Während im Hinblick auf die Industrieländer die gesellschaftlichen Folgen des Geburtenrückgangs, der Alterung der Bevölkerung und der demographischen Schrumpfung den Ausgangspunkt bilden, werden für die Entwicklungsländer das Bevölkerungswachstum, Urbanisierungsprozesse und Migrationsbewegungen und deren Umweltfolgen problematisiert.

Das transdisziplinäre Forschungsprojekt "Supplying the population. Demographic changes, needs & supply systems - demons", das im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wurde, hat in mehrjähriger Forschungsarbeit die Thematik Bevölkerung, Umwelt, Gesellschaft auf methodisch und theoretisch neue Weise untersucht.

Der Zusammenhang von Bevölkerungsveränderungen - Bevölkerungswachstum, Bevölkerungsrückgang, Urbanisierungs- und Migrationsprozesse, Veränderungen der Bevölkerungsverteilung und -dichte, der Haushaltsgrößen, Lebensstile etc. - wurde systematisch auf Versorgungssysteme bezogen, die auf natürlichen Ressourcen basieren. Auf diese Weise lassen sich sozial-ökologische Probleme analysieren, die mit demographischen Veränderungen einher gehen. Wie die Beiträge des Bandes deutlich machen, stellt nicht die Bevölkerungsentwicklung per se das Problem dar, sondern die fehlenden Anpassungskapazitäten der Versorgungssysteme an demographische Veränderungen. Gesellschaften können demographische Veränderungen durchaus aktiv gestalten.

Statt einer 'nachhaltigen Bevölkerungsentwicklung' rückt damit die Regulationsfähigkeit von Versorgungssystemen ins Zentrum.

Vor dem Hintergrund eines gemeinsam erarbeiteten theoretischen Rahmens untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Disziplinen Biologie, Geographie, Politikwissenschaften, Ökonomie und Soziologie Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen demographischen Veränderungen und Transformationen von Versorgungssystemen für Wasser und Nahrung. In empirischen Fallstudien werden in verschiedenen Weltregionen (Europa, Südostasien, Ghana, Namibia sowie Naher Osten) diese komplexen Interaktionen anhand spezifischer Probleme erörtert und neue, innovative Lösungskonzepte aufgezeigt, wie sich die Versorgungssysteme besser an demographische Veränderungen anpassen lassen. Das vorliegende englischsprachige Buch, das bei Campus erschienen ist, bündelt die Ergebnisse des fünfjährigen Forschungsprozesses.

Bibliographische Angaben:
Diana Hummel (Hg.): Population Dynamics and Supply Systems. A Transdisciplinary Approach. Campus, Frankfurt/New York 2008. ISBN 978-593-38545-7, 294 Seiten
Weiterführende Informationen zum Forschungsprojekt "Supplying the
population. Demographic changes, needs & supply systems - demons"
finden Sie unter:
http://www.isoe.de/projekte/demonsf.htm
http://www.demons-project.de.
Das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) hat langjährige Erfahrungen in der integrierten Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung, die fächerübergreifend Wissen aus den Natur- und Sozialwissenschaften mit dem Wissen verschiedener sozialer Akteure und Akteursgruppen transdisziplinär verknüpft. Das Institut bietet zukunftsfähige Lösungskonzepte und Analyse-Instrumente für politische, ökologische, wirtschaftliche und soziale Entwicklungsdynamiken.

Michaela Kawall | idw
Weitere Informationen:
http://www.isoe.de/
http://www.demons-project.de.
http://www.isoe.de/projekte/demonsf.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald
29.05.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise