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Neue Radargeräte für genauere Regenvorhersagen

14.05.2008
Im Rahmen des INTERREG-Projekts FRAMEA (Flood forecasting using Radar in Alpine and Mediterranean Areas) testen Forscher des französischen Zentrums für Landmaschinenwesen, Agrartechnik, Gewässer und Forstwesen (CEMAGREF) eine neue Generation von Radargeräten, die insbesondere im Gebirge genauere Regenvorhersagen erlauben könnten.

Die bisher sehr vielversprechenden Versuche werden im Rahmen einer Doktorarbeit im Maurenmassiv (Massif des Maures) in Südfrankreich durchgeführt, einer Bergregion, die immer wieder von starken Überschwemmungen betroffen ist.

Radargeräte kommen seit den 90er Jahren bei der Messung der Regenstärke neben klassischen Regenmessern zum Einsatz. Sie ermöglichen es, den Regen zu detektieren und die Niederschlagssumme in Echtzeit zu ermitteln. Heute verfügt der französische Wetterdienst Météo-France über ein Netz von 24 Radargeräten mit einer jeweiligen Reichweite von ca. 100 km. Allerdings werden nicht alle französischen Regionen durch sie abgedeckt.

Insbesondere in Gebirgsregionen verhindern die Berge, dass sich die Wellen weiter ausbreiten können, was zum Übersehen von nachgelagerten Regenzonen führt.

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Im Flachland werden heutzutage große Radargeräte mit 6 bis 8 m Antennendurchmesser benutzt. Im Gebirge muss die Zahl der Geräte aufgrund des Reliefs erhöht werden, wobei es dann notwendig wird, kleinere und somit billigere Modelle einzusetzen. Das vom CEMAGREF und Novimet, einer Niederlassung des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung (CNRS), entwickelte Radargerät Hydrix erfüllt diese beiden Anforderungen. Aufgrund der Verkleinerung des Durchmessers auf 1,5 Meter muss jedoch die Wellenfrequenz erhöht werden. Dies hat eine starke Abschwächung der Wellen bei der Verbreitung zur Folge.

Um dieser abgeschwächten Signalausbreitung entgegenzuwirken, wird ein Korrekturalgorithmus (ZPHI) benutzt. Das Radar arbeitet mit doppelter Polarisation, was das Ermitteln der Tropfengröße ermöglicht. Somit wird die Abschätzung der Niederschlagsmengen vereinfacht.

Das Hydrix-Radar wird in einem vom CEMAGREF für Forschungszwecke genutzten Einzugsgebiet im Maurenmassiv getestet. Die im Herbst 2006 vom Radar ermittelten Niederschlagsmengen wurden mit den Bodenaufnahmen und den von einem nahliegenden Météo-France-Radar ermittelten Werten verglichen. Innerhalb eines Umkreises von 60 bis 80 km stimmen die Daten von Hydrix mit den am Boden aufgefangenen Niederschlagsmengen überein. Des Weiteren erlaubt die algorithmische Bearbeitung des Signals eine Echtzeitübertragung der Niederschlagswerte, deren Qualität den Daten klassischer Météo- France-Radargeräte in nichts nachsteht.

Gegenwärtig arbeiten die Forscher weiter daran, die Niederschlagswerte in bestehende Niederschlag-Abfluss-Modelle einzubeziehen. Durch die Umwandlung von Niederschlag in Abfluss ermöglichen diese Modelle die Ermittlung der Abflusswerte am Ausflusspunkt eines Einzugsgebiets.

Die gesamten Niederschlags- und Abflussdaten fließen dann in die Hochwasserwarnsysteme ein, wie die vom CEMAGREF und Météo-France 2005 eingeführte Einrichtung Aiga. In Anlehnung an das bestehende Radarnetz wird die Hydrix-Technologie zur Erweiterung des Hochwasserwarnsystems auch in Bergregionen beitragen.


Kontakt:
Stéphanie Diss und Jacques Lavabre
CEMAGREF Aix-en-Provence – Französisches Zentrum für
Landmaschinenwesen, Agrartechnik, Gewässer und Forstwesen
@ stephanie.diss@cemagref.fr
@ jacques.lavabre@cemagref.fr
+33 4 4266 9945
+33 4 4266 9944
www.cemagref.fr
Quelle: Pressemitteilung des CEMAGREF (INFO médias), April 2008
http://www.cemagref.fr/Informations/Presse/InfMedia/im85/im85_rech1.htm
Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.frp
Wissenschaft-Frankreich (Nummer 141 vom 14.05.08)
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Weitere Informationen:
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