Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Asiatischer Kiri-Baum als alternative Geldanlage

07.09.2009
In Japan baut man aus Kiri-Holz traditionell feuersichere Kimono-Schränke. Und auch hierzulande kommt der asiatische Baum zunehmend in Mode. Zwei Absolventen der Universität Bonn wollen ihn nun als grünes Anlageobjekt vermarkten.

Denn der Baum wächst selbst unter deutschen Wetterbedingungen bis zu zwei Meter pro Jahr - und bindet entsprechend viel des Klimagases Kohlendioxid. Schon Anfang nächsten Jahres sollen unter andrem in Sachsen-Anhalt erste große Kiri-Plantagen entstehen.

Das Holz des asiatischen Kiri-Baums hat viele positive Eigenschaften: Es ist schwer entflammbar, isoliert gegen niedrige Temperaturen, ist trotz der hohen Wachstumsraten vergleichsweise stabil - und sieht dabei auch noch gut aus. Aus Kiri-Holz werden Möbel und Musikinstrumente, aber beispielsweise auch Surfboards gefertigt. Inzwischen ist es auch in deutschen Baumärkten zunehmend zu finden.

Für die Holzwirtschaft ist der Baum unter anderem wegen seiner enormen Wachstumsraten interessant. "Zwei Meter pro Jahr sind bei unseren Neuzüchtungen selbst hierzulande keine Seltenheit", betont der Agraringenieur Peter Diessenbacher. Damit zieht der Kiri-Baum mit den schnellwüchsigsten Pappeln gleich. Deren Holz ist aber gerade mal für den Bau von Euro-Paletten verwendbar, keinesfalls jedoch für die Herstellung hochwertiger Möbel.

Auf dem universitären Versuchsgut Klein-Altendorf konnte die Pflanze ihr Potenzial bereits beweisen. Geht es nach Diessenbacher und seiner Geschäftspartnerin Allin Gasparian, könnten bald in ganz Europa große Kiri-Plantagen entstehen: Die beiden Absolventen der Universität Bonn planen, den Edelholzbaum als grüne Geldanlage zu vermarkten. Dabei winken nicht nur attraktive Erträge. Dank des schnellen Wachstums bindet der Baum zudem jede Menge des "Klimakillers" Kohlendioxid - pro Plantagen-Hektar und Jahr etwa 30 Tonnen. Das entspricht nahezu der CO2-Produktion einer vierköpfigen Familie.

Harvard und Yale kaufen ganze Wälder

Holz als Geldanlage: Diese Idee ist nicht neu. Vor allem institutionelle Kunden investieren in den nachwachsenden Rohstoff. Denn Holz gilt als risikoarmes Investment und verspricht überdies hohe Renditen im zweistelligen Prozentbereich. Man kann es machen wie die Universitäten Yale oder Harvard und ganze Wälder kaufen. Man kann sein Geld aber auch einem Unternehmen wie "WeGrow" anvertrauen - so heißt die Firma der beiden Jungunternehmer. "Wir sind ein reines Dienstleistungsunternehmen, das im Kundenauftrag Edelholzplantagen anlegt und bewirtschaftet", erklärt Allin Gasparian die Geschäftsidee. "Nach zehn Jahren ernten wir das Kiriholz und verkaufen es zum höchst möglichen Preis."

Der besondere Charme dabei: Die Plantagen stehen nicht wie sonst üblich in den Tropen, sondern ausschließlich in EU-Staaten. Denn dank der hohen Wachstumsraten ist der Anbau eben beispielsweise auch in Sachsen-Anhalt lukrativ. "Jeder Kunde kann seine Bäume besichtigen", verspricht die Volkswirtin, die gerade ihren Abschluss an der Uni Bonn gemacht hat. Und damit seinem Geld tatsächlich beim Wachsen zusehen: Wer 4.000 Euro in einen Zehntel Hektar investiere, könne nach zehn Jahren mit einem Erlös von 8.000 bis 10.000 Euro rechnen.

In der Fachwelt ist das Konzept bereits auf Anerkennung gestoßen: Im Businessplan-Wettbewerb des Verbandes Neues Unternehmertum Rheinland kamen die beiden Junggründer unter die elf besten Teams - angesichts von 245 Bewerbern ein beachtlicher Erfolg.

Japaner nutzen den Kiri-Baum übrigens für eine ganz besondere Form des nachhaltigen Investments: Im Land der aufgehenden Sonne ist es üblich, bei der Geburt einer Tochter einen Kiri-Sämling zu pflanzen. Wenn sie dann heiratet, ist der Baum längst so groß geworden, dass sich daraus Möbelstücke für den eigenen Haushalt fertigen lassen.

Kontakt:
Peter Diessenbacher
Lehr- und Forschungsstation Klein-Altendorf, Universität Bonn
Telefon: 02225/999-6319 oder 0177/957-9694
E-Mail: p.diessenbacher@uni-bonn.de
Allin Beatrice Gasparian
Telefon: 0177/957-9690
E-Mail: info@we-grow.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de
http://www.we-grow.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie