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Der Baum als Tankstelle?

28.11.2000


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»Biotechnologie »Umwelttechnik
Workshop "Biogene Rohstoffe und Biotechnologie"
an der Hochschule Wismar

Die Bedeutung des Maschinenbaus für die Region und die internationale Marktfähigkeit der Wirtschaft des Landes sowie damit im Zusammenhang die deutliche Schwerpunktlegung auf die Ausbildung von Ingenieuren ist auf der 4. Fachbereichstagung Maschinenbau/Verfahrens- und Umwelttechnik zum Thema "Innovative Ingenieurlösungen - Produktideen und Ihre effektive Umsetzung" deutlich hervorgehoben worden.
Die beiden Landesminister für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie für Wirtschaft, Prof. Dr. Peter Kauffold und Prof. Dr. Rolf Eggert, Schirmherren der Tagung, hoben aber gleichfalls die Bedeutung der Biotechnologien als Schlüsseltechnologien hervor.

Zu der Thematik tagte praktisch zeitgleich in Malchow auf Poel ein Workshop bei dem die hervorragenden Arbeitsbedingungen für Lehre und Forschung im neuen Laborkomplex und entsprechende Forschungsarbeiten im Mittelpunkt standen.

Prof. Dr. rer. nat. Norbert Grünwald begrüßte als Sprecher des Fachbereiches Maschinenbau/Verfahrens- und Umwelttechnik der Hochschule Wismar mehr als 40 Experten zu einem Fachgespräch über "Biogene Rohstoffe und Biotechnologie". Prof. Dr. habil. Horst Gerath, der an der Hochschule das Lehrgebiet "Biogene Rohstoffe" vertritt, moderierte den Teil der Veranstaltung, der sich mit den Möglichkeiten der Herstellung und Nutzung von Kraftstoffen aus Pflanzenöl befasste. An dieser Problematik wird an der Universität Rostock gearbeitet in einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. habil. F. Tack aber auch die Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Dr. Gerath von der Wismarer Hochschule berichtete wie Holzreste als "Tankstelle" genutzt werden können, welche bisherigen Vorarbeiten dazu geleistet wurden, welche weiteren Konzepte bestehen und stellte ihre Arbeiten zur Kraftstoffgewinnung aus Lignocellulose vor. Nach der biogenen Kraftstoffherstellung können die Pflanzenreste weiter verwendet werden; dazu berichtete Dr. Jens Peter Krause vom Institut für angewandte Proteinchemie aus Kleinmachnow mit seinem Vortrag zur Verwertung von Raps Extraktionsschrot, um technisch nutzbar Eiweiße daraus zu gewinnen.

Weitere Vorträge befassten sich mit den verfahrenstechnischen Herausforderungen bei der Trocknung von Lehmsteinen und mit der Einführung von Formteilen aus nachwachsenden Rohstoffen bzw. Kunststoffen.

Den zweiten Teil der Veranstaltung moderierte Prof. Dr. Sellner, der an der Hochschule Wismar das Lehrgebiet "Biochemie/Biotechnologie" vertritt. Er stellte zunächst das große Spektrum der Möglichkeiten im Laborkomplex Malchow von der Umweltbiotechnologie, wo beispielsweise in Altlasten Schadstoffe durch Mikroorganismen abgebaut werden, bis hin zur modernen Reaktorbiotechnologie vor. Besonders ging dann
Prof. Sellner auf ein Forschungsvorhaben ein, bei dem im Reagenzglas, d.h. in vitro, biogene Rohstoffpflanzen vermehrt werden. Das Spektrum der biotechnologischen Verfahren zur Bereitstellung von Basismaterial für die Züchtungsforschung wurde anschließend von Dr. K. Sonntag von der Bundesanstalt

für Züchtungsforschung in Groß Lüsewitz aufgezeigt. Über die sogenannte "Grüne Biotechnologie" in
Rostock, von der Herbizidresistenz bis zu biologisch abbaubaren Kunststoffen, die von Pflanzen hergestellt werden sollen, wurde eindrucksvoll von Frau Dr. I. Broer von der Universität Rostock berichtet. Sie informierte außerdem über die Koordinierung der einzelnen Arbeitsgruppen unter ihrer Leitung, um die im Land vorhandenen biotechnologischen Kenntnisse und Erfahrungen zu bündeln.
Abschließend wurde über Arbeiten unter Leitung von Prof. Dr. B. Sprenger von der Universität Rostock zur Produktion von Polyhydroxybuttersäure, die als abbaubarer Kunststoff für Anwendungen in der Medizintechnik verwendet werden soll, beispielsweise beim Nähen von Wunden, berichtet.

Also: Noch kann der Baum nicht als Tankstelle genutzt werden, aber die bisherigen Forschungen sind vielversprechend.

Deutlich wurde auf diesem Workshop, dass Biotechnologien eine große Zukunft haben und dass die Hochschule Wismar in Forschung und Lehre sehr gut auf diese Zukunft vorbereitet ist und sie sehr aktiv mitgestaltet.

Dipl.-Ing. Kerstin Baldauf | idw

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