Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirksamer Schutz vor Bioziden

07.04.2008
Bundesumweltministerium unterstützt Entwicklung eines effizienteren Prüfprogramms für Biozid-Produkte

Auf Einladung des Bundesumweltministeriums diskutieren heute und morgen über 100 deutsche und europäische Vertreter von Behörden, Umwelt- und Verbraucherverbänden und aus der Wirtschaft im Bonner Wissenschaftszentrum über künftige Regelungen für eine konsequentere Umsetzung der EG-Zulassungsrichtlinie für Biozid-Produkte in Deutschland.

Diese Zulassungspflicht gilt bereits seit dem Jahr 2002 und soll gewährleisten, dass nur solche Biozide auf den Markt gelangen, die nachgewiesenermaßen unbedenklich für die Gesundheit von Mensch und Tier und für die Umwelt sind.

Biozide sind Umweltchemikalien, die vor allem in der Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Sie finden sich in zahlreichen Alltags-Produkten wie Holzschutzmitteln, Haushaltsreinigern und Insektensprays. Auch in Möbeln, Teppichen, Schuhen und Bekleidung sind häufig Biozide enthalten, um diese Gegenstände vor Insektenbefall oder Schimmel zu schützen. Biozide können gefährliche gesundheitsschädigende Nebenwirkungen entfalten und zum Beispiel zu Lähmungen des Nervensystems oder Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit führen.

... mehr zu:
»Biozid

Biozid-Produkte dürfen daher als Konsequenz aus der Biozid-Richtline in der EU grundsätzlich nur mit behördlicher Zulassung in den Handel gelangen. Allerdings gibt es für Biozid-Produkte, die bereits vor dem Inkrafttreten dieser Vorschriften auf dem Markt waren, Übergangsregelungen. Mit diesen Übergangsregeln sollen die sogenannten alten Biozide in einem auf 10 Jahre angelegten europäischen Prüfprogramm in das Zulassungsverfahren überführt werden. In dieser Zeit sind einige hundert biozide Wirkstoffe zu überprüfen. Davon sind allein in Deutschland 18.000 Biozid-Produkte betroffen.

Inzwischen hat sich gezeigt, dass dieses Prüfprogramm zu langsam und mit zuviel Aufwand auf der Seite der Wirtschaft und der betroffenen Behörden abläuft: Zwei Jahre vor dem offiziellem Ende des Prüfprogramms sind gerade 5 Prozent der Wirkstoffe abgearbeitet worden. Aus diesem Grunde sollen die entsprechenden Regelungen überprüft und im Sinne einer Effizienzsteigerung neu gestaltet werden.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel betont: „Biozide müssen streng reguliert werden. Das hat uns der Frankfurter Holzschutzmittelprozess mit Tausenden von Holzschutzmittel-geschädigten Menschen, nachdrücklich gezeigt. Wenn man einen guten Schutz aber schneller und effizienter als bisher erreichen kann, sollten wir dafür offen sein und eine vernünftige Lösung mitgestalten.“

Die Ergebnisse aus dem Workshop sollen der Europäischen Kommission zur Verfügung gestellt werden, die noch in diesem Jahr mit der Neugestaltung der EG-Regelungen beginnen will.

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de/presse

Weitere Berichte zu: Biozid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften