Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltchemikalien schädigen das Hormonsystem

02.04.2001


Expertentagung als Basis für Beschränkungen und Verbote

Mehrere Hundert gängige Chemikalien stehen unter dem Verdacht, das
Hormonsystem von Tieren und Menschen zu beeinträchtigen, für etwa 60 Substanzen ist dies bereits belegt. Dies ist ein Ergebnis eines umfangreichen Forschungsprogramms von Bundesumwelt- und Bundesforschungsministerium, dessen Resultate auf einer heute beginnenden wissenschaftlichen Tagung in Berlin vorgestellt und diskutiert werden. "Forschung alleine löst das Problem jedoch nicht. Das Vorsorgeprinzip gebietet, die Auswirkungen auf Mensch und Natur durch hormonell wirkende Chemikalien soweit wie möglich zu vermindern", betonte Simone Probst, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium zur Eröffnung der Tagung.

Wenn weibliche Meeresschnecken plötzlich zusätzlich männliche Geschlechtsorgane entwickeln, oder wenn männliche Fische sich zu Fischweibchen umwandeln, dann stimmt die körpereigene Chemie der Tiere nicht mehr, ist oft ihr Hormonsystem schwer gestört. Als Ursache werden seit einiger Zeit Umweltchemikalien vermutet, die zufällig wie körpereigene Signalstoffe wirken. Die Ergebnisse des von der Bundesregierung initiierten Forschungsprogramms bestätigen die These und nennen noch weitere Folgen wie verminderte Fruchtbarkeit oder Störungen des Stoffwechsels. Die mittlerweile nachgewiesene deutliche Verminderung der Qualität der männlichen Spermien im Laufe der letzten Jahrzehnte legt nahe, dass auch der Mensch betroffen ist.

Es sind völlig unterschiedliche Chemikalien, für die bereits hormonelle Nebenwirkungen nachgewiesen wurden: Von langlebigen halogenierten Kohlenwasserstoffen, die sich durch die Nahrungskette anreichern, über verschiedene Pestizide bis zu gängigen Industriechemikalien reicht das Spektrum. "Die aus den Forschungsvorhaben gewonnenen Erkenntnisse müssen jetzt konsequent in neue Regeln und Verordnungen umgesetzt werden", betonte Simone Probst. Eine wichtige Aufgabe des Programms sei die fachliche Beratung der Politik. Als aktuelles Beispiel nannte die Staatssekretärin die von der Bundesregierung ergriffene Initiative zu einem TBT-Verbot auf Europäischer Ebene. Es sei bereits das Verfahren eingeleitet, um Verkauf und Verwendung zinnorganischer Verbindungen, etwa als Schutzanstrich für Schiffsrümpfe oder als Biozid für Planen und in Textilien, vorab in einem nationalen Alleingang zu untersagen.

Pressestelle | idw

Weitere Berichte zu: Hormonsystem Umweltchemikalie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Das Schweigen der Hummeln
15.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Nachhaltige Wasseraufbereitung löst Algenprobleme
26.10.2017 | SCHOTT AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte