Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Effizient und schadstoffarm verbrennen

29.04.2008
Über die weitere Förderung durch die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) können sich Wissenschaftler des Instituts für Verbrennung und Gasdynamik an der Uni Duisburg-Essen freuen. Das Team um Prof. Dr. Christof Schulz erhält für sein Projekt "Chemilumineszenz und Wärmefreisetzung" in den kommenden drei Jahren eine Förderung von rund zwei Millionen Euro.

An den Forschungen, die von Duisburg aus koordiniert werden, sind außerdem Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen aus München, Karlsruhe, Heidelberg, Darmstadt und Bielefeld beteiligt. Das Projekt wurde zuvor bereits für eineinhalb Jahre von der DFG gefördert.

Bei den Forschungen geht es darum, den Schadstoffausstoß bei Verbrennungsprozessen - zum Beispiel in Kraftwerken - weiter zu minimieren. Gleichzeitig soll die Effizienz gesteigert - also möglichst viel Energie aus möglichst wenig Kraftstoff gewonnen werden. "Dies kann aber nur funktionieren, wenn der Verbrennungsprozess stabilisiert wird, die Brennstoffe also optimal und nur mit geringsten Verlusten verbrannt werden", erklärt Prof. Dr. Christof Schulz.

"Bisher ist es nämlich so, dass die Verteilung der Wärmefreisetzung im Brennraum nicht gleichmäßig ist und zeitlich variiert. Dies löst Schwingungen aus, die ihrerseits den Verbrennungsprozess beeinflussen." Dies führe zu Instabilitäten, zum Flackern der Flamme, die zu starker mechanischer Belastung der technischen Apparate und zur Flammenverlöschung führen könnten. "So geht Energie verloren und Schadstoffe entstehen."

Um bei den Untersuchungen nicht ins komplexe Verbrennungssystem eingreifen zu müssen, wollen die Wissenschaftler das Eigenleuchten der Flamme beim Verbrennen, die so genannte Chemilumineszenz, beobachten und messen. "Das Flammenleuchten soll uns also verlässliche Informationen über den Verbrennungsprozess liefern", erklärt Schulz. Dieser Ansatz ist weltweit einmalig. Ziel ist es, eine Art "Flammencode" zu entwickeln und damit zu bestimmen, wo der Brennstoff im Brennraum optimal verbrannt wird - und wo Energieverluste entstehen. "Als Folge unserer Ergebnisse könnten enorm effiziente Turbinen für Flugzeuge oder Kraftwerke entstehen", sagt Schulz.

In Zeiten steigender Ölpreise steht hinter diesem Forschungsprojekt auch die Diskussion um nicht-fossile Kraftstoffe für den Betrieb von Motoren und Turbinen: Unter dem Ausdruck "Fuel Flexibility" versteht man die Möglichkeit, in ein und derselben Verbrennungsanlage Brennstoffe aus unterschiedlichen Quellen gleich bleibend optimal zu verbrennen.

Etwa Erdgas unterschiedlicher Zusammensetzung im Gemisch mit Wasserstoff oder biomassebasierte teiloxidierte Kraftstoffe wie Ethanol. "Bei unseren derzeitigen Forschungen steht zunächst einmal die Messtechnik bei der Verbrennung von unterschiedlichen Kraftstoffen im Vordergrund. Also: Funktioniert der Flammencode auch noch, wenn ich nicht mehr Erdgas, sondern Ethanol verbrenne?", sagt Christof Schulz. Bisher könne man im Kraftwerk nicht sagen: "Ich verbrenne heute mal Gas und morgen wieder Öl. Das sollte aber langfristig möglich sein, um nicht mehr von einem Brennstoff abhängig zu sein."

Redaktion: Isabelle de Bortoli, Tel. 0203/379-2430

Beate Kostka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-duisburg-essen.de

Weitere Berichte zu: Kraftstoff Kraftwerk Verbrennungsprozess

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald
29.05.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um die Eigenschaften von Graphen ohne das Anlegen störender elektrischer Kontakte zu charakterisieren. Damit lassen sich gleichzeitig der Widerstand und die Quantenkapazität von Graphen sowie von anderen zweidimensionalen Materialien untersuchen. Dies berichten Forscher vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel im Wissenschaftsjournal «Physical Review Applied».

Graphen besteht aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen. Es ist transparent, härter als Diamant, stärker als Stahl, dabei aber flexibel und ein deutlich...

Im Focus: New Method of Characterizing Graphene

Scientists have developed a new method of characterizing graphene’s properties without applying disruptive electrical contacts, allowing them to investigate both the resistance and quantum capacitance of graphene and other two-dimensional materials. Researchers from the Swiss Nanoscience Institute and the University of Basel’s Department of Physics reported their findings in the journal Physical Review Applied.

Graphene consists of a single layer of carbon atoms. It is transparent, harder than diamond and stronger than steel, yet flexible, and a significantly better...

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftsforum Chemie 2017

30.05.2017 | Veranstaltungen

Erfolgsfaktor Digitalisierung

30.05.2017 | Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

30.05.2017 | Physik Astronomie

Riesenfresszellen steuern die Entwicklung von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Nano-U-Boot mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie