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EPA-Bericht: Ozon-Smog kann tödlich sein

25.04.2008
Gesundheitliche Folgen schon ab einem Smogtag

Erhöhte Ozonwerte können schon nach kurzer Zeit die Gesundheit und das Leben gefährden. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des National Research Council. Nach Einschätzung des 13-köpfigen Expertenteams, das die Untersuchungen durchführte, gebe es kaum Zweifel, dass Ozon Lungenkrebserkrankungen verschlechtere und auch zum Tod führen könne.

Besonders Asthmatiker und Menschen mit anderen Atemwegserkrankungen seien betroffen. "Es ist ein kleiner Effekt, aber wenn diese kleinen Auswirkungen 300 Mio. Menschen betreffen, ist das doch eine ganze Menge", meint Evelyn Talbott von der University of Pittsburgh, die an der Studie mitgearbeitet hat.

Die Expertengruppe fand heraus, dass Todesfälle aufgrund von Ozon zwar bei Menschen mit bereits existierenden Atemwegserkrankungen wahrscheinlicher sind, brachten aber zum Ausdruck, dass durchaus auch gesunde Personen betroffen seien. Eine Gefährdung bestehe generell nach einem Smog-Tag und auch unterhalb der bisherigen Grenzwerte. Dabei bezogen sich die Experten auf Studien, die in verschiedenen Städten der USA, Kanadas und auch Europas durchgeführt wurden.

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Der Bericht beschäftigte sich mit dem bodennahen Ozon, einem Bestandteil des Smog, im Gegensatz zum atmosphärischen Ozon, das die Erde vor UV-Strahlung schützt. Ozon entsteht in Bodennähe unter dem Einfluss von UV-Strahlung durch Reaktion von Luftsauerstoff mit Stickstoffdioxid. Die US-amerikanische Umweltbehörde EPA gab den Bericht als Grundlage für eine Anpassung der Ozon-Grenzwerte in Auftrag. Derzeit liegt der Grenzwert in den USA bei 100 Mikrogramm pro Kubikmeter.

"Wir haben seit den 1990er Jahren bei den Ozon-Spitzenwerten, also ab 180 Mikrogramm pro Kubikmeter, einen deutlichen Rückgang erkennen können", erklärt Marion Wichmann-Fiebig, Leiterin der Abteilung Luft am Umweltbundesamt, gegenüber pressetext. "Gleichzeitig steigen aber die Hintergrundwerte, die die flächenhafte Belastungen darstellen."

In Deutschland gibt es sogenannte meldepflichtige Schwellenwerte, bei denen die Bevölkerung über die Ozon-Gefahr in Kenntnis gesetzt wird. "Die Spitzenkonzentration von 180 Mikrogramm im Stundenmittel verursacht akute Probleme bei Menschen mit Asthma, die langfristigen Hintergrundkonzentrationen ab 120 Mikrogramm im Acht-Stunden-Schnitt können über einen längeren Zeitraum aber auch erhöhte Herzkreislauf-Belastungen bei der gesunden Bevölkerung hervorrufen." Diese Konzentration trete durchaus häufig auf, während die Spitzenkonzentration nur an einigen Tagen erreicht werde.

"Wir versuchen die Ursachen für das Ansteigen der Hintergrundbelastung besser zu verstehen und Gegenmaßnahmen einzuleiten", sagt Wichmann-Fiebig. Mit dem fortgesetzten Wirtschaftswachstum und den erhöhten Schadstoffausstößen sei jedoch weiter mit ansteigenden Werten zu rechnen. "Grundsätzlich ist eine erhöhte Ozon-Belastung für die gesamte Bevölkerung gesundheitlich bedenklich, sonst würde es ja keine Schwellenwerte geben", fasst Wichmann-Fiebig zusammen.

An Tagen, an denen hohe Temperaturen und Ozonwerte prognostiziert sind, sollte man daher auf körperliche Anstrengungen in den späteren Nachmittagsstunden verzichten. "Am besten, man hält sich dann in Innenräumen auf und verlegt sein tägliches Jogging oder das abendliche Fußballspielen auf den Vormittag oder die späteren Abendstunden."

Claudia Misch | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://sites.nationalacademies.org/nrc
http://www.epa.gov
http://www.umweltbundesamt.de

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