Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Gestresster" Seetang trägt zur Wolkenbildung bei

09.05.2008
Braunalgen stoßen bei großer Ozon- oder Lichtbelastung Iod aus

Große Seetangwälder in Küstengebieten können Einfluss auf deren Klima ausüben. Das konnte jetzt ein internationales Forscherteam um Frithjof Küpper von der Scottish Association for Marine Science nachweisen.

Die Studie mit Beteiligung europäischer und US-amerikanischer Wissenschaftler zeigt, dass Kelp - eine besonders große Form des Seetang, der zu den Braunalgen gezählt wird - in Stresszustand große Mengen von Iod in die Küstenatmosphäre abgibt, wo es offenbar zur Wolkenbildung beiträgt. Zwar ist bekannt, dass Kelp einer der besten Iod-Speicher ist. Die chemischen Prozesse, die zur Bildung des für den Menschen wichtigen Spurenelementes führen, konnten aber bisher nicht aufgeklärt werden.

"Wenn Kelp bei Niedrigwasser durch extreme Sonneneinstrahlung, Austrocknung oder hohe Ozonwerte besonderem Stress ausgesetzt ist, beginnt die Pflanze sehr schnell damit erhebliche Mengen von Iodid freizusetzen, das in den Pflanzen gespeichert war", erläutert Studienleiter Küpper. "Diese Ionen machen das für die Pflanzen giftige Ozon und andere Oxidantien unschädlich. Durch diesen Prozess entsteht dann molekulares Iod." Die neuen Erkenntnisse würden so die biologische Erklärung dafür liefern, warum in der Atmosphäre über Seetangwäldern hohe Konzentrationen von Iodoxid und flüchtigen Halogenkohlenwasserstoffen gemessen werden können. Diese Chemikalien würden überdies als Kondensationskeime agieren, um die herum sich Wolken bilden, erklärt Küpper.

... mehr zu:
»Iod »Wolkenbildung

"Die Zunahme von solchen Kondensationskeimen könnte zum Entstehen 'dickerer' Wolken führen", meint Mit-Autor Gordon McFiggans von der School of Earth, Atmospheric and Environmental Sciences an der University of Manchester http://www.seaes.manchester.ac.uk . Diese seien optisch heller und reflektierten mehr Sonnenlicht gen Himmel, sodass weniger Sonnenstrahlen den Grund erreichen. In solch einer speziellen Wolke sei die Zahl kleiner Wassertröpfchen größer, sodass Regen zunächst unterdrückt würde. Das könne schließlich dazu führen, dass sich großflächigere und länger bestehende Wolkenfelder über den Küstengebieten bilden und ein "launischer, typisch britischer Küstenhorizont" entsteht.

Neben der Iod-Abgabe in die Luft, haben die Wissenschaftler aber auch eine Abgabe der Iodionen in das Seewasser als Reaktion auf oxidativen Stress nachweisen können. Die Rolle von Kelp im globalen biogeochemischen Kreislauf von Iod und bei der Zersetzung von bodennahem Ozon sei deshalb nicht zu vernachlässigen, folgern die Wissenschaftler.

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sams.ac.uk

Weitere Berichte zu: Iod Wolkenbildung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Gebietsfremde Arten weltweit auf dem Vormarsch
15.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Müllmenge in der arktischen Tiefsee steigt stark an
08.02.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung