Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste internationale Unternehmensinitiative für den Schutz der biologischen Vielfalt

14.02.2008
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel stellt Initiative “Business & Biodiversity“ vor

Erstmals hat sich eine Gruppe international führender Unternehmen aus ver¬schiedenen Branchen zu ihrer Verantwortung für den Schutz und die nachhal¬tige Nutzung der biologischen Vielfalt bekannt.

Der von Bundesumweltminis¬ter Sigmar Gabriel angestoßenen Initiative „Business and Biodiversity“, die heute in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, hat sich inzwischen ein gutes Dutzend namhafter Firmen angeschlossen, darunter die Volkswagen AG, HeidelbergerCement und die Otto Group. In einer gemeinsamen Erklärung verpflichten sich die Unternehmen zu weit reichenden Aktivitäten, um dem Schutz der biologischen Vielfalt in ihrer Unternehmenspolitik einen besonde¬ren Stellenwert zu geben.

Zu den Erstunterzeichnern der Initiative gehören mehr als ein Dutzend Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen. Die Bandbreite reicht von Firmen wie Bionade und Weleda aus Deutschland über Kajima Construction und Oji Paper aus Japan bis hin zur Orsa-Gruppe aus Brasilien, einem Unternehmen der Holzwirtschaft. Die Mitgliedsfirmen verpflichten sich unter anderem dazu, die Auswirkungen ihrer Aktivitäten auf die biologische Vielfalt zu analysieren und ihr Umweltmanagementsystem entsprechend auszurichten. Zur Berichterstattung und Steuerung aller Aktivitäten im Bereich Biodiversität soll eine verantwortliche Stelle bei der Unternehmensleitung eingerichtet werden. Auch Zulieferer sollen über die Biodiversitätsziele des Unternehmens informiert und schrittweise eingebunden werden.

... mehr zu:
»Biodiversität

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel: „Wenn wir die Ziele der Konvention über die Biologischen Vielfalt umsetzen und damit die natürlichen Lebensgrundlagen für künftige Generationen bewahren wollen, ist es entscheidend, alle Teile der Gesellschaft einzubinden, gerade auch die Wirtschaft. Denn die Erhaltung der Biodiversität ist nicht nur eine ethisch-moralische Verpflichtung, sondern auch eine ökonomisch notwendige und zentrale Aufgabe. Die Initiative ,Business & Biodiversity’ ist ein entscheidender Schritt vorwärts. Hier zeigen Unternehmen Flagge und übernehmen Verantwortung im Naturschutz. Diese Firmen sind Vorreiter in ihren jeweiligen Branchen.“

„Die Vielfalt an Arten ist auch für Unternehmen von unschätzbarem Wert“, erklärte Prof. Dr. Martin Winterkorn, der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG. Deshalb engagiere sich Volkswagen auch „an seinen Standorten in aller Welt seit Jahren in konkreten Projekten für den Natur- und Artenschutz“.

Dr. Bernd Scheifele, Vorstandsvorsitzender von HeidelbergCement, betonte die Relevanz für sein Unternehmen: „Der verantwortliche Umgang mit natürlichen Rohstoffen aus 750 Steinbrüchen und Abbaustätten weltweit ist die Basis unseres Wirtschaftens und macht HeidelbergCement zukunftsfähig. Dabei integrieren wir die Förderung der biologischen Vielfalt als wesentliches Ziel von Rekultivierung und Renaturierung systematisch in unsere Konzepte".

Dr. Johannes Merck, Direktor Corporate Responsibility der Otto Group: „Wir alle sind gefordert, einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität zu leisten. Otto fördert dieses Ziel bereits seit langem durch eine nachhaltige Wirtschaftstätigkeit. Außerdem haben wir gerade eine ambitionierte Klimaschutzstrategie für unsere Unternehmensgruppe entwickelt. Wir sind der Auffassung, dass wir die Ökosysteme auf unserem Planeten nur dann langfristig erhalten können, wenn wir die drohende Erderwärmung in den Griff bekommen. Auch dies ist ein Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt, für die wir uns zukünftig weiterhin engagieren und neue Projekte anstoßen werden.“

Deutschland ist vom 19. bis 30. Mai 2008 Gastgeber der 9. UN-Konferenz der internationalen Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt zu der 5.000 Teilnehmer aus 190 Staaten in Bonn erwartet werden. Erklärtes Ziel der UN-Naturschutz¬konferenz ist, die Wirtschaft stärker in die Erreichung der Ziele der Konvention einzubinden. Während der Konferenz wird die Initiative „Business & Biodiversity“ der Weltöffentlichkeit vorgestellt und weitere herausragende Beispiele von Unternehmen und Unternehmensgruppen sollen in Ausstellungen und Workshops präsentiert werden.

Bislang sind folgende Unternehmen der Business & Biodiversity Initiative beigetreten: Bionade, HeidelbergCement, Hipp, Kajima Construction (Japan), Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Krombacher, Miramonte Mining (Schweiz), Natura (Kosmetik, Brasilien), Otto-Group, Oji Paper (Japan), Orsa-Gruppe (Holzwirtschaft, Brasilien), Volkswagen AG und Weleda. Brasilien als Ausrichter der letzten Vertragsstaatenkonferenz 2006 und Japan als Gastgeberland 2010 sowie die EU Kommission sind in die Initiative eingebunden.

Bis zum Beginn der UN-Naturschutzkonferenz sollen noch weitere Firmen gewonnen werden, die weltweit ein Signal setzen und deren Einsatz für die Artenvielfalt glaubwürdig ist. Unter dem internationalen Motto „Biodiversity In Good Company“ stellen sie sich in Bonn gemeinsam der Weltöffentlichkeit vor.

Das Bundesumweltministerium hat die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH beauftragt, die Initiative „Business and Biodiversity“ in die Tat umzusetzen. Kontakt: Marion Frank/Michaela Wilczek, E-Mail: business-biodiv@gtz.de , Tel. 030-72614-144.

Weitere Informationen zur Initiative im Internet unter http://www.bmu.de/naturschutz_biologische_vielfalt/downloads/doc/40622.php

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de
http://www.bmu.de/naturschutz_biologische_vielfalt/downloads/doc/40622.php

Weitere Berichte zu: Biodiversität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften