Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektroroller für umweltverträgliches Pendeln

22.02.2008
Wer statt mit einem Benzin betriebenen Auto auf einem Elektroroller zur Arbeit pendelt, schützt die Umwelt und das Klima. Die Zwischenergebnisse einer Studie der Empa im Auftrag des Bundesamts für Energie zeigen, dass E-Scooter rund 17-mal weniger Treibhausgase produzieren als ein durchschnittliches Wagen in der Schweiz. Vor allem in Städten wie Zürich könnten Elektrofahrzeuge deshalb zu einer umweltverträglicheren Mobilität beitragen.

Der Verkehr trägt in der Schweiz mit knapp 30 Prozent aller Treibhausgasemissionen am stärksten zur Klimaerwärmung bei. Elektrisch betriebene Fahrzeuge wie E-Scooter könnten den CO2-Ausstoss massiv verringern - sofern der Strom aus nicht fossilen Quellen stammt, beispielsweise in Form von Solarstrom. Die Empa hat nun für das Bundesamt für Energie mit einer Ökobilanzstudie errechnet, wie gross der Umweltnutzen von Elektrorollern im städtischen Umfeld sein könnte.

"Im Vergleich mit einem durchschnittlichen Personenwagen produziert ein mit dem heutigen Schweizer Strommix betriebener E-Scooter während seiner gesamten Lebensdauer und bezogen auf einen Fahrkilometer rund 17-mal weniger Treibhausgase", fasste Empa-Forscher Marcel Gauch an der Medienkonferenz zur Sonderschau "E-Scooters" der diesjährigen SwissMoto in Zürich vom 20. Februar das Hauptergebnis zusammen. Innerhalb der Zweiräder schneiden die elektrischen noch rund 11-mal "sauberer" ab als die "Benziner".

E-Scooter als attraktives Pendlerfahrzeug

... mehr zu:
»Pendler »Treibhausgas

Eine Viertelmillion Pendler und Pendlerinnen fahren täglich mit Auto oder Motorrad in die Stadt Zürich zur Arbeit und produzieren dabei CO2, Feinstaub und das Reizgas Ozon, ganz zu schweigen von der Lärmbelästigung. Elektrisch betriebene Roller vor allem für den Pendelverkehr könnten eine umwelt- und gesundheitsverträgliche Alternative bieten. Die vorläufigen Ergebnisse der Empa-Studie zeigen, dass falls sich ein Pendler entscheidet, zusätzlich zum Auto einen Elektroroller fürs Pendeln anzuschaffen, "hätte er bereits nach 1500 Fahrkilometer die durch Herstellung und Betrieb des E-Scooters zusätzlich zum Auto entstandenen Treibhausgase wieder eingespart", verdeutlicht Empa-Mitautor Rolf Widmer die ökologischen Anreize der E-Mobilität.

Der zusätzliche Stromverbrauch durch diese Elektroroller wäre dabei gering: Wenn alle motorisierten Pendler in der Stadt Zürich auf elektrisch betriebene Zweiräder umstiegen, würden dazu lediglich 0,13 Prozent der gesamtschweizerischen Stromproduktion benötigt. Ein interessantes Szenario ergibt sich aus einer aktuellen Studie des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (EWZ). Derzufolge eignen sich eineinhalb Quadratkilometer Dachfläche der Stadt für die Produktion von Solarstrom. Damit könnte sogar die doppelte Anzahl PendlerInnen mit einhundert Prozent erneuerbarem Strom versorgt werden. Diese Strommenge würde andererseits auch ausreichen, um sämtliche Zweiräder der Schweiz elektrisch zu betreiben.

Bis diese Szenarien der Empa-Wissenschaftler jedoch Realität werden könnten, sind noch Überzeugungsarbeit und Weiterentwicklungen im Bereich der elektrischen Fahrzeuge nötig. Einen Blick in die mögliche Zukunft bietet nach der SwissMoto auch der Autosalon in Genf, der am 6. März seine Tore öffnet, und in dessen Zentrum Elektroautos stehen; angekündigt sind 17 neue Modelle mit Elektroantrieb.

Weitere Informationen

Marcel Gauch, Technologie und Gesellschaft, Tel. +41 71 274 78 54, marcel.gauch@empa.ch

Rolf Widmer, Technologie und Gesellschaft, Tel. +41 71 274 78 63, rolf.widmer@empa.ch

Martin Kilchenmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.empa.ch

Weitere Berichte zu: Pendler Treibhausgas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie gefährlich ist Reifenabrieb?
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Verbreitung von Fischeiern durch Wasservögel – nur ein Mythos?
19.02.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics