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Serengeti und Masai Mara sind Schauplätze der größten Tierwanderung der Welt

12.02.2008
1,2 Millionen Gnus sind jedes Jahr in Ostafrika auf einem 500 Kilometer langen Rundkurs unterwegs – von der Serengeti-Steppe im Süden zur Savanne der Masai Mara im Norden und zurück. Ihnen folgen 400.000 Thomson-Gazellen und rund 250.000 Zebras.

Sie alle ziehen das ganze Jahr auf der Suche nach frischem Wasser und Gras durch Steppe, Buschland und Wälder. Es ist eine Reise ohne Anfang und ohne Ende, ein ewiger Kreislauf des Lebens und Sterbens. Angetrieben von Durst, Hunger und dem Drang, sich fortzupflanzen, ziehen die Grasfresser über einen 500 Kilometer langen Rundweg dem Wasser hinterher.

Die Regenzeit verbringen sie am Ngorongoro-Krater in Tansania. Von dort ziehen sie ab Juni Richtung Viktoriasee und im August weiter nach Norden zum Mara-Fluss. Er ist der einzige Fluss in der Serengeti, der das ganze Jahr über Wasser führt.

An ihre Fersen heften sich wachsame Löwen, Geparden und Leoparden, Hyänen, Schakale und Geier. Beim Durchqueren der Flüsse warten Krokodile auf sie. Sie alle nehmen Teil an dieser „Tour de Force“, die, wie die Einheimischen sagen, „so alt ist wie die Hügel“. Und sie alle sind in ihrem Schicksal eng miteinander verbunden.

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Auf ihrem Weg nach Norden weiden die Gnus das hohe, nach der Regenzeit vertrocknende Gras ab und regen es so zu neuem Wachstum an. Das frische Gras bildet die Nahrungsbasis der Thompson-Gazellen, die den Gnus Wochen später folgen, und sich nur von den grünen Halmen ernähren, die nach der Beweidung durch die Gnus nachwachsen. Das vertrocknete Langgras könnten sie gar nicht verdauen.

Der Lebensquell
Entscheidend für die Region ist der 395 Kilometer lange Mara-Fluss. Er entspringt in 2.920 Metern Höhe in den kenianischen Mau-Wäldern, fließt hinab durch das Masai Mara-Wildreservat, den Serengeti-Nationalpark und die Masurua-Sümpfe und mündet schließlich in den Viktoria-See. Das 13.325 Quadratkilometer große Einzugsgebiet des Mara liegt zu zwei Dritteln in Kenia und zu einem Drittel in Tansania.

Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts ist das Gesamtwasservolumen um 60 Prozent zurückgegangen. Ursache sind vor allem die massive Abholzung des Mau-Waldes im Quellgebiet des Mara und der steigende Wasserverbrauch für umfangreiche Bewässerungen. Ein Großteil des Wassers des Mara wird bereits in Kenia für ökonomische Zwecke genutzt, bevor er die Serengeti in Tansania überhaupt erreicht.

Sowohl ein ausreichend großes Wasservolumen im Mara-Fluss als auch eine gute Wasserqualität sind ausschlaggebend für den Fortbestand des Wandersystems der Tiere, aber auch für die Landwirtschaft und die Menschen im Einzugsgebiet. Würde das Wasservolumen des Mara-Flusses weiter zurückgehen, so hätte dies verheerende Folgen für alle.

Das WWF-Ziel
Oberstes Ziel ist daher ein binationales Management der Wasserressourcen im Ein­zugsgebiet des Mara-Flusses. Damit sollen die lebenswichtigen ökologischen Funktionen der Region dauerhaft gesichert und ein Zusammenbruch dieses außergewöhnlichen Lebenskreislaufs verhindert werden.

Eine grenzüberschreitende Flusskommission für das Ein­zugsgebiet des Mara-Flusses soll die Erhaltung und Bewirtschaftung der Wasserressourcen kontrollieren und steuern. Auf diese Weise, so das WWF-Ziel, soll bis Ende 2009 die Verschlechterung der Wasserqualität und die Verringerung der Abflussmenge gebremst und bis Ende 2012 eine Verbesserung der Verhältnisse erreicht werden. Dazu sollen ökologisch notwendige Mindestabflüsse ermittelt und festgelegt werden – Grundlage für die Tierwanderungen wie auch Lebensgrundlage für die lokale Bevölkerung der Region.

Die Zusammenarbeit
Der WWF arbeitet bereits über seine Büros vor Ort mit politischen Entscheidern in Kenia und Tansania zusammen. Darüber hinaus ist die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) ein wichtiger Partner der WWF-Aktivitäten. Diese arbeitet bereits seit über 50 Jahren in Ostafrika und speziell der Serengeti und dem Masai Mara-Wildreservat und entwickelt Artenschutzprogramme und Managementpläne, unterstützt Forschungsvorhaben und bildet Wildhüter aus.

| WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

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