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SOS-Ölunfallbekämpfung bei schwerer See

04.02.2008
Wissenschaftler der TU Berlin verbessern Öl-Skimmer für den Einsatz bei hohen Wellen und schneller Fahrt

Trotz rückläufiger Statistiken und Verbesserungen der Schiffs- und Verkehrssicherheit - beispielsweise durch die Einführung von Doppelhüllentankern - stellen Tankerhavarien und die damit verbundene Gefahr von Ölaustritt eine erhebliche Bedrohung dar.

Jedes einzelne Unglück - wie der Untergang der "Prestige" im Golf von Biscaya - führt zu verheerenden Konsequenzen für die maritime Flora und Fauna, aber auch zu ökologischen und ökonomischen Katastrophen für die betroffenen Küstenregionen und Unternehmen. Um solche Gefahren abzuwenden, werden am Fachgebiet Meerestechnik der TU Berlin unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Günther Clauss sogenannte Ölunfallbekämpfungssysteme entwickelt. Dazu gehören unter anderem die mobilen Einheiten "MPOSS" und "Knechtsand" für den Einsatz in Küstenregionen bei moderatem Seegang.

Für die Ölunfallbekämpfung bei rauer See wurde neuerdings ein "Seegangsunabhängiger Oelskimmer" (SOS) an der TU Berlin konzipiert. Das bereits in Deutschland und den USA patentierte, rein mechanische System zeichnet sich durch hohe Robustheit und Effizienz aus, da es ohne bewegliche Teile auskommt und auch bei hohen Wellen noch operieren kann. Der Ölfilm strömt entlang der Bugunterseite des SOS bis zu einer Separationsklinge, die ihn von der Hauptströmung trennt und in einen sogenannten Moonpool leitet. An der Abrisskante entsteht ein Wirbel, der das Öl zur freien Wasseroberfläche beschleunigt. Von dort wird es durch Sloshing-Bewegungen über eine Böschung in Setztanks transportiert, wo es abgepumpt wird.

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Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten und kürzlich um ein Jahr bis April 2009 verlängerten Forschungsvorhabens "Analyse der Ölseparation bei Ölskimmersystemen im Seegang" wird ein numerisches Verfahren entwickelt, mit dem die Strömungsverhältnisse um das Ölskimming-System in verschiedenen Seegängen wie auch die seegangsinduzierten Bewegungen des frei fahrenden Skimmers analysiert werden können. Nach Abschluss der Entwicklung des numerischen Verfahrens kann der Wirkungsgrad des SOS in Abhängigkeit des Seegangs, der Fahrtgeschwindigkeit und der Ölsorte in dreiphasigen Strömungssimulationen berechnet werden. Auf dieser Basis erfolgt dann die Optimierung des Skimmers durch eine gezielte Variation verschiedener System- und Betriebsparameter. Ziel ist die Erweiterung des Einsatzspektrums auf hohe Seegänge und damit eine deutliche Steigerung der Leistungsfähigkeit. Als potentielles Trägerschiff für den SOS bietet sich der "FUTURA Tanker" an, da dieser bereits eine dem Skimmer ähnliche Bugform aufweist. Auch das "MPOSS" ließe sich mit relativ geringem Kostenaufwand als Trägerschiff für SOS umfunktionieren.

Florian Sprenger

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Prof. Dr.-Ing. Günther Clauss, TU Berlin, Institut für Land- und Seeverkehr, Fachgebiet Meerestechnik, Tel.: 030/314-23105, E-Mail: clauss@naoe.tu-berlin.de, Dipl.-Ing. Florian Sprenger, Fachgebiet Meerestechnik, Tel.: 030/314-23412, E-Mail: f.sprenger@naoe.tu-berlin.de

Hinweis: Dieser Beitrag ist das "Thema der Woche - EIN-Blick für Journalisten" auf dem TUB-newsportal. Sie finden dort neben dem Beitrag eine Fotogalerie, einen Experten-dienst sowie weiterführende Links:

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Dr. Kristina R. Zerges | idw
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