Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Statt Einheitsgrün mit Golfrasen bunte Gärten - Vielfalt nützt Vögeln und Menschen

22.01.2008
Tipps der Deutschen Wildtier Stiftung für einen vogelfreundlichen Garten

Auch mitten in der Stadt kann ein Garten ein Paradies für Vögel und Insekten sein. Die Zauberformel heißt Vielfalt. Vögel und Insekten lieben und brauchen viele, unterschiedliche sowie einheimische Sträucher, Büsche und Pflanzen. "Ein eintönig gestalteter Garten mit akkurat gestutzten Hecken und makellosem Golfplatzrasen ist für die meisten Vogelarten und Insekten kein Platz zum Leben", erläutert Birgit Radow, Geschäftsführerin der Deutschen Wildtier Stiftung.

Im vogelfreundlichen Garten finden - von der Amsel bis zum Zilpzalp - neben Futter auch Nistgelegenheiten, Verstecke und eine Wasserstelle zum Trinken und Baden. Die Gärtner werden dreifach belohnt: mit einem bunten Garten, mit viel Vogelgesang und weniger schädlichen Insekten. Damit sich Vögel in den Gärten ansiedeln, brauchen sie genügend Nahrung. "Viele Vogelarten wie zum Beispiel der Zaunkönig ernähren sich von Spinnen, Nachtfaltern, Fliegen und Co..

Die leben vorzugsweise auf oder von heimischen Wildpflanzen und sollten keinesfalls mit Pestiziden bekämpft werden", sagt Radow weiter. Wiederum werden Exoten wie Rhododendron oder Essigbaum den Bedürfnissen vieler heimischer Insektenarten nicht gerecht. Nach und nach sollten sie gegen heimische Pflanzen ausgetauscht werden. Die Verwandlung von sterilem Einheitsgrün in einen Naturgarten kann schrittweise erfolgen.

... mehr zu:
»Insekt

Futter für Proteinliebhaber und Vegetarier

Von heimischen, standortgerechten Pflanzen profitieren Vögel, die Schädlinge wieSchnecken oder Schnaken vertilgen. Wenn sich außerdem auch Nutzinsekten wie Bienen und Hummeln ansiedeln, fördert das die Fruchtbildung vieler Pflanzenarten ungemein. Bäume wie Feldahorn oder Mehlbeere und Sträucher wie Haselnuss, Holunder und Kreuzdorn sowie Gräser und Kräuter bieten sowohl den gefiederten Vegetariern als auch den Proteinliebhabern ein vielfältiges Nahrungsangebot an Sämereien, Beeren, Insekten und Kleintieren. Apfel-, Birnen- oder Kirsch-baum sorgen vor allem im Spätsommer für ein reiches Futterangebot für Drosseln und Stare.

Schutz vor Fressfeinden und Kinderstube

Dornige Gewächse wie Wildrose, Himbeere und Brombeere bieten den Vögeln Schlaf-, Versteck- und Brutmöglichkeiten und schützen sie vor Katzen und Elstern. "Hecken, zum Beispiel aus Hainbuchen, sind gut für kleine Grünflächen, denn sie brauchen weniger Platz als viele Gehölze. Wichtig ist aber, Hecken so spät wie möglich, optimalerweise erst ab Juni und noch einmal im Herbst zu schneiden, um Buchfink, Heckenbraunelle oder Grasmücke nicht beim Brüten zu stören", sagt Radow. Triste Mauern können mit Hilfe von Kletterpflanzen in heimelige Brutplätze verwandelt werden. In Wildem Wein, Clematis oder Efeu brüten dann Amsel, Grünfink, Hänfling oder Haussperling.

Bühne mit Aussicht

Viele Vögel bevorzugen beim Singen eine vor Feinden sichere Rundumsicht und sitzen deshalb gern auf Baumkronen oder Dachfirsten. Hausrotschwanz, Trauerschnäpper und Rotkehlchen nutzen diese Plateaus auch zum Insektenfang. Bohnenstangen bieten eine gute Alternative, wenn keine höheren Bäume oder Sträucher im Garten stehen.

Schritt für Schritt zum vogelfreundlichen Garten:

- Einheimische, standortgerechte Pflanzen gegenüber Exoten bevorzugen (siehe Liste)
- Vielfalt pflanzen: Verzicht auf pedantisch gepflegten Rasen, stattdessen Schmetterlingswiesen-Samen als bunte Insel oder am Rand des Rasens aussäen.
- Weniger ist mehr: Wildblumenwiesen können nur dann gedeihen, wenn dauerhaft auf eine Düngung und häufiges Mähen der Rasenfläche verzichtet wird. Dünger sollte ebenso wie Pestizide an keiner Stelle zum Einsatz kommen.
- Wildwuchs schützt Schmetterlinge: In einer Ecke oder unter Sträuchern Brennnesseln und Disteln als Futterpflanzen stehen lassen. Die Raupen vieler Schmetterlingsarten wie Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge und Admiral sind darauf angewiesen.
- Laubsauger sind tabu: Neben Laub verschwinden in den Saugern Samen sowie zahllose Insekten, die sich unter Laubschichten für die Winterruhe zurückgezogen haben. Das verringert das Nahrungsangebot für Vögel.
- Laub liegen lassen oder kompostieren: Statt Herbstlaub zu vernichten, sollte es besser unter Hecken und unter Sträuchern gerecht werden. Der Rest wird, zusammen mit Holzhäckseln auf dem Komposthaufen zu wertvoller Humuserde für Pflanzbeete. Im Kompost finden Vögel neben Nahrung auch Material für ihren Nestbau.

- Holzreste aufschichten für Kinderstuben und Schlafplätze: Reisig und abgeschnittene Äste nicht verbrennen oder häckseln, sondern totes Holz aufschichten und aufbewahren. Das bietet am Boden brütenden Vogelarten und anderen Wildtieren wie Igeln Wohnraum.

Übersicht vogelfreundlicher Pflanzen:

Blutrote Johannisbeere (Ribes sanguineum)
Bocksdorn (Lycium chinense)
Brombeere (Rubus caesius)
Eberesche oder Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
Gartenerdbeere (Fragaria ananassa)
Hainbuche (Carpinus betulus)
Haselnuss (Corylus avellana)
Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)
Himbeere (Rubus idaeus)
Liguster (Ligustrum vulgare)
Rose (Rosa canina)
Rotbuche (Fagus silvatica)
Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
Roter Holunder (Sambucus racemosa)
Sanddorn (Hippophäe rhamnoides)
Schlehe (Schwarzdorn, Prunus spinosa)
Schneeball (Viburnum opulus)
Schneebeere (Symphoricarpus racemosus)
Stachelbeere (Ribes uva-crispa)
Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum)
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
Wacholder (Juniperus communis)
Walderdbeere (Fragaria vesca)
Wilder Wein (Parthenocissus tricuspidata)
Weißdorn (Crataegus oxyacantha)
Wolliger Schneeball (Viburnum lantana)
Die gemeinnützige Deutsche Wildtier Stiftung mit Sitz in Hamburg wurde 1992 von Haymo G. Rethwisch gegründet. Ihr Ziel ist es, einheimische Wildtiere in ihren natürlichen Lebensräumen zu fördern und erlebbar zu machen. Schirmherr der Deutschen Wildtier Stiftung, die zu den bedeutendsten Stiftungen für Natur- und Wildtierschutz in Europa zählt, ist Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Roman Herzog.
Pressekontakt
Deutsche Wildtier Stiftung: Birgit Radow, Geschäftsführerin, Billbrookdeich 210, 22113 Hamburg, Telefon: 040 73339-1880, Fax: 040 7330278, B.Radow@DeWiSt.de, http://www.DeutscheWildtierStiftung.de

Kostenloses Bildmaterial: http://www.Presse.DeutscheWildtierStiftung.de

Birgit Radow | idw
Weitere Informationen:
http://www.DeutscheWildtierStiftung.de

Weitere Berichte zu: Insekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Überschwemmungen genau in den Blick nehmen

27.06.2017 | Informationstechnologie