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Batterien nicht in den Hausmüll!

03.06.2002

Zum Tag der Umwelt am 5. Juni 2002:

Umweltbundesamt veröffentlicht überarbeitete Broschüre "Batterien und Akkus - das wollten Sie wissen!"
Viele Tonnen giftiger Schwermetalle aus Batterien und Akkus gelangen immer noch unkontrolliert in die Umwelt, weil schadstoffhaltige Batterien und Akkus nicht ordnungsgemäß entsorgt werden. Obwohl es verboten ist, landen immer noch rund 50 Prozent der verbrauchten Batterien im Hausmüll. Anlässlich des internationalen Tages der Umwelt am 5. Juni 2002, der unter dem Motto steht "Nachhaltige Entwicklung - unsere Chance für die Zukunft", appelliert der Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge, an die Bürgerinnen und Bürger sowie an den Handel: "Verbrauchte Batterien und Akkus gehören nicht in den Hausmüll. Lassen Sie diese nur über den Fachhandel oder durch Batterie-Sammelstellen entsorgen. Das ist ein konkreter Beitrag zum Umweltschutz."

Seit 1998 verpflichtet die Batterieverordnung alle Bürgerinnen und Bürger, verbrauchte Batterien und Akkus ausschließlich über den Handel oder die speziell dafür eingerichteten Sammelstellen zu entsorgen (gesetzliche Rückgabepflicht). Handel und Hersteller sind verpflichtet, diese Batterien zurückzunehmen und ordnungsgemäß zu verwerten oder als Sondermüll zu beseitigen (gesetzliche Rücknahmepflicht).

Im Jahr 2001 wurden nur etwa 40 Prozent der verkauften Batterien auch zurückgegeben. Das bedeutet: Immer noch werden viele Batterien mit dem Hausmüll entsorgt. Das bestätigt eine Studie im Auftrag der GRS (Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien). Entgegen der gesetzlichen Bestimmungen landeten im Jahr 2001 rund 100 Gramm Batterien pro Einwohner im Hausmüll. Das ist eine Gefahr für die Umwelt.

Besonders problematisch ist dies bei schwermetallhaltigen Batterien und Akkus, wie zum Beispiel Quecksilberoxid (HgO)-Knopfzellen und Nickel-Cadmium (NiCd)-Akkus.

HgO-Knopfzellen finden zum Beispiel Anwendung in Uhren und Taschenrechnern; NiCd-Akkus werden als wiederaufladbare Batterien in der Unterhaltungselektronik

(zum Beispiel bei tragbaren Abspielgeräten für Kassetten und CD) oder auch in Akku-betriebenen Haus- und Heimwerkergeräten eingesetzt.

Quecksilberoxid-Knopfzellen bestehen zu 20 bis 40 % aus Quecksilber, NiCd-Akkus zu etwa 20 % aus Cadmium. Beide Schwermetalle sind hochgiftig und haben auch Auswirkungen auf die Nahrungskette. Der Quecksilbergehalt einer einzigen Knopfzelle kann bei weiterer Verteilung ausreichen, um 800.000 Liter Wasser über den Trinkwassergrenzwert hinaus zu belasten. Quecksilber schädigt insbesondere das Nervensystem; Cadmium kann zu Nieren- und Knochenschäden führen und gilt als krebserregend.

Seit Mitte 2001 ist der Verkauf von Quecksilberoxid-Zellen verboten. Batterien dürfen seitdem nur noch 0,0005 % Quecksilber, Knopfzellen allerdings noch bis zu 2 % Quecksilber enthalten. Dennoch wurden im Jahr 2001 noch 21 Tonnen (t) dieser Batterien verkauft Da die Rücknahmequote bei Knopfzellen nur bei etwa 10 % der Verkaufsmenge liegt, ist der Verbleib von rund sechs Tonnen Quecksilber ungeklärt.

Für NiCd-Akkus betrug die Rücknahmequote im Jahr 2001 rund 45 %. Bei einer Verkaufsmenge von knapp 3.000 t bedeutet dies, dass fast 300 t Cadmium nicht ordnungsgemäß entsorgt wurden.

Die bestehenden Cadmium-Konzentrationen in der Umwelt liegen teilweise bereits über der Unbedenklichkeitsschwelle. Ist Cadmium einmal in die Umwelt gelangt, wird es dort nicht abgebaut. Daher sollte jede weitere Belastung vermieden werden.

Eine 100%ige Rücknahmequote der verkauften Batterien scheint auch auf lange Sicht nicht erreichbar. Deshalb wäre hier ein Grenzwert für Cadmium in Batterien und Akkus der sicherste Weg, Cadmiumeinträge in die Umwelt zu verhindern. Eine Begrenzung des Cadmiumgehalts auf 0,002% ab 2008 war im Jahr 2001 auf EU-Ebene bereits in der Diskussion.

Josephine Bienert | idw

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