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Aus Abfällen werden Wertstoffe

12.06.2002


Weltweit einzigartige Synthesegasanlage der Lurgi Energie und Entsorgung GmbH


Ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll: Lurgi Energie und Entsorgung GmbH entwickelt BGL-Verfahren zur Vergasung von Abfall

Abfall zu deponieren hat zwei entscheidende Nachteile: Es ist ökologisch bedenklich und wird immer teurer. Eine technisch ausgereifte Alternative ist die Abfallverbrennung auf dem Rost in Müllheizkraftwerken. Dabei wird aus dem Abfall üblicherweise „lediglich“ Energie gewonnen. Im Verwertungsunternehmen SVZ (Sekundärrohstoff-Verwertungszentrum Schwarze Pumpe GmbH) im sächsischen Spreetal (Deutschland) wird ein ökologisch und wirtschaftlich sinnvollerer Weg gegangen: die Gewinnung von Synthesegas zur Erzeugung von Methanol und Strom aus Abfall.


Dies ist unter anderem durch den Einsatz von Vergasungstechnologien möglich. Das SVZ beschreitet diesen Weg und nutzt dabei die hocheffiziente Gaserzeugungstechnologie im Schlackebad der Lurgi Energie und Entsorgung GmbH, Ratingen (Deutschland).

Die Lurgi Energie und Entsorgung GmbH konnte jetzt die weltweit einzige Synthesegasanlage, die nach diesem Prinzip arbeitet, an den Kunden SVZ für den Dauerbetrieb übergeben. Dies ist ein wesentlicher Meilenstein in der Entwicklung des Vergasungsverfahrens (auch BGL-Vergasung genannt), das beim SVZ Abfall in hochwertiges Synthesegas verwandelt. Einsatzstoffe sind heizwertreiche Pellets aus Hausmüll, kontaminiertes Holz, Pellets aus Teerschlamm und Kompaktate aus Mischkunststoffen, die in einem Verhältnis von etwa 4 : 1 mit Kohle gemischt werden.

Bereits im April 2001 war die vorläufige Betriebsübernahme der Gaserzeugungsanlage durch das SVZ erfolgt. Die darauf folgende Optimierungsphase bestätigte, dass die Garantiewerte voll und ganz erreicht werden. So wird beispielsweise problemlos eine Duchsatzleistung von 30 Tonnen pro Stunde mit unterschiedlichen Menüzusammensetzungen erzielt.

Die hier eingesetzte Gaserzeugungstechnologie wurde gemeinsam von British Gas und Lurgi (daher der Name BGL-Vergasung) in den 70er Jahren zur Gaserzeugung aus Kohle entwickelt. Diese bewährte Technik wurde von Lurgi Energie und Entsorgung GmbH nun erstmals für den Anwendungszweck der Abfallvergasung realisiert. Das Verfahren ist als klassischer Gegenstromvergaser ausgeführt und arbeitet bei einem Betriebsdruck von 25 bar mit Sauerstoff und Wasserdampf als Vergasungsmittel mit hohem Wirkungsgrad bei der Umwandlung. Der Einsatzstoff aus Abfällen und Kohle reagiert mit dem Vergasungsmittel zu einem gasförmigen Endprodukt, das nach Reinigung als Synthesegas beim SVZ zur Erzeugung von Methanol und Strom genutzt wird.

Darüber hinaus werden durch die hohen Temperaturen von 1.200 bis 1.400 °C während der Vergasung die in den Abfällen vorhandenen Schadstoffe vernichtet. Die verglaste Schlacke - als einziges Abfallprodukt aus dem Vergaser - bindet noch vorhandene Schadstoffe fest ein und kann als Baustoff eingesetzt werden.

Die Technik des BGL-Gaserzeugers ist eine Weiterentwicklung des weltweit eingesetzten Vergasungsverfahrens mit Drehrost. Verglichen mit diesem Verfahren bietet der BGL-Vergaser erhebliche Vorteile: zum Beispiel einen höheren Durchsatz mit einem deutlich geringeren Vergasungsmittelverbrauch und die Erzeugung von einfach zu deponierender Schlacke anstelle von Asche.

Das SVZ als Betreiber und Lurgi als Anlagenbauer sehen günstige Voraussetzungen für die Verbreitung der modernen, umweltfreundlichen BGL-Technologie zur Vergasung von Abfall. Auch bei anderen potenziellen Kunden entwickeln sich derzeit vielversprechende Projekte für den Einsatz des BGL-Vergasers.

| mg technolgies ag

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