Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Otterbahn frei!" für deutsch-tschechisches Gewässernetz

15.02.2008
Der Startschuss für das Projekt "Otterbahnen nach Oberfranken" der Ökologischen Bildungsstelle Oberfranken (ÖBO) ist gefallen. "Es geht um die Vernetzung von Lebensräumen, die für die Bewahrung von Natur und Artenschutz weltweit von entscheidender Bedeutung ist! Deshalb haben wir hier einen Schwerpunkt unserer Aktivitäten und sind dem Otter seit Jahren verbunden", betonte heute Hubert Weinzierl, Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), zur Eröffnung des deutsch-tschechischen Projektes.

Die DBU fördert es mit gut 120.000 Euro. Als Symbol dafür, dass Fischotter in Oberfranken bald wieder Spuren hinterlassen werden, erhielten von Projektleiterin Dr. Katrin Ruff im Wasserschloss Mitwitz Dr. Marcel Huber, Staatssekretär des bayerischen Umweltministeriums, Regierungspräsident Wilhelm Wenning, Vorsitzender der Oberfrankenstiftung, und Sebastian Schönauer, stellvertretender Vorsitzender des Bundes Naturschutz in Bayern, goldbesprühte Ottertrittsiegel.

"Durch Mitteleuropa klafft eine riesige Verbreitungslücke, die den Artbestand der stark gefährdeten Otter in einen östlichen und einen westlichen aufspaltet", erklärte Ruff. "Das Projekt 'Otterbahnen nach Oberfranken' soll die tschechischen Fischotter über Oberfranken nach Luxemburg und Belgien lotsen." Die tschechischen Naturschutzbehörden und die Tschechische Otterstiftung seien eng in das Projekt eingebunden. Ruff: "Der Otter ist nicht nur ein Symbol für einen nachhaltigen Gewässerschutz, er wird auch zum Botschafter für grenzüberschreitenden Naturschutz!"

Das Otterbahnen-Projekt starte sogleich in großen Schritten, kündigte Ruff an: Die projektbegleitende, gerade online gestellte Webseite www.otterfranken.de vernetze interessierte Fachleute und Naturschützer in einer "Ottermunity". Am 6. und 7. März findet die Tagung "Gewässerentwicklung und Lebensraumkorridore für und mit der Leittierart Fischotter" im bayerischen Mauth statt. Dort wird auch die projektbezogene Wanderausstellung "Fischotter" in deutscher und in tschechischer Sprache eröffnet.

... mehr zu:
»Naturschutz

DBU-Kuratoriumsvorsitzender Weinzierl betonte, "Naturschutz und Artenvielfalt sind grenzüberschreitende Angelegenheiten!" Die Zerschneidung von Lebensräumen, insbesondere in Westdeutschland sowie auch in Oberfranken, habe den Otter fast gänzlich verschwinden lassen. "Wie gut, dass es im benachbarten Tschechien noch eine stabile Population gibt!" Das Projekt der ÖBO sei ein vorbildliches Modell für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Hauptgrund für die DBU-Unterstützung sei die Zusammenführung der unterschiedlichen Projektpartner aus Oberfranken und Tschechien im Interesse des Naturschutzes.

Zahlreiche Projekte seien von der DBU bereits unterstützt worden, darunter das für den Schutz des Fischotters in Deutschland und Europa zielführende Otterhabitat-Netzwerk Europa (OHNE), das noch unter der Regie des verstorbenen, weltweit führenden Otter-Protagonisten Claus Reuther entwickelt wurde. Auch das Blaue Metropolnetz in Hamburg, ein Projekt des Otterzentrums Hankensbüttel, gehöre dazu. Neben dem Otter, der als gefährdetes Säugetier für Gewässersysteme stehe, liege ein starker Fokus der DBU-Förderung auf der Wildkatze als "Flaggschiff-Tierart" für den Lebensraum Wald.

Ganz besonders stolz sei die DBU auch darauf, so Weinzierl, dass die Projektinitiatorin Dr. Katrin Ruff als ehemalige Promotionsstipendiatin der DBU nach einem hervorragenden Abschluss nun im Schloss Mitwitz arbeite. Die Diplom-Biologin promovierte über die Ernährung und Haltung des Fischotters.

Franz-Georg Elpers | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/123artikel27477_106.html

Weitere Berichte zu: Naturschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Konzept der Universität Rostock zur Ölhavarie-Bekämpfung erfolgreich auf der Warnow erprobt
07.12.2017 | Universität Rostock

nachricht Aquakultur: Neues Verfahren spürt Umweltbelastungen durch Lachsfarmen schneller auf
05.12.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit