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Elchhorn-Korallen schwinden durch menschliches Fäkalbakterium

18.06.2002


Gewöhnlich harmlose Mikrobe Serratia marcescens löst Weiße Pocken aus


Die Krankheit hinterlässt auch auf den Bahamas und in Florida ihre Spuren, erklärte James W. Porter von der University of Georgia im World Scientist. Porter und Kollegen machen das normalerweise harmlose Bakterium Serratia marcescens, das im Darm von Menschen und Tieren vorkommt, für den Schwund des Korallenbestands verantwortlich. Die Mikroben attackierten die Elchhorn-Korallen, übrig blieben weiße Flecken von totem Kalkgerüst. "Elchhorn-Korallen galten als die häufigste Korallenart in der Karibik. Jetzt könnten sie sogar in die Liste der gefährdeten Spezies aufgenommen werden", erklärte der Biologe. Denn, so Porter, auch die Behandlung infizierter Korallen sei problematisch, da die Bakterien gegen Antibiotika resistent wurden. Hinzu komme, dass die Wassererwärmung in diesen Gebieten die Korallen zusätzlich schwächt und diese infektionsanfälliger werden. Ob allerdings tatsächlich der Mensch als Urheber des Schwunds verantwortlich gemacht werden kann, lässt Porter unbeantwortet. In den Florida Keys spreche allerdings einiges dafür. Man investiere wenig in die teure Abwasserbehandlung.

Weitere Untersuchungen sollen nun eine Erklärung finden, wie die krankmachenden Typen von S. marcescens auf die Korallen gelangen. Die Krankheit der Weißen Pocken manifestierte sich bis dato nur bei Elchhorn-Korallen. Auch dafür suchen die Forscher noch nach einer Erklärung.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.gsu.edu/
http://www.pnas.org/

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