Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimawandel trifft indigene Völker am stärksten

03.04.2008
Kleinste Verursacher bekommen schlimmste Auswirkungen zu spüren

Die Ureinwohner der Erde haben den kleinsten ökologischen Fußabdruck, werden aber unter dem Klimawandel am schwersten zu leiden haben. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Institute of Advanced Studies der United Nations University bei einem Treffen im australischen Darwin. Ganz besonders schlimm werden die Völker unter Infektionskrankheiten, Dürren und Überschwemmungen sowie der immer kleiner werdenden Biodiversität zu leiden haben.

Die Folgen der Klimaveränderungen werden dramatisch sein, bestätigt die Untersuchung. Das gesamte Leben der Menschen werde sich durch die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen verändern. Höhere Temperaturen werden dazu beitragen, dass vermehrt Erkrankungen wie Cholera, Dengue und Malaria auftreten. Die Trockenheit werde zu vermehrten Waldbränden führen, die wiederum zunehmend Schäden in der Landwirtschaft verursachen werden. Kleinere Tierpopulationen sowie die Einführung neuer mariner Arten durch veränderte Meerestemperaturen werden auch die bisherigen Lebensbedingungen der Menschen verändern. In den borealen Wäldern werden die höheren Temperaturen vermehrt Baumschädlinge anziehen und in den Küstenregionen werden sowohl Lebensräume als auch Wirtschaftsgebiete von Erosion bedroht sein. All diese Faktoren werden die Menschen auch bei ihrer Nahrungsmittelversorgung beeinträchtigen.

Durch Monokulturen und Staudämme in ehemaligen Urwäldern wird den Ureinwohnern das letzte noch verbliebene Land weggenommen. So sind bereits heute indigene Völker durch die aggressive Ausbreitung der Palmöl-Plantagen in Indonesien und Malaysia bedroht. Selbst manche gut gemeinten Wiederaufforstungsprojekte - wie etwa jenes eines niederländischen Unternehmens in Uganda, das sogar mit dem Zertifikat des Forestry Stewardship Council (FSC) http://www.fsc.org versehen war - sorgten für eine zwangsweise Umsiedelung von dort lebenden Menschen. Die Folge waren Zusammenstöße mit benachbarten Einwohnern. Der Kampf um die Ressourcen - vor allem aber um Lebensraum und Nahrung - werde sich auf der Erde deutlich verschärfen, kommt die Studie zum Schluss. "Die Art des Homo sapiens steht nicht auf der Liste der gefährdeten Arten. Es ist allerdings zu befürchten, dass eine Knappheit der Ressourcen eher zum Faustrecht führt als zu kontemplativer Askese," zitiert der Wiener Humanökologe Peter Weish von der Universität für Bodenkultur im pressetext-Gespräch den verstorbenen Philosophen Hans Jonas.

... mehr zu:
»Klimawandel »Lebensraum

"Tatsächlich sehen sich auch die indigenen Völker selbst als das Quecksilber im Klimawandel-Barometer", so der Direktor des Institute of Advanced Studies, Hamid Zakri. Eine deutliche Verbesserung habe es auch durch monetäre Mittel, die dem Klimawandel entgegenwirken, nicht gegeben. Das sei auch der Grund, warum es eine solche Veranstaltung gebe. "Nach unseren Berechnungen leben mindestens 370 Mio. Menschen CO2-neutral oder sogar CO2-negativ. Trotz des vergleichsweise geringen Anteils an den sechs Mrd. Erdbewohnern tragen diese Menschen einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz bei", so der Direktor. Vergleiche man das mit den 300 Mio. US-Amerikanern, die vier Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren, aber 25 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen verursachen, sei das eine bedeutende Zahl.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.unu.edu
http://www.boku.ac.at

Weitere Berichte zu: Klimawandel Lebensraum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie gefährlich ist Reifenabrieb?
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Verbreitung von Fischeiern durch Wasservögel – nur ein Mythos?
19.02.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics