Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aufforstung von Regenwald in Costa Rica zeigt Erfolge

28.03.2008
Urzustand der Wälder ist aber kaum wieder herzustellen

Fünfzig Jahre nachdem der Großteil der Regenwälder in Costa Rica gerodet wurde, vermelden Forscher vom Boyce-Thompson-Institute nun erste Erfolge bei der Wiederherstellung des natürlichen Waldes. 1992 hatten Carl Leopold und sein Team begonnen, heimische Bäume auf dem Gebiet anzusiedeln, das ein halbes Jahrhundert lang als Weideland für Vieh benutzt worden war.

Auch andere Pflanzen seien nach einiger Zeit in den jungen Wald zurückgekehrt, berichten die Forscher. Trotzdem sei es kaum möglich den Urzustand wiederherzustellen, so Axel Paulsch vom Institut für Biodiversität in Regensburg, der in Ecuador Erfahrungen mit Wiederaufforstungs-Projekten gemacht hat, auf Anfrage von pressetext: "Auf einem Hektar Wald waren vor der Rodung oft 300 verschiedene Baumarten heimisch. Die Jungbäume für diese Artenvielfalt werden nicht nachgezüchtet."

Die Forscher in Costa Rica versuchten deshalb möglichst viele Setzlinge von heimischen Bäumen in der Umgebung zu bekommen. "Die Samen sind oft nicht erhältlich", so Leopold. "Deswegen haben wir uns an die umliegenden Bauern gewandt." Danach siedelte das Team die verschiedenen Pflanzen in dem Gebiet an. Bei den ausgewählten Arten handelte es sich um besonders schnell wachsende Bäume und nach nur fünf Jahren bildete der Jungwald ein Blätterdach, das die darunter liegende Wiese in Schatten tauchte. Für die Tatsache, dass der Boden fähig war, die Nährstoffe für das schnelle Wachstum zu bieten, machen die Wissenschaftler einen mikroskopisch kleinen Pilz verantwortlich. Dieser sei nach 50 Jahren immer noch im Boden vorhanden und unterstütze die jungen Bäume.

In Zukunft soll der Wald auf nachhaltige Weise wieder für die Forstwirtschaft genutzt werden. Außerdem stelle er einen wichtigen Schutz vor Erosion und damit verbundenem Trinkwasserverlust für die Bevölkerung dar, so die Forscher. Dies bedeute jedoch nicht die Wiederherstellung des ursprünglichen Regenwalds, betont Paulsch: "Das Ziel der meisten Aufforstungsprogramme ist nicht den Urzustand wieder herzustellen, sondern das Gebiet erneut für die Forstwirtschaft nutzbar zu machen." Deshalb würden oft importierte Bäume, wie zum Beispiel Kiefern, angesiedelt. "Nur einige heimische Bäume, die sich besonders gut für die Forstwirtschaft eignen, werden nachgezüchtet." Zu einem natürlichen Wald gehörten zudem neben Bäumen zum Beispiel auch vielfältige Aufsitzerpflanzen.. "Sie sind schwerer zu beeinflussen und man kann eigentlich nur abwarten, bis sie den Wald wieder besiedeln", so Paulsch.

Obwohl sich bei dem jüngsten Projekt in Costa Rica zeigte, dass auch andere Pflanzen, die vor der Rodung auf dem Gebiet heimisch waren, in den Jungwald zurückkehrten, sind sich die Forscher bewusst, dass der Regenwald damit nicht wiederhergestellt ist. Die vollständige Rettung der Wälder könne Jahrhunderte dauern, wenn sie überhaupt möglich sei. Die Ergebnisse würden jedoch Hoffnung für die Zukunft geben. "Ich bin sehr überrascht", so Leopold. "Wir erleben ein beeindruckendes Wachstum der Artenvielfalt." Nach nur zehn Jahren sei das Gebiet wieder Heimat Hunderter von Arten.

Georg Eckelsberger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://bti.cornell.edu
http://www.biodiv.de

Weitere Berichte zu: Forstwirtschaft Regenwald Urzustand

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise