Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltministerin Höhn will Wasserwirtschaft nicht in private Hände geben

17.11.2000


... mehr zu:
»Wasserwirtschaft
Auf starkes Interesse stieß Bärbel Höhn, die Umweltministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, heute (17.11.00) mit ihrer Gastvorlesung in der Universität Dortmund "Ist Wasser noch bezahlbar?". Mehr als 100
Zuhörer hatten sich an der Fakultät Raumplanung eingefunden, um der Ministerin zuzuhören und sie anschließend mit Fragen und eigenen Vorschlägen einzudecken.

Ministerin Höhn beschrieb in ihrem Vortrag einen weiten Bogen. Sie sprach über ein dringliches Management der Weltwasser-Ressourcen ebenso wie über die Förderung von Regenwasseranlagen in nordrhein-westfälischen Haushalten durch das Land NRW. Da gutes Trinkwasser immer knapper werde, sagte die Ministerin ein Steigen der Wasserpreise voraus. "Aus 25.- DM pro Monat, die deutsche Haushalte heute für Wasser zahlen, können schon 27.- Mark werden. Darin sind aber die Kosten für einen ehrgeizigen Umwelt- und Ressourcenschutz enthalten, die in anderen Ländern in Europa noch längst nicht Standard sind", betonte die Ministerin.

Gerade des Umweltschutzes wegen erteilte Ministerin Höhn der Privatisierung der Wasserbewirtschaftung eine deutliche Abfuhr. Sie erwartet von der Privatisierung keine positiven Impulse, in völligem Unterschied zur Energiedebatte. Die Privatisierung der Wasserversorgung und des Abwassermanagements werde keine Kostensenkung bringen, es sei denn auf Kosten der Qualität und der Verbraucher. Die Privatisierung werde gerade raumplanerische Probleme verursachen. Denn Konzerne hätten nun mal mit einer Abstimmung über ihre Mauern oder Betriebsgrenzen hinaus wenig im Sinn.

Überschwemmungskatastrophe zeigt Probleme

Die Ministerin betonte insbesondere die Gefahren, die von einer unkontrollierbaren Durchleitung verschiedenster Wasserqualitäten ausgehen. Die Überschwemmungskatastrophe in England und die dort einsetzenden politische Diskussion um die Rücknahme der Privatisierung für die Wasser- und Abwasserleitungen zeige, dass der Weg der Privatisierung bei der Wasserversorgung nicht gangbar sei. Darin sei sie sich mit den übrigen deutschen Umweltministern einig.

Freilich könne sie nur hoffen, dass die Europäische Kartellkommissarin davon zu überzeugen sei. "Wasser gehört zur Daseinsvorsorge. Das gehört nicht auf den Markt. Nur vier Prozent der deutschen Wasserwirtschaft arbeitet heute privatwirtschaftlich. Wir zerschlagen hier eher unser gut funktionierendes System, wenn wir mit dem Privatisierungshammer daran gehen", zeigte sich die Umweltministerin überzeugt.

Die Zuhörer quittiertes es mit lang anhaltendem Beifall.

Klaus Commer | idw

Weitere Berichte zu: Wasserwirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Tausende Holztäfelchen simulieren Plastikmüll
23.02.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

Booth and panel discussion – The Lindau Nobel Laureate Meetings at the AAAS 2017 Annual Meeting

13.02.2017 | Event News

Complex Loading versus Hidden Reserves

10.02.2017 | Event News

International Conference on Crystal Growth in Freiburg

09.02.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie