Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KLIMAWANDEL SCHLÄGT IMMER HÖHERE WELLEN - "Nature - Artikel" bringt neue Indizien

15.11.2000


Forschungsschiff in stürmischer

See


... mehr zu:
»Geophysik »Treibhauseffekt
Während in Den Haag Vertreter aus 160 Staaten zur sechsten Klimakonferenz zusammen kommen, präsentieren Wissenschaftler aus Bremen und Hamburg neue, beunruhigende Befunde zum globalen Wandel. In der
kommenden Ausgabe von "Nature" weisen sie nach, dass Stürme und Wellen seit 1954 deutlich zugenommen haben.

In den vergangenen Wochen zogen erste Herbststürme über Westeuropa hinweg. Meterhohe Brecher rollten auf die Küsten vor allem der britischen Inseln zu und brachten die Seeschifffahrt teilweise zum Erliegen. Im Landesinneren führten ergiebige Regenfälle im Gefolge der Sturmtiefs zu dramatischen Überschwemmungen.

Klimaforscher vermuten seit geraumer Zeit, dass der vom Menschen mitverursachte Treibhauseffekt stürmischere Zeiten im nordatlantischen Raum heraufbeschwört, dass Wind und Wellen vor allem den Küstenbauwerken verstärkt zusetzen. Beweisen konnten sie ihre These freilich nicht. Dazu waren die Wellenbeobachtungen auf Schifffahrtsrouten oder von Leuchttürmen zu ungenau. Aber auch Klimamodelle lieferten widersprüchliche Ergebnisse. Sie konnten den vermuteten Trend zu stürmischeren Zeiten infolge des globalen Wandels nicht eindeutig bestätigen.

Jetzt haben Bremer und Hamburger Wissenschaftler mit Hilfe einer neuen Beobachtungsmethode handfeste Indizien dafür gefunden, dass in den letzten Jahrzehnten die Wellenhöhen im Nordostatlantik tatsächlich zugenommen haben. Möglicherweise eine Folge stärkerer Herbst- und Winterstürme im Kielwasser des Treibhauseffekts. Ozeanbrecher und Brandungswellen an den Küsten versetzen die Erdkruste nämlich in Schwingungen. Diese Minibeben, die Geophysiker als Mikroseismik bezeichnen, werden seit langem mit Hilfe von Seismometern aufgezeichnet.

In einem am kommenden Donnerstag erscheinenden Artikel im Wissenschaftsblatt "NATURE" zeigen die Klimaforscher, dass Temperaturen, Stürme, Wellenhöhen und Mikroerdbeben für die Winterhalbjahre 1954 bis 1998 deutlich zugenommen haben - vor allen in den letzten beiden Jahrzehnten. Denn von 1954 bis 1977 - einem Zeitraum mit nur geringem globalen Temperaturanstieg - führte höherer Wellengang durchschnittlich an sieben Tagen im Monat zu besonders intensiven mikroseismischen Aktivitäten. Anders in den Jahren danach. Von 1978 bis 1998 schnellte das globale Fieberthermometer um 0,32 Grad Celsius in die Höhe. Stärkere Stürme und höheren Wellen waren offenbar die Folge, denn die Zahl der Tage mit starker mikroseismischer Aktivität stieg signifikant auf durchschnittlich 14 pro Monat an!

"Mit unserer Methode können wir zwar nicht angeben, um wie viel die Wellenhöhen in den letzten Jahrzehnten zugenommen haben", sagt Dr. Ingo Grevemeyer. Doch der Bremer Geophysiker ist sich sicher: "Die Trends für Wellenhöhen und Globaltemperaturen zeigen alle in die gleiche Richtung. Das legt einen Zusammenhang zwischen Treibhauseffekt und verändertem Sturmklima wirklich sehr nahe."


Anfragen/Interviews/Bildmaterial:
MARUM-Öffentlichkeitsarbeit
Albert Gerdes
Tel. 0421 - 218-7761
E-Mail: agerdes@marum.de

Albert Gerdes  | idw

Weitere Berichte zu: Geophysik Treibhauseffekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten