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Bereits eine einzelne Krebszelle bedeutet Gefahr

04.12.2008
Wissenschaftler fordert genauere Tests

Krebsforscher haben bislang die Möglichkeiten mancher Krebsformen, sich auszubreiten und neue Tumore zu bilden, unterschätzt.

Wissenschaftler des Howard Hughes Medical Institute und der University of Michigan haben nun nachgewiesen, dass häufig eine einzelne Krebszelle reicht, um einen neuen Tumor entstehen zu lassen. Die in Nature veröffentlichte Studie bestärkt Hoffnungen, dass nur bestimmte Arten von Krebszellen für die Ausbreitung der Krankheit entscheidend sein könnten.

Das Team um Sean Morrison konzentrierte sich auf Melanome, die dafür bekannt sind, dass sie sich von einem Bereich aus tödlich ausbreiten können. Normalerweise wird die Fähigkeit einer einzelnen Zelle, neue Tumore entstehen zu lassen, getestet. Dafür werden Mäusen mit einem geschwächten Immunsystem große Mengen an Krebszellen injiziert.

Anschließend wird überprüft, wie viele Tumore sich bilden. Die relativ kleine Menge an Tumoren unterstützte die Auffassung vieler Wissenschaftler, dass nicht alle Krebszellen die Bildung eines neuen Tumors auslösen können. Sie gingen davon aus, dass diese Fähigkeit auf eine kleinere Gruppe spezialisierter "Krebsstammzellen" beschränkt war.

Morrison erklärte, dass dieser Ansatz fehlerhaft sei. Die Mäuse verfügten bei diesen Tests immer noch über eine gewisse Immunität gegenüber den menschlichen Krebszellen. Dadurch seien ihre Möglichkeiten unterschätzt worden. Sein Team injizierte Mäusen zuerst Melanom-Zellen mit einem noch stärker geschwächten Immunsystem. Es zeigte sich, dass sich 250.000 Mal so viele Tumore bildeten. Wurden einzelne Zellen benutzt, löste rund eine von vier einen neuen Tumor aus. Laut Morrison sei damit erstmals nachgewiesen, dass einzelne menschliche Krebszellen zur Bildung eines Tumors führen können.

Aus diesem Grund sei die Identifizierung und das Abzielen auf eine kleine Teilmenge dieser Zellen nicht ausreichend. "Wir gehen davon aus, dass die Unterschätzung der Tumor verursachenden Zellen bei vielen Krebsarten, nicht nur bei Melanomen, zu Problemen führt." Er forderte seine Kollegen laut BBC auf, bessere Tests zu entwickeln, um zu erforschen, ob andere Krebsarten ebenfalls über diese Fähigkeit verfügen. Sein Team setzte eine ganze Reihe von Tests ein, konnte aber keine weiteren Krebsstammzellen nachweisen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.hhmi.org
http://www.umich.edu

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