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Permafrostbohrung in über 3000m Höhe am Stockhorn/Zermatt startet am 26. Juli

24.07.2000


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»PACE-Projekt
Arbeitsgruppe "Klima und Naturgefahren" unter der Leitung des Geographen Prof.Dr. Lorenz King an PACE-Projekt beteiligt

Im Rahmen des EU-Projektes PACE (Permafrost and Climate in Europe - Climate Change, Mountain Permafrost Degradation und Geotechnical Hazard), das bereits seit Januar 1998 läuft und an dem die Gießener Arbeitsgruppe "Klima und Naturgefahren" unter der Leitung des Geographen Prof. Dr. Lorenz King beteiligt ist, beginnt in den nächsten Tagen eine Permafrostbohrung auf dem Stockhorn (3410 m ü. M.) bei Zermatt. Ziel dieser und weiterer Bohrungen an verschiedenen Orten zwischen Spitzbergen und der Sierra Nevada (Südspanien) ist die Registrierung des Temperaturverlaufs in mindestens 100 m tiefem dauernd gefrorenem Fels, um so durch ein "Longterm Monitoring" in einem europäischen Nord-Süd-Profil Klimaänderungen erfassen und allgemein mögliche Bergsturzgefahren bei potientiell gefährdeten Permafrosthängen in europäischen Gebirgen feststellen zu können.

Hauptziele des PACE-Projektes, an dem die Universitäten Madrid, Rom, Zürich (Universität und ETH), Gießen, Jena, Cardiff, Stockholm und Oslo beteiligt sind und das mit über 3 Millionen DM von der EU-Kommission und dem Schweizer Nationalfonds SNF finanziert wird, sind:
· die Entwicklung von Methoden zur Erfassung und Modellierung der Verbreitung von Gebirgspermafrost,
· die Messung des Einflusses der Klimaerwärmung auf Permafrost in europäischen Hochgebirgen und
· die Abschätzung möglicher Einflüsse eines Permafrost-Rückganges auf Hanginstabilitäten und der damit verbundenen Naturgefahren wie Murgänge, Hangrutschungen, Felssackungen und Bergstürze.

Die Forschungsarbeiten werden in verschiedenen "Work Packages" durchgeführt:
- In insgesamt acht europäischen Testgebieten werden Bohrlöcher mit Temperaturmessfühlern in verschiedenen Tiefen instrumentiert.
- Zur Erfassung der horizontalen Verbreitung von Gebirgspermafrost wird eine optimale Kombination geophysikalischer Prospektionsmethoden entwickelt.
- Ein rechnergestütztes Modell dient der Prognose zu erwartender Veränderungen der Permafrostverbreitung.
- Mit Hilfe einer geotechnischen Zentrifuge werden Auslöser für Hanginstabilitäten und die Mechanismen von Massenbewegungen in zeitgerafften Labormodellen untersucht.
Sämtliche gewonnenen Daten dienen der Entwicklung neuer Methoden zur Beurteilung der Einflussgröße "Permafrost" bei der Abschätzung des Potentials von Naturgefahren in europäischen Hochgebirgen.

Im Rahmen dieses Projektes ist die Arbeitsgruppe "Klima und Naturgefahren" des Geographischen Instituts der Justus-Liebig-Universität Gießen unter der Leitung von Prof. Dr. Lorenz King jetzt dabei, die Bohrung am Stockhorn bei Zermatt vorzubereiten. Voraussichtlich am 26. Juli 2000 wird mit der ersten Bohrung bis zu einer Tiefe von 100 m begonnen. Die Ausrüstung, darunter zwei Kompressoren mit je 2,3 Tonnen Gewicht, muss mit Hubschraubern auf eine Höhe von über 3 400 m ü. M. transportiert werden. Nach Sicherung, Abdichtung und Instrumentierung des Bohrlochs ist für den 8./9. August dann die Rückkehr geplant.

Bislang wurden im Rahmen des PACE-Projekts von der Gießener Arbeitsgruppe im Mattertal zwischen Grächen und Zermatt/Stockhorn bereits folgende Arbeiten durchgeführt:
- Geomorphologische Kartierungen
- Vegetationskartierungen
- Bodentemperatur-Messungen
- Geophysikalische Permafrostsondierungen
- Modellierung der Permafrostverbreitung

In einem Folgeprojekt im Zeitraum 2001 bis 2003 sollen die Untersuchungen praxisbezogen auf folgende Ziele konzentriert werden:
- Stabilität und Bewegungsverhalten gefrorener Hangpartien,
- Quantifizierung möglicher Auswirkungen und Risiken im Zusammenhang mit diesen Prozessen,
- Sozio-ökonomische Aspekte im Umgang mit Naturgefahren,
- Methoden zur Verminderung des Naturgefahrenpotentials.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Lorenz King
Institut für Geographie
Senckenbergstraße 1
35390 Gießen
Tel.: 0641/99-36205
Fax: 0641/99-36209
e-mail: Lorenz.King@geogr.uni-giessen.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Christel Lauterbach |

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