Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltministerium Rheinland-Pfalz und PIK kooperieren bei Erforschung des Klimawandels

03.04.2008
Ministerin Conrad und Prof. Dr. Schellnhuber starten 3-jähriges interdisziplinäres Projekt / Pressemitteilung: Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

Das weltweit renommierte Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und das rheinland-pfälzische Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz sind Kooperationspartner. Umweltministerin Margit Conrad und der Direktor des Potsdam-Instituts Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber haben heute in Mainz eine Vereinbarung zur unbefristeten Zusammenarbeit unterzeichnet.

Erstes gemeinsames Vorhaben ist ein Forschungsprojekt zum Klima- und Landschaftswandel in Rheinland-Pfalz – kurz: „KlimLandRP“. Der Klimawandel erfordert flexible Anpassungsstrategien, das erfordert immer genauere Kenntnis der Folgen. Das interdisziplinäre Projekt untersucht die regionalen Auswirkungen des Klimawandels und soll bis Ende 2011 abgeschlossen werden. Das Forschungsprojekt wird vom Umweltministerium getragen und hat ein Gesamtvolumen von ca. 1,8 Millionen Euro für dreieinhalb Jahre.

„Wir sind stolz, dass wir das Potsdam-Institut für eine dauerhafte Zusammenarbeit gewonnen haben, die von gegenseitigem Nutzen sein wird“, sagte Ministerin Conrad. „Die hervorragende wissenschaftliche Begleitung durch dieses Institut und die weiteren beteiligten Forschungseinrichtungen werden wichtige Impulse bei der Untersuchung des Klimawandels setzen. Gemeinsam verbindet uns die Notwendigkeit des Klimaschutzes. Wir müssen – wie in unserem energie- und klimapolitischen Konzept angelegt – einen unkalkulierbaren Wandel, der keine Anpassung mehr zulässt, verhindern.“

Das PIK wird Ergebnisse aus Rheinland-Pfalz in seine Arbeiten übernehmen, zum Beispiel in eine Studie zur nationalen Vulnerabilität Deutschlands gegenüber dem Klimawandel. „Noch haben wir eine Chance, einen wirklich desaströsen Klimawandel zu vermeiden. Aber die vor uns liegenden Herausforderungen sind so groß, dass Wissenschaft und Politik Hand in Hand arbeiten müssen. Eine vorausschauende Klimapolitik ist nichts Wirtschaftsfeindliches, sie kann im Gegenteil die Innovationskräfte eines Landes erheblich stärken", stellt Prof. Dr. Schellnhuber fest.

„Der Klimawandel wirkt vor allem in der Fläche. Er betrifft sämtliche Umweltsektoren und die gesamte Landnutzung, wobei die Effekte regional unterschiedlich sein werden“, sagte Ministerin Conrad. „Deshalb werden wir uns umfassend und auf einer fundierten wissenschaftlichen Basis mit seinen Auswirkungen auf die Landschaft befassen.“

Forschungsprojekt „KlimLandRP“
„KlimLandRP“ betrachtet die Vielfalt der Natur- und Kulturlandschaft, die land- und forstwirtschaftliche Nutzung eingeschlossen. Repräsentative Standorte aber auch Extreme werden untersucht. Mögliche Veränderungen werden zunächst für einen Zeitraum von bis zu 50 Jahren projiziert, je nach Fragestellung auch bis zum Jahr 2100. Conrad: „Es geht uns darum, Risiken, aber auch mögliche Chancen des Klimawandels zu erkennen und nachhaltige Strategien oder auch Anpassungsmöglichkeiten zu entwickeln. Damit können wir unsere Aktionsfelder ausweiten und dem Klimawandel zum Beispiel auch ein zukunftsorientiertes Landschaftsmanagement entgegen setzen.“

Die Studie baut auf dem 2007 veröffentlichten Klimabericht des Landes auf und bezieht Programme wie KLIWA ein, das sich länderübergreifend mit den Auswirkungen von Klimaveränderungen auf die Wasserwirtschaft befasst.

Ziel ist eine umfassende Aufarbeitung des Klimawandels: die Analyse der bisherigen und die Abschätzung der künftigen Klimaentwicklung, die Weiterentwicklung von Methoden, das Gewinnen von Erkenntnissen über die zu erwartenden Folgen des Klimawandels, die Entwicklung wissenschaftlich fundierter Anpassungsoptionen und die Identifikation weiteren Forschungsbedarfs.

Das Konzept für das Forschungsprojekt ist interdisziplinär und ressortübergreifend angelegt, es nutzt Synergien, geht landesweit und regionalspezifisch vor und umfasst regionalisierte Klimaprojektionen.

Fünf Module werden in enger Zusammenarbeit unterschiedlicher Wissenschaftsbereiche interdisziplinär bearbeitet:

• Prof. Dr. Werner Konold, Institut für Landespflege der Universität Freiburg, beschäftigt sich im Modul Wald mit Fragen zur künftigen Entwicklung der Waldlandschaft.

• Das Institut für Agrarökologie/AgroScience in Neustadt nimmt sich unter Leitung von Privatdozent Dr. Roland Kubiak des Moduls Landwirtschaft an.

• Das Modul Biodiversität, geleitet von Prof. Dr. Alfred Seitz vom Institut für Zoologie, Abteilung Ökologie, der Universität Mainz, widmet sich dem Arten-/Natur- und Biotopschutz.

• „Klimawandel und Wasserhaushalt“ wird durch das Modul Wasser abgebildet; Prof. Dr. Markus Casper vom Fachbereich Geografie/Geowissenschaften (Physische Geographie) der Universität Trier ist der wissenschaftliche Leiter.

• Zu erwartende klimabedingte Veränderungen des Bodens/Standorts werden im Modul Boden unter Leitung von Geologiedirektor Dr. Spies vom Landesamt für Geologie und Bergbau bearbeitet.

Das Forschungsprojekt wird von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz koordiniert. Das Wirtschaftsministerium unterstützt die Untersuchung ebenso wie das Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht, das insbesondere für klimatologische Fragestellungen zuständig ist.

Kontakt:

Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz
Stefanie Mittenzwei
E-Mail: presse@mufv.rlp.de, Tel.: +49 6131- 164645
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
Uta Pohlmann, Pressestelle
E-Mail: info@pik-potsdam.de, Tel.: +49 331 288 2507

Uta Pohlmann | PIK Potsdam
Weitere Informationen:
http://www.pik-potsdam.de

Weitere Berichte zu: Klimafolgenforschung Klimawandel Umweltministerium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie