Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zur Ölkatastrophe vor der dänischen Ostseeküste: Warnemünder Forscher untersuchen den Meeresboden

06.04.2001


... mehr zu:
»Sedimentprobe
Gestern kehrte das Forschungsschiff "A. v. Humboldt" von einem Arbeitseinsatz im Seegebiet des Unfallortes der "Baltic Carrier" zurück. 3 Tage hatten Meeresbiologen und Meereschemiker unter der Leitung von Frau
Dr. Doris Schiedek den Meeresboden im Gebiet zwischen Kadetrinne, Falster und Mön untersucht. Auf einer Strecke vom Unfallort bis in die dänischen Küstengewässer sowie bei Fahrten parallel zur Küste wurde ein Unterwasser-Videoschlitten eingesetzt und Wasser- und Sedimentproben genommen. Mit den Video-Aufnahmen sollte überprüft werden, ob Teilmengen des ausgetretenen Öls abgesunken waren und am Meeresboden die Organismen bedrohten. Der Einsatz des Videoschlittens wurden dabei auf der Basis detaillierter Daten zu den Strömungsverhältnissen am Unfalltag und der Zeit danach organisiert.

Die Aufnahmen geben hinsichtlich einer Bedrohung der Lebenswelt am Meeresboden Anlass für eine erste Erleichterung: es wurden weder eine flächenhafte Ölbedeckung noch einzelne Ölklumpen am Meeresboden gefunden. Darüber hinaus zeigte sich die bodenlebende Flora und Fauna ohne sichtbare gesundheitliche Beeinträchtigung. Entwarnung geben die Forscher trotzdem nicht: es wurden Wasser- und Sedimentproben genommen, um zu analysieren, wie hoch der Anteil an Erdölkohlenwasserstoffen ist. Im gelösten Zustand gelangen diese Bestandteile in den Stoffkreislauf der Organismen, wo sie nachhaltige Folgen haben können. Dies können kurzfristige gesundheitsschädigende bis tödliche Wirkungen sein, aber auch schleichende Schädigungen, die erst mittel- bis langfristig in Erscheinung treten, wie die Beeinträchtigung der Fortpflanzung oder eine Schädigung des Erbgutes. Die Analysen sind kompliziert und langwierig. Obwohl die Proben am Donnerstag direkt vom Schiff in die Labore gebracht wurden, können erste Ergebnisse nicht vor Ende April erwartet werden.

Die Wissenschaftler vom Institut für Ostseeforschung Warnemünde hatten nach Bekannt werden des Unglücks ein ad-hoc Forschungsprogramm organisiert und dem dänischen National Environmental Research Institute in Roskilde ihre Hilfe angeboten; die dänischen Institutionen begrüßten diese Initiative ausdrücklich und erteilten kurzfristig und unbürokratisch den Warnemündern die Erlaubnis, auch die dänischen Territorial-Gewässer zu untersuchen. So konnte der Weg des Öls von der Kadettrinne bis nahe an die dänische Küste umfassend untersucht werden.

Das IOW ist ein Forschungsinstitut der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL). Es wird gemeinsam von Bund und Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Es führt im Auftrag des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie das sogenannte HELCOM-Monitoring auf der zentralen Ostsee durch - ein Überwachungsprogramm zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee, zu dem sich alle Anrainerstaaten gemeinsam verpflichtet haben.

Dr. Barbara Hentzsch | idw

Weitere Berichte zu: Sedimentprobe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Artenschützer schlagen Alarm: Papageien noch bedrohter als befürchtet
15.09.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie