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Forscher verhindern Heuschreckenplagen per Funk

14.06.2002


Sender auf Insekten sollen über Ort, Zeitpunkt und Grund einer Invasion informieren



Einige wenige Heuschrecken werden in diesem Sommer zu unwissentlichen Informanten werden. US-Forscher haben die Insekten mit Funksendern ausgerüstet, mit deren Hilfe die Wissenschaftler ihren Weg durch die Wüste von Utah verfolgen. Das Team um Greg Sword vom Northern Plains Laboratory des US-Landwirtschaftsministeriums hofft auf Erkenntnisse, welche Motivation die Heuschrecken auf ihrem "Zerstörungstrip" leitet. Nach Angaben eines aktuellen Nature-Berichts verursachten die Insekten dem Bundesstaat Utah im Jahr 2001 Kosten von 25 Mio. Dollar.



Durch die Signale können Forscher topographische Daten ermitteln und auswerten, welche Pflanzen bzw. welche klimatischen Verhältnisse die Heuschrecken bevorzugen. In der Folge sollen dadurch Heuschreckenplagen vorhergesagt werden können, um einen verheerenden Ausbruch, wie er in den 30-er Jahren stattfand künftig zu verhindern. "Mit den Funksendern soll ihr Ziel vorhersagbar werden", so Sword. Schon 10.000 bis 50.000 Insekten könnten bei einem Tagesmarsch von rund einem Kilometer pro Tag einen beträchtlichen Schaden anrichten.

Sword weist in diesem Rahmen auf ein wesentliches Problem hin. "Es gab einen Zeitraum von ungefähr zehn Jahren ohne nennenswerte Heuschreckenplagen", so Pat Lorch von der University of Toronto, Mississauga. Man wisse daher wenig über den Zeitpunkt, den Ort und den Grund einer Invasion. Gewöhnlich erreichen die Heuschrecken alle sieben Jahre eine beträchtliche Zahl, aber nur alle 50 bis 70 Jahre seien verheerende Plagen zu befürchten. Bekannt ist, dass die Heuschrecken bei jeder "Futterstelle" auf ihrem Weg stoppen und neben Aas, Ernten auch "gefallene" Heuschrecken aus den eigenen Reihen fressen. Dabei werden die Heuschrecken auch noch zu einem Verkehrsproblem. Um den Kannibalismus der z.B. überfahrenen Heuschrecken zu praktizieren, pausieren sie – was zu schwierigen Fahrbedingungen auf den Straßen führt.
(Ende)

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.erin.utoronto.ca

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