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Fischereimanagement in Europa braucht neue institutionelle Strukturen um nachhaltig zu werden

20.12.2007
Damit die Fischerei nachhaltig wirtschaften kann sind neue institutionelle Strukturen nötig, um effektiv zwischen diversen Interessen im Bereich der Meere vermitteln zu können. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forscherteam aus Finnland, Schweden, Dänemark, Großbritannien und Deutschland.

Das Forschungsprojekt IBEFish, das vom Finnischen Umweltinstitut SYKE geleitet wurde, untersuchte im Auftrag der Europäischen Union die Erfahrungen mit partizipativen Managementformen in der europäischen Fischerei.

In Europas Meeren treffen vielfältige ökonomische und ökologische Interessen aufeinander und müssen koordiniert werden. Die neueren Richtlinien der EU-Fischereipolitik sehen deshalb vor, dass ein ganzheitlicher Ökosystemansatz angewendet wird, anstelle des traditionellen Schutzes einzelner Fischpopulationen. Dafür sind effektive Beteiligungsformen der verschiedenen Akteure unabdingbar.

Diese sind jedoch in der Praxis nicht voll entwickelt. Aus der Untersuchung einer Reihe von Forschungsprojekten zum Fischereimanagement wurden jetzt 20 konkrete Empfehlungen für die Entwicklung und Implementierung partizipativer Managementstrukturen entwickelt und in einem "Policy Brief"

zusammengefasst.

In vielen Regionen Europas stellt die Berufsfischerei eine ernste ökologische Bedrohung für die Meere dar. Auf der anderen Seite haben erfolgreiche Artenschutzprogramme Auswirkungen auf die Fischbestände. Das führt beispielsweise zu steigenden Populationen an Fischfressern wie Robben und Kormoranen. Hinzu kommen weitere konkurrierende Nutzungen der Meere, wie offshore Windanlagen, Erdölförderung und Schiffahrtsrouten.
Wenn die Fischerei in Zukunft nachhaltig sein soll, dann sind neue Entscheidungsfindungsansätze und Managementstrukturen nötig für Ökosysteme, die durch Fischfang bedroht sind, und auch für Regionen, in denen Umweltveränderungen und andere Entwicklungen die Fischerei bedrohen.

Der Ökosystemansatz hat sich schon auf EU-Ebene und in internationalen Konventionen etabliert. Dennoch steht der Ökosystemansatz noch am Anfang, was die konkrete Umsetzung angeht. Die Notwendigkeit, einer gemeinsamen Berücksichtigung verschiedener Interessen und Perspektiven auf das Meer ergibt sich aus den systemischen Zusammenhängen: Art, Intensität und Ausmaß verschiedener Nutzungen beeinflussen einander auf vielfache Weise. Ein integrierender Managementansatz erscheint deshalb einzig sinnvoll, erhöht aber den Informations- und Abstimmungsbedarf ungemein.

Die Beteiligung von Akteuren im Rahmen von partizipativen Managementstrukturen, bietet sich an, um dieser Herausforderung zu begegnen: Konsultationen, Gremien und partizipative Planungsverfahren fördern auf verschiedene Weise den Informationsfluß und die Bildung eines gemeinsamen Problemverständnisses. Sie sind jedoch keine Allheilmittel, denn ihr Einfluss ist oftmals unklar. Zudem ist die erfolgreiche Umsetzung partizipativer Prozesse sehr anspruchsvoll, zum Beispiel können sich bestehende Konflikte durch sie durchaus verschärfen.

Darüber hinaus sind die Hauptentscheidungsträger und die Akteure in verschiedenen Sektoren und auf verschiedenen administrativen Ebenen von der EU bis zur Lokalverwaltung angesiedelt. Der Entscheidungsfindungsprozess ist deshalb sehr kompliziert. Es ist nicht möglich, universell anwendbare Praktiken und Mangementstrukturen zu entwerfen.
Jede Meeresregion hat ihre eigenen Besonderheiten und Probleme. Lösungen müssen daher für jede Region einzeln entwickelt und zugeschnitten werden.

Aus der Untersuchung einer Reihe von Forschungsprojekten zum Fischereimanagement wurden deshalb 20 konkrete Empfehlungen für die Entwicklung und Implementierung partizipativer Fischereistrukturen entwickelt und in einem Policy Brief zusammengefasst. Das IBEFish-Projekt wurde durch das sechste Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union gefördert.

Am Projekt beteiligt waren das Finnische Umweltinstitut SYKE, die Universitäten Aalborg (Dänemark), Göteborg (Schweden) und Newcastle upon Tyne (Großbritannien) sowie das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Deutschland.

Weitere
Informationen:
Dr. Heidi Wittmer / Dr. Felix Rauschmayer / Augustin Berghöfer Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: 0341-235-1629 ,-1656 ,-2869
http://www.ufz.de/index.php?de=1672
http://www.ufz.de/index.php?de=1660
http://www.ufz.de/index.php?de=13686
oder über:
Doris Böhme / Tilo Arnhold
Pressestelle Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Telefon: +49-341-235-1269
E-mail: presse@ufz.de
sowie auf Englisch über
Mr Riku Varjopuro (Project coordinator IBEFish) Finnish Environment Institute SYKE phone +358-0400-148-843
Links:
Projekt IBEFish
http://www.environment.fi/syke/IBEfish
Policy Brief mit Politikempfehlungen:
http://www.environment.fi/download.asp?contentid=76426&lan=en
Publikationen:
Berghöfer,
A., H. Wittmer and F. Rauschmayer (2008). Stakeholder Participation in Ecosystem-Based Approaches to Fisheries
Management: A Synthesis from European Research Projects.
Marine Policy, in press.
Varjopuro, R., T. S. Gray, J. Hatchard, F. Rauschmayer and H. Wittmer (2008). Introduction: Interaction between environment and fisheries – the role of stakeholder participation. Marine Policy, in press.
Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ wurde 1991 gegründet und beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle/S. und Magdeburg rund 830 Mitarbeiter. Es erforscht die komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt in genutzten und gestörten Landschaften, insbesondere dicht besiedelten städtischen und industriellen Ballungsräumen sowie naturnahen Landschaften. Die Wissenschaftler des UFZ entwickeln Konzepte und Verfahren, die helfen sollen, die natürlichen Lebensgrundlagen für nachfolgende Generationen zu sichern.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,3 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Tilo Arnhold | Umweltforschungszentrum Leipzig-
Weitere Informationen:
http://www.environment.fi/download.asp?contentid=76426&lan=e
http://www.ufz.de/index.php?de=15753

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