Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TA-Akademie sucht Bio-Indikatoren für Artenvielfalt

19.10.2000


Für viele Tiere und Pflanzen fehlen genaue Bestandsdaten

Was haben Rauchschwalbe, Zwergdommel und Wanderfalke gemeinsam? Ihr Vorkommen ist ein Maßstab dafür, wie es in bestimmten Lebensräumen insgesamt um die Artenvielfalt bestellt ist. Die Rauchschwalbe etwa gilt als typischer Bewohner menschlicher Siedlungen, ihr Bestandsrückgang in Baden-Württemberg seit 1960 um 60 Prozent sagt somit etwas über die Dorfentwicklung aus. Und die verläuft aus Sicht der Artenvielfalt keineswegs nachhaltig. Ähnliches gilt für die Zwergdommel, die als Stellvertreter für alle Tiere an Gewässern herangezogen werden kann und ebenfallsimmer seltener wird. Positiv verläuft hingegen die Entwicklung des Wanderfalkenbestandes, der seit 20 Jahren stetig ansteigt und als Bio-Indikator für felsige Landstriche fungieren kann.
Eckhard Jedicke, Privatdozent am Institut für Geographie und Geoökologie der Universität Karlsruhe, hat im Auftrag der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg (TA-Akademie) http://www.ta-akademie.de* die Bedeutung von Tierarten als Bio-Indikatoren zur Bewertung einer Nachhaltigen Entwicklungim Land untersucht. Hintergrund ist der sogenannte Statusbericht zur Nachhaltigen Entwicklung in Baden-Württemberg, den die TA-Akademie am 1. Dezember mit aktuellen Daten zum zweiten Mal veröffentlichen wird. Vor drei Jahren fehlte ein Kapitel über die Artenvielfalt und die Vielfalt von Landschaften und Ökosystemen noch völlig, weil keine verlässlichen Gradmesser dafür bekannt waren. Jedicke behilft sich jetzt mit Vogelarten, weil ihr Bestand über viele Jahre im ganzen Land kontinuierlich überwacht wurde. Für andere Tier- und Pflanzengattungen existieren dagegen weiterhin bestenfalls lokale Untersuchungen, die Schlimmes ahnen lassen. Nach groben Schätzungen sind 75 Prozent der Amphibien, 47 Prozent der freilebenden Säugetiere, 38 Prozent der Vogelarten, 38 Prozent der Schmetterlinge sowie 28 Prozent der Farn- und Blütenpflanzen in Baden-Württemberg ausgestorben oder stehen als gefährdete Arten auf der Roten Liste.

... mehr zu:
»Artenvielfalt »Bio-Indikator

Angesichts dieser Zahlen fordert Jochen Jaeger, zuständiger wissenschaftlicher Mitarbeiter der TA-Akademie, möglichst rasch ein flächendeckendes Erfassungssystem für ausgewählte Arten aus allen Tiergruppen in Baden-Württemberg. Außerdem sollten seiner Meinung nach geeignete Gradmesser für die Entwicklung der Vielfaltvon Landschaften und Ökosystemen entwickelt werden. "Erhaltung der Artenvielfalt ist ein wichtiges Ziel von Nachhaltigkeit", sagt Jaeger. Der Stoffkreislauf der Natur sei so komplex, dass schon der Ausfall weniger Arten weitreichende Folgen haben könne. Eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt habe neben ästhetischen und ethischen Gesichtspunkten auch eine wichtige Funktion als Anzeichen für eine stabile Umwelt, eine Verschlechterung der Lebensbedingungen für die einheimischen Tiere und Pflanzen bekomme deshalb letztlich auch dem Menschen nicht.

Ansprechpartner: Christian D. Leon 0711/9063-170
E-Mail: christian.leon@ta-akademie.de


*Eckhard Jedicke: "Biodiversitäts-Indikatoren zur Bewertung von Nachhaltigkeit in Baden-Württemberg". Arbeitsbericht Nr. 162 der Akademie für Technikfolgenabschätzung, Juli 2000.

Bestellbar im Internet oder per Fax unter 0711/9063-286

Weitere Informationen finden Sie im WWW:


Dr. Birgit Spaeth | idw

Weitere Berichte zu: Artenvielfalt Bio-Indikator

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Hochmodernes Forschungsflugzeug fliegt zurzeit über Europa
17.07.2017 | Universität Bremen

nachricht Baumgrenze wird nicht allein durch das Klima bestimmt
03.07.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie